"My philosophy is to have a really good time and never to let anything stop me from doing what I want to do."

Zeitdokumente

                    


Der Beitrag "Love Letters" von Bert Noglik ist erschienen in der TRIANGEL 12/2002, dem Programmheft von MDR FIGARO.



MDR FIGARO | Jazz | Porträt
Love Letters - Michel Petrucciani
Der Pianist wäre am 28.Dezember 2002 vierzig Jahre alt geworden
von Bert Noglik

In seinen Konzerten hat er nie mit den Klängen gegeizt, sich ganz der Musik hingegeben und sich zugleich dem Publikum offenbart, sich beinahe verschenkt. Und er bekam all das auch zurück, wurde geliebt, kam nie von der Bühne ohne Zugaben.

Michel Petrucciani, als Sohn eines italienischen Jazzgitarristen und einer Französin geboren am 28. Dezember 1962 in der Provence, litt von Kindheit an unter der seltenen Osteogenesis imperfecta, der so genannten Glasknochenkrankheit, die ein normales Wachstum verhindert. So wurde er nur knapp einen Meter groß und musste bei Ungeschicklichkeiten oder Unfällen, bei denen andere blaue Flecke befürchteten, gleich mit dem Schlimmsten rechnen. Mit enormer Willenskraft gelang es ihm, sich als Jazzpianist von internationalem Format zu profilieren.

Love Letters - eine Widmung an die Liebe und das Publikum
Anfangs als Wunderkind gefeiert, hat er in den achtziger und neunziger Jahren eine erstaunliche musikalische Reife erkennen lassen. Früh vollendet, könnte man mutmaßen. Nein, Michel Petrucciani - gestorben, 36-jährig, an den Folgen einer schweren Lungenentzündung am 6. Januar 1999 in einem New Yorker Krankenhaus - wäre gern unter den Lebenden geblieben, hätte noch viel mehr geben können, als er ohnehin schon verschenkt hat. Wen die Götter lieben ... Michel Petrucciani liebte seine Frau, ihr hat er seine Komposition "Love Letters" zugeeignet. Doch wenn er dieses Stück im Konzert spiele, sagte er, sei dies zugleich auch eine Widmung an das Publikum.

Rückblende in das Jahr 1995
Nach monatelangen Telefongesprächen mit einem französischen Agenten war es uns gelungen, Michel Petrucciani für ein Konzert zu den Leipziger Jazztagen zu gewinnen. Natürlich wollte ich auch ein Interview mit ihm führen, fragte ihn nach dem Soundcheck, wann es ihm recht sei, und war verwundert, als er mir sagte, das liebste wäre ihm vor (!) dem Konzert. So saßen wir einander in der Garderobe gegenüber, und Michel kam ins Plaudern. So ein Gespräch käme ihm jetzt gerade recht, denn er sei immer entsetzlich aufgeregt vor seinen Auftritten. Wörtlich: "I hate it." Das Lampenfieber gehöre für ihn zu den schrecklichsten Dingen im Leben. Mit dem Handicap habe er lange gelernt umzugehen.

"Ich versuche, das Beste zu übernehmen und das Beste zu geben."
Danach befragt, dass viele seiner Stücke von klangschönen, gesanglichen Melodien durchzogen seien, antwortete er:
"Na ja, ich weiß nicht; ich glaube das ist mein italienisches Herz. Wir singen viel und sind vielleicht ein bisschen glücklicher, das liegt wohl im Blut."
Und dann kam er auf seine Heldengestalten zu sprechen, auf Duke Ellington und Thelonious Monk, auf Bill Evans, auch auf Rachmaninow, Ravel, Debussy und Mozart. Und wie fast alle großen Jazzmusiker bekundete er seine Liebe zu Bach. Er wolle deutsch lernen, wiederkommen nach Leipzig und sich dann mit mir deutsch unterhalten. In seinem Spiel gehe es ihm darum, das Beste aus zwei Welten zu bewahren, aus dem Jazz und aus der Musik Europas: "Jazz ist eine afroamerikanische Kunstform; und ich bin ein Europäer mit all den klassischen Einflüssen; aber ich will das Ganze nicht ideologisieren. Ich bin ein Kind dieser Welt. Ich lebe in Amerika, in Paris und auf Reisen. Ich versuche, das Beste zu übernehmen und das Beste zu geben. Mir gefällt klassische Musik, aber eben nicht alles, weil ich nicht alles verstehe. Das ist im Jazz genauso. Ich bin kein Sektierer, der nur einen Stil akzeptiert. Ich mag Musik mit einem großen M."

"Ich glaube, dass das Leben wert ist, gelebt zu werden."
Zweimal in seinem Leben war Michel Petrucciani verheiratet, in erster Ehe mit einer Navajo-Indianerin. Von seinen drei Kindern leidet eines gleichfalls an der Glasknochenkrankheit. Dies war den Eltern bereits während der Schwangerschaft bewusst, und Michel Petrucciani bekannte in diesem Zusammenhang: "Ich glaube, dass das Leben wert ist, gelebt zu werden."

Vielleicht hat er gar noch mehr gegeben, noch mehr geben wollen und können, weil er so gefährdet war. In seiner Musik ist alles zu hören: die Kraft dynamischer Steigerungen, die Anstrengung und die Verausgabung, aber auch das Wissen um die Besonderheit des Zarten, die Schönheit des Zerbrechlichen. Er wusste mit rasanten Tasteneskapaden ebenso wie mit nachdenklichen Balladen zu überzeugen.

Und er erwies sich als sinnenfroh der Welt zugewandt. Die Freude und der Stolz, mit der er mir seine Rolex-Uhr präsentierte, hatte etwas Kindliches, aber beileibe nichts Protzendes. Eher schien er damit sagen zu wollen: Schaut an, ich muss doch etwas können, wenn ich mir so etwas leisten kann ... Auch die Popularität, die er sich als Stammgast von "Willemsens Woche" erspielte, hat er genossen - eine Popularität, die weit über die Kreise des Jazz hinausreichte.

Am Anfang standen Duke Ellington und ein Spielzeugpiano
Im Alter von vier Jahren sah Michel Petrucciani eine Fernsehsendung mit Aufnahmen von Duke Ellington. Diese faszinierten ihn derart, dass er seine Eltern bettelte, ihm ein Klavier zu kaufen. Was er bekam, war ein Spielzeugklavier. Eines Tages hat er dieses mit einem Hammer zertrümmert. Eine deutliche Sprache: seht mal, das genügt mir nicht, ich will ein richtiges Klavier. Auf einem solchen, allerdings mit speziellen Pedal-Vorrichtungen, gab er dann sein Debüt als Jazzmusiker in der Familienband der Petruccianis mit Vater Tony, Gitarre, und Bruder Louis am Kontrabass. Mit fünfzehn wurde er Berufsmusiker bei Kenny Clarke, mit siebzehn spielte er sein erstes eigenes Album ein. In Frankreich hörte man ihn mit dem Trompeter Clark Terry, auch im Duo mit dem Altsaxophonisten Lee Konitz.

In Amerika
Anfang der achtziger Jahre ging Michel Petrucciani für längere Zeit nach Amerika. Dort besuchte er den Saxophonisten Charles Lloyd, der sich nach den großen Erfolgen seiner Gruppe mit Keith Jarrett meditierend in die Wälder zurückgezogen hatte. Charles Lloyd und Michel Petrucciani schlossen Freundschaft.

Es war Michel Petrucciani, der Llodys langes musikalisches Schweigen bzw. seine Abstinez, öffentlich aufzutreten, durchbrochen hat: ein kleinwüchsiger Mensch aus Europa, den Charles Lloyd wie ein Kind auf den Arm nahm und den er, der rund ein Vierteljahrhundert Ältere, als einen musikalisch gleichberechtigten Partner verehrte.

"Allein am Klavier gehört dir die ganze Welt."
Michel Petrucciani hat mit vielen herausragenden Musikern des Jazz gespielt: mit Dizzy Gillespie, Joe Henderson, Wayne Shorter, Jim Hall, Charlie Haden, John Scofield, auch mit dem seinerzeit 88-jährigen Stéphane Grapelli.

Klavier spielen, bekannte Michel Petrucciani, sei für ihn eine Kombination aus Gesang und Percussion. Wie sein Freund Charles Lloyd hätte er wohl am liebsten selbst gesungen. Doch das Klavier ermöglichte ihm dann, Nuancenreichtum, harmonische Finessen und Klangsensibilität zu offenbaren. Besonders gern gab er Solo-Konzerte. "Allein am Klavier", sagte er, "gehört dir die ganze Welt." Vieles in den Äußerungen und im Spiel von Michel wirkte schlicht, nicht naiv, sondern - vor allem in der Art, wie er es vortrug - beseelt von Emotionen.

Auf dem Weg von der Garderobe bis zur Opernbühne
Der Weg mit Michel Petrucciani von der Garderobe bis zur Opernbühne mutete endlos an. Nie sind mir die großen Stahltüren hinter der Bühne dermaßen gefährlich vorgekommen wie bei diesem Gang. Sich mit kleinen Schritten vorwärtsbewegend, fluchte Michel noch einmal: "I hate it." Eine Art Hassliebe, eine Überwindung, ins Rampenlicht zu treten. Und schließlich: Standing Ovations und "Love Letters".

Quelle: http://www.mdr.de/mdr-figaro/musik/435104.html





Zitate von Roger Willemsen
"Es gibt keinen quotenfreien Raum im Fernsehen."

"Ich habe einen Musikredakteur gehabt, beim ZdF, der mir bei vier Beiträgen, die ich zu machen hatte, und ich hatte in einer Sendung zwei schwarzafrikanische Musiker, sagte: »Zwei Bimbos in einer Sendung sind zuviel«. Das ist kein Witz, das ist eine Dienstanweisung über die mich hinwegsetzen muß."

Nach einer Sendung mit Michel Petrucciani (zwergwüchsig wegen Glasknochenkrankheit), bei dem die Quote sank, sagte ein Herr vom ZdF: "Der Zwerg muß weg". Roger Willemsen: "Daraufhin hat die Redaktion [seiner Sendung, H.H.] gesagt: »Der Zwerg bleibt oder wir gehen alle.«"

Alle obigen drei Zitate aus: Roger Willemsen: Macht das Fernsehen dumm? Der neue "Literaturclub"-Moderator im Gespräch mit Roger de Weck aus der SF DRS-Gesprächsreihe "Sternstunde Philosophie"; Erstsendung: 1.2.2004. 3sat 7.2.2004

Quelle:http://www.gavagai.de/zitat/diverse/HHCD06.htm



"Der Zwerg muss weg!"
... so markant brachte es ein ZDF-Mitarbeiter laut Roger Willemsen auf den Punkt.

Michel Petrucciani hieß der "Zwerg" und Willemsen hatte ihn seinerzeit als ständigen Gast für seine Sendung "Willemsens Woche" gebucht. Jeder Auftritt des am "Glasknochen-Defekt" leidenden Pianisten lies die Quoten kurzfristig absacken - wie das allerdings bei jedem anständigen Jazzmusiker passiert wäre, da brauchte es die Mini-Körpergröße des Pianisten nicht...

Petrucciani nannte sich selbst nicht "krank" sondern eben "nur" mit einem Gen-Defekt geschlagen, der ihn zu dem machte, der er eben war. Fakt ist, daß er "zerbrochen" auf die Welt kam, mit zahllosen Knochenbrüchen im Leib und er im Laufe seines Lebens immer in Gefahr stand, neue zu erleiden.

Unmittelbare Folge seiner Krankheit war seine Kleinwüchsigkeit und damit ein unverwechselbares Aussehen, mit großen, immer etwas erstaunt in die Welt blickenden Augen und einem mächtigen Bauch - der allerdings nicht zuletzt auch einem guten Leben geschuldet war, wie sein Freund Willemsen erzählt.

Roger Willemsen ist ein großartiger Erzähler und er lässt in der Einführung zum Film ganz plastisch die Persönlichkeit Petruccianis mit einigen kurzen Anekdoten lebendig werden. Wichtig ist ihm, daß er zunächst von Petruccianis Musik angetan war und erst später die "markante Optik" entdeckte. Betonen muss er das wohl, weil bei der Beschäftigung mit Petruccinai - als Medienmensch zumal - sofort der Verdacht aufkommt, es ginge auch um den "Freak-Faktor" der da zu Markte getragen wird. Tatsächlich war Michel Petrucciani ein begnadeter Pianist:

Die Wärme und Begeisterung mit der Willemsen von Petrucciani spricht ziehen sich durch seinen einstündigen Dokumentarfilm und das persönliche Engagement für seinen Freund Michel wirkt an manchen Stellen schon fast ein wenig übertrieben. Es war - wie er betont - sein erster Dokumentarfilm und dessen Stärken sind die kleinen anekdotischen - oft sehr witzigen - Szenen aber vor allem die Gespräche zwischen Petrucciani und Willemsen, die zwischen gepflegten Albernheiten und Michel Petruccianis Angst vor dem Tod pendeln.

Manchmal fehlt dem Regisseur Willemsen der kritische Blick und vielleicht ein gutgemeint warnendes Wort vor zu dick aufgetragenem Kitsch aber wahrscheinlich macht genau die Nähe und Distanzlosigkeit zum Sujet und der Dilettantismus - ganz im Sinne von "Liebhaberei - dieses Erstlingswerk zu einem besonders liebenswerten, persönlichen Film, der einem den Menschen Petrucciani in knapp einer Stunde sehr nahe bringt.

Der Zwerg musste beim ZDF übrigens dann doch "nicht weg", weil der damalige ZDF-Intendant Stolte die Qualität Petruccianis zu schätzen wusste - und alle Freunde des großartigen Pianisten sowieso.

PS: Die Matinee war überfüllt. Man nur raten, sich für die noch folgenden Veranstaltungen unbedingt vorab die kostenlosen Karten bei Enjoy Jazz zu reservieren - auch wenn vermutlich so mancher an diesem Sonntagvormittag dem Lockruf des Fernsehstars gefolgt war. Nicht minder interessant werden gewiss die Veranstaltungen mit Elliot Sharp am 21.10. und mit dem Bassisten Charlie Haden am 4.11.07.

PPS: Ein persönlicher CD-Tipp ist "Conference de Press". Eine hinreissende Duo-Aufnahme mit dem Organisten Eddie Louiss - Montag spiele ich eine Kostprobe in Jazzology - im Freien Radio Rhein-Neckar. Und ein Intverview zu diesem Scheibchen gibt es auch.

Autor: Frank Schindelbeck, Webmaster von:
www.jazzpages.com | www.schindelbeck.org | www.pixelzauber.de |
www.jazzology.de | www.schindelbeck.de |
und einiger an dieser Stelle ungenannter Websites.

Quelle: http://www.jazzblogger.de/index.php?s=intverview



Donnerstag, 25. April 2002, 21 Uhr, Grosser Hörsaal
NON STOP - EINE REISE MIT MICHEL PETRUCCIANI
Film des ZDF
Regie / Autor: Roger Willemsen
Kamera: Ekkehart Pollack, Miljen Babic
Produktion: Noa Noa Fernsehproduk-tion/Francis Dreyfus Music

Michel Petrucciani, 1962 in Orange mit osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit) geboren, ist einer der bedeutendsten Jazz-Pianisten der Welt. Zwischen dem Moderator Roger Willemsen und Michel Petrucciani entwickelte sich, nicht zuletzt durch dessen regelmäßige Auftritte in der Sendung "Willemsens Woche", eine tiefe Freundschaft, die Willemsen dazu motivierte, mit seinem Freund im Sommer 1995 eine gemeinsame Reise zu unternehmen. Von Paris über Hamburg nach San Francisco, Big Sur in Kalifornien und New York begleitete Willemsen den Pianisten - zu Konzertauftritten, bei der Auswahl seines neuen Flügels, beobachtete ihn bei Plattenaufnahmen und war in privaten Augenblicken mit seinem Sohn und seiner Lebensgefährtin und seinen Freunden dabei. In langen Gesprächen offenbart Petrucciani sein Verständnis der Musik ebenso wie seine außergewöhnliche Sicht auf das Leben.



Quelle: http://w1.theoinf.tu-ilmenau.de/jazzclub/termine/termine2002.shtml



"Sobald man anfängt sich für gut zu halten, fängt es an, schlecht zu werden"

Michel Petrucciani

Im Leben ein Vorbild sein-Michel Petrucciani
(von Martin Kersten)

Clark Terry konnte sich eine abfällige Bemerkung nicht verkneifen. Der renomierte Trompeter aus den Staaten war gerade bei einer Tournee mit kleiner Besetzung durch Frankreich und machte beim Festival von Cliousclat Station, als ihm für ein Konzert der Pianist abhanden kam. Da sah ein dreizehnjähriger Junge aus dem südfranzösischen Orange seine Chance kommen, und er bot Clark Terry seine Dienste an. Der Trompeter glaubte an einen Scherz, doch Michel Petrucciani ließ sich nicht beirren. Er setzte sich ans Klavier, sagte zu Clark Terry: "Komm, laß uns den Blues spielen!" und der gestandene Trompeter staunte nicht schlecht, als dieser dreizehnjährige Junge anfing zu spielen!
Doch ganz so einfach war das alles für Michel Petrucciani nicht. Schon in frühester Kindheit wurde bei ihm die Glasknochenkrankheit festgestellt, was bedeutete, daß er ein Leben voller Schwierigkeiten wegen ständiger Knochenbrüche vor sich hatte. Außerdem blieb er sein ganzes Leben lang körperlich sehr klein. Doch als würde ihm das alles irgendwie nicht so richtig was ausmachen, legte er auf der anderen Seite eine Zielstrebigkeit an den Tag, die jeder Beschreibung spottete. Als er vier Jahre alt war, sah Michel Petrucciani, zusammen mit seinem Vater, Duke Ellington im Fernsehen spielen. Da faßte der kleine Michel einen Entschluß für`s Leben: "Dieses Instrument möchte ich auch spielen können!" Er bekniete seine Eltern, die erst nicht so richtig wußten, was sie davon halten sollten, so lange, bis er sein Klavier hatte. Er übte und spielte, bis daß "die Tasten geraucht haben". Es war für ihn der Anfang eines Weges. Eines Weges, der ihn zum Vorbild werden ließ. Er war kaum volljährig, als er den keineswegs sicheren Schritt in die Vereinigten Staaten wagte, um als einer der ganz wenigen Europäer einen riesigen Erfolg zu feiern. Aus dieser Zeit stammen sehr schöne Aufnahmen u.a. mit Wayne Shorter, Lee Konitz, Jim Hall und vielen anderen Jazzmusikern. Er ging sein ganzes Leben lang auf Krücken, mußte auf die Bühne getragen werden und es gab nur wenige, die das durften, wie z.B. sein langjähriger Freund Roger Willemsen. Aber wenn er am Klavier saß und spielte, hätte man fast denken können, daß das alles gar nicht stimmt, das mit den körperlichen Schwierigkeiten. So virtuos hat der kleine Mann mit dem harten und rhythmischen Anschlag gespielt.
So stehe ich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise am Grab dieses Mannes, der doch nur 36 Jahre alt wurde. Ich stehe hier und kann eine gewisse Trauer nicht verbergen. In Gedanken bin ich bei seinen Auftritten in der Frankfurter "Alten Oper" oder zusammen mit dem Organisten Eddy Louiss im Pariser "Le Petit Journal du Montparnasse". Ich höre seinen unverwechselbaren Ton, den er auf dem Klavier hatte. Und ich höre, wie die Zuschauer einem Mann applaudieren, von dem man eigentlich nur sagen kann: "Er ist im Leben ein Vorbild gewesen!". So stehe ich an seinem Grab, lege ein paar Blumen darauf und rufe ihm zu: "Hast Du gut gemacht"!
Michel Petrucciani starb am 6. Januar 1999 in New York an den Folgen einer Lungenentzündung.

Quelle: http://www.jazzmeblues.de/Petrucciani1.html



MICHEL PETRUCCIANI (1962-1999)
Plus petit qu'un piano, plus grand que la musique



Mon premier souvenir de Michel Petrucciani fut cette arrivée à La Halle Aux Grains sur l'épaule d'Aldo Romano.
Et Michel,ce merveilleux oiseau des îles ainsi déposé parmi nous, immédiatement commença à chanter. Oiseau mortel de nos âmes, il répandait le bonheur en musique, immense tout à coup.
Plus tard à la Salle Nougaro j'ai entendu ses rires et ses joies d'enfant quand justement son fils en coulisses gazouillait, et quand il le montra sur scène comme le plus beau fruit de sa musique Lui dont la survie permanente était un miracle, brandissait son espérance contre la mort, un étendard contre le néant.
Volubile comme tout bon enfant d'ORANGE, méridional jusqu'à l'excès, doté d'une énergie volée au soleil des jours et du midi dans une recherche éperdue du bonheur, il aura joué à cache-cache entre la douleur et comptant au pied de l'arbre des touches du piano. Aimant la fête il prenait la vie de vitesse.
Pianiste célèbre, plus que Martial Solal hélas, il aura seulement passé 36 ans à ne plus grandir que dans nos mémoires Vif comme un écureuil, généreux au-delà des normes humaines porté par son amour à pleines dents pour la vie, il aura été contesté par les puristes et adoré par le grand public . Il voulait être compris et surtout donner du bonheur à ceux qui l'écoutaient. Fier d'avoir un public de concert classique lors de Piano aux Jacobins, il en faisait des tonnes, pour dire " c'est moi ". Partage plus qu'égoïsme : " Il est capital pour moi de donner, passer cette générosité qui est indispensable dans l'art, la musique et la vie".
En solo, il se laissait emporter, il se faisait débordement par toutes ses écoutilles. Avec ses os en cristal, il taillait des bouteilles à la mer, souvent brusquement grave, immédiatement après loufoque et grossier et toujours la larme si prés de l'œil.



Lui parler était fort simple, à condition absolue de ne jamais s'apitoyer sur lui et sur le monde, et de louer virilement la beauté des femmes et du vin.
Pudeur de l'impudeur, il balayait avec ses immenses pognes les miettes de la douleur, et caressait jusqu'aux spasmes les touches du piano.
Quand la phase troublante de son installation était passée entre gêne et pitié des autres, avec leur regard obscène de voyeur, il s'empoignait dans un beau combat corps à corps avec l'ivoire des notes.
Plus que tous les autres, sa famille adorée, les femmes aimées, le piano était son royaume, sa transfiguration.
Lui qui n'aura appris la musique qu'à l'oreille, " qu'à coups de pied aux fesses " en se confrontant aux autres, aura été une fontaine publique de village de la musique. Elle sortait de lui déhanchée et intarissable, vitale et limpide.
Fouettée par le swing, et refusant les laisser-aller, sa musique était son combat.



Une de ses confidences troublantes, citée par Pascal Anquetil était: "Je me souviens, à l'âge de huit ans, avoir dit à mon père en pleurant : Je n' arrête pas d'entendre de la musique en moi. Comme une radio sans fin. Je vivais alors un vrai cauchemar. Mon père m'a simplement dit : C'est bien. Profite de ce don ".
Son piano était un tambour vers les autres, un feu de camp pour éloigner les mauvaises ombres. Il se savait en sursis alors il s'est consumé entièrement dans la musique qui hantait sa tête et ses doigts. Il l'aura voulu intense et urgente.
Ses amis musiciens comptaient tant pour lui, par exemple il voulait tous nous convaincre du génie de Frank Avitabile, Di Battista ou autres, et ne parlait que de Charles Lloyd qu'il avait fait sortir de sa tanière, de Wayne Shorter et surtout d'Eddy Louis.
Il a eu plusieurs vies, depuis celle dans sa famille où l'on baignait dans la musique comme dans une bonne soupe, du père aux deux frères, saoulés aux sources chaudes des racines italiennes.
Mais celle qui le marquera au fer rouge des jours, sera la vie dans l'éducation de la dignité et du travail. Se contraindre, se dépasser pour savoir vivre " à la dure ", lui le cristal qui songe et qui vibre!.
" Michel ! viens jouer pour le monsieur !": j'ai entendu ça toute ma jeunesse. ", dira-il encore blessé. Lassé de ce rôle de bête de cirque, il aura pour devise " Moins, c'est toujours plus ! "
Homme en verre, protégé il se fera homme en s'enfuyant à Californie pour échapper à la fois aux hôpitaux et à la tendresse épuisante des autres qui l'infantilisait.



Là il pourra tout expérimenter, et voyager avec les amarres du piano pour le ramener à terre.
Devenu autant américain que français, mais toujours du Vaucluse, il fera une carrière, mêlant jazz commercial et fulgurances.
Mais peut-on juger une telle gentillesse, un tel amour des gens, des choses qui font un destin, et du piano qui le contient tout entier?.
Michel ramait vers le bonheur et ce n'est pas seulement le musicien qui me reste, mais ce père de famille ayant fait un bras d'honneur à la charogne, ivre de vie et d'espoir.
Sa main lourde s'est maintenant posée sur le front de la nuit, elle ne s'endort plus sans lui.



Quelle: http://www.espritsnomades.com/sitejazz/petrucciani.html



     

Michel Petrucciani: Victory of the Spirit

by Mike Zwerin International Herald Tribune

Tuesday, January 12, 1999


One midsummer evening in 1978, pedestrians on the narrow unpaved main street of the village of Cliousclat in the Drome region were startled when what looked like a puppet wearing Count Basie's yachting cap leaned out of an old tinny Citroen 2CV and exclaimed: "Hey baby!"

It was Michel Petrucciani. At the time they were the only words of English he knew. Living in the city of Montelimar, he was the headliner of Cliousclat's monthly jam sessions. Provencal musicians were talking about a 15-year-old piano player of Corsican ancestry in a provincial backwater. He already played jazz like an African-American veteran.

It's a good thing he started early because he was not going to last all that long. Petrucciani died last week from a pulmonary infection at 36. He suffered from osteogenesis imperfecta, also known as "glass bones," which stunted his growth and made his bones brittle.

By 15 he had played with the legendary drummer Kenny (Klook) Clarke, who is credited with "discovering" him. Clark Terry, Joe Pass and the bluesman Sugar Blue "discovered" him shortly thereafter. The word was spreading. There is an early photo of Clarke flanked by Petrucciani's brother, the bassist Louis, and his father, Tony, a Wes Montgomery-style guitarist, who was carrying Petrucciani in his arms.

Later Petrucciani grew chunkier and his bones became somewhat sturdier and he could get around astonishingly well on his own with crutches. But when he was young, he had to be carried. Somehow there was always a carrier available. He looked embarrassed, and bemused at the same time. With raised eyebrows behind oversized glasses, his expression seemed to say: "Do you believe what happened to me?"

He was carried by his family and a succession of buddies. When he began to play with his good friend the French drummer Aldo Romano, and with such respected American musicians as Jim Hall, Lee Konitz and Charles Lloyd, each had their turn carrying him. It was something of an honor to be among those who carried Petrucciani. There were good-natured jokes about forming a club. He inspired good nature.

Lloyd had performed his rock-oriented jazz in Tallinn, Estonia, in the Soviet Union, in 1967 with a band of longhairs, including Keith Jarrett and Jack DeJohnette. It was an event; the story was on the front page of The New York Times. Then, after "sitting on a mountain pulling metaphorical weeds" in California for most of the 1970s, Lloyd came out of retirement when he met Petrucciani. "Michel changed my life," he said. "I never thought I'd ever play again."

In August 1980, when he was 17, Petrucciani was sitting between takes at a piano in a remote studio in southern France. It was his first recording, he was a sideman. Still, he was the guiding force. He may not have been the official leader, but he provided the focus.

There was silence while the musicians decided what to play next. Petrucciani asked: "Does anyone know 'Giant Steps?"' An up-tempo John Coltrane tune with fast-moving chords, it was a sort of test that divides the men from the boys. Nobody wanted to admit they might not pass it. Suddenly, Petrucciani announced: "Well, I do," and he erupted with great confidence into a solo version at breakneck speed.

His hands were large enough to span a tenth on the keyboard, an essential minimum for a normal professional pianist. As the years went by, he learned that he could live a normal life in other ways. Women were attracted to him. He had three important relationships and two children, one who also has "glass bones" and one adopted. He was proud to have children. He said: "My father never expected grandchildren from me. I think he respects me now."

He liked to party, to swing in more ways than one. He began to be seen as a sort of gangster of love. (This New Year's Eve he was in the Village Vanguard until dawn.) His small and fragile bones indirectly caused the pulmonary infection that killed him. His organs were compressed inside his shrunken trunk; he had had problems with asthma; he was pushing it. Some sort of breakdown always seemed to be lurking.

His sense of humor, however, was always solid. The accent was on irony. Although he frequently predicted that he would not live very long, his friends did not take him seriously. In retrospect, he was lucky to have lasted as long as he did. Even a small fall could have been fatal years earlier.

As a young pianist, he'd had to sit on a special stool to enable him to get a proper perspective on the keyboard; and his tiny legs pumped a custom-built pedal extension. In a musical sense, his disease was a blessing in the form of a handicap. Like being blind, there was no choice other than the piano. He could not go and ride his bike or turn on television. why not?? He practiced for as much as six or seven hours a day. But it was a lot more than practice. It was The Gift. The Muse had chosen to give The Gift to Michel Petrucciani.

It was his confidence as much as his ability that caught your attention. He had no doubts about himself. He could do just about anything, and he kept learning to do more. As he grew older and better known, he became very well paid. In 1998 he played something like 140 concerts. He acquired more maturity, technique and individuality - particularly his solo playing. His between-tunes microphone patter drew good-natured laughter. He lost some soul along the way, becoming increasingly dependent on the applause. And it was always there.

His attitude, his talent, his humor and his take-no-prisoners approach to improvisation, combined with his affliction and the way it made him look, put him in a unique place. Cliques, racism and phobias disappeared when he was around. Everybody was honored to play with him - black and white, old and young, French and American, traditional and avant-garde.

After his death, the French press called him, along with Django Reinhardt, one of the best French jazz musicians ever. And one of the very few to have become a star in America. True enough, but he was way beyond such everyday qualifications.

Petrucciani reminded people of Dostoyevsky's "Idiot" - the "wholly beautiful man" whose function it was to disseminate a new state of being. He led them to re-evaluate their definitions of ugliness and beauty and of bad and good luck. He was a redeemer. Charles Lloyd called him an "avatar." It can be said without rhetoric that he was the personification of the victory of the spirit over the flesh.

Quelle: http://www.iht.com/articles/1999/01/12/michel.t.php



Michel Petrucciani: Sieg des Geistes

von Mike Zwerin International Herald Tribune

Dienstag, den 12. Januar 1999


An einem Mittsommerabend im Jahre 1978 wurden Fußgänger auf der schmalen, ungepflasterten Hauptstraße in dem Dorf Cliosclat in der Drôme von etwas erschreckt, das aussah wie eine Puppe, die Count Basies Segelsportmütze trug, sich aus einem alten Citroen 2CV lehnte und "Hey Baby!" rief.

Es war Michel Petrucciani. Zu dieser Zeit waren es die einzigen Worte in Englisch, die er kannte. Er lebte in Montélimar und war der Star in der monatlichen Jamsession in Cliosclat. Die einheimischen Musiker sprachen von einem 15 Jahre alten Pianisten, korsischer Abstammung und provenzalischen Wurzeln. Er spielte den Jazz bereits wie ein erfahrener afrikanischer/ amerikanischer Musiker.

Es war gut, dass er so früh mit der Musik anfing, denn sein Leben dauerte nicht allzu lang. Petrucciani starb letzte Woche an einer Lungenentzündung im Alter von 36 Jahren. Er litt an der Osteogenesis Imperfecta, auch bekannt als Glasknochenkrankheit, welche sein Wachstum hemmte und seine Knochen porös werden ließ.

Mit 15 Jahren spielte er schon mit dem legendären Schlagzeuger Kenny (Klook) Clarke, dem Petrucciani's Entdeckung zu verdanken ist. Clark Terry, Joe Pass und der Bluesmusiker Sugar Blue entdeckten ihn ebenfalls kurz darauf. Es sprach sich schnell herum. Es gibt ein frühes Foto von Clarke mit Petrucciani's Bruder , dem Bassisten Louis, seinem Vater Tony, einem von Wes Montgomery beeinflussten Gitarristen, der Petrucciani in seinen Armen trägt.

Später wurde er etwas kräftiger, seine Knochen wurden etwas robuster und er konnte erstaunlich gut mit Krücken gehen. Aber als er jung war musste er getragen werden. Irgendwie war immer ein Träger zur Stelle. Er schien peinlich berührt und amüsiert zugleich. Mit hochgezogenen Augenbrauen hinter zu großen Brillengläsern schien sein Gesichtsausdruck zu sagen: "Glaubst Du, was mit mir passiert ist?"

Er wurde von Familienmitgliedern und ausgewählten Freunden getragen. Als er anfing mit seinem Freund, dem Schlagzeuger Aldo Romano und so erfahrenen Musikern wie Jim Hall, Lee Konitz und Charles Lloyd zu spielen, war jeder einmal an der Reihe ihn zu tragen. Es war eine Art Ehre unter denen zu sein, die ihn tragen durften.

Lloyd hatte seinen rock-orientierten Jazz im Jahr 1967 in Tallinn, Estland und der Sowjetunion mit einer Gruppe von "Langhaarigen", darunter Keith Jarrett und Jack DeJohnette, gespielt. Es war ein Ereignis; es stand auf der Titelseite der New York Times. Nachdem Lloyd den Großteil der siebziger Jahre in Kalifornien damit verbrachte "auf einem Berg zu sitzen um metaphersches Unkraut zu ziehen", traf er Petrucciani als er aus seiner Abgeschiedenheit zurückkehrte. "Michel veränderte mein Leben", sagte er. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals wieder spielen würde.

Im August 1980, als er gerade 17 war, saß Petrucciani zwischen zwei Takes am Piano in einem Aufnahmestudio in Südfrankreich. Es war seine erste Aufnahme, er war ein Sideman. Dennoch war er die leitende Kraft. Er mag zwar nicht der offizielle Leader gewesen sein, aber er war der Mittelpunkt. Es herrschte Stille während sich die Musiker darüber berieten, was sie als nächstes spielen wollten. Petrucciani fragte: "Kennt jemand "Giant Steps?" Ein Uptempo-Stück von John Coltrane mit schnell wechselnden Akkorden. Es war eine Art Test, der die Männer von den Jungs unterschied. Niemand wollte zugeben, dass er es nicht schaffen würde. Plötzlich bemerkte Petrucciani: "Nun, ich versuch`s" und er stürzte sich mit großer Zuversicht in eine Soloversion mit halsbrecherischer Geschwindigkeit.

Seine Hände hatten genug Spannweite, um eine Dezime am Klavier greifen zu können. Ein Minimum für einen normalen professionellen Pianisten. Mit den Jahren lernte er auf seine Art ein normales Leben zu leben. Frauen fühlten sich zu ihm hingezogen. Er hatte drei wichtige Beziehungen und zwei Kinder; eines, das ebenfalls die "Glasknochenkrankheit" hat und ein adoptiertes. Er war stolz Kinder zu haben. Er sagte: "Mein Vater erwartete nie Enkelkinder von mir. Ich glaube, jetzt respektiert er mich".

Er feierte gern und tanzte auf vielen Hochzeiten. Nach und nach bekam er den Ruf als Gangster der Liebe. (An jenem Neujahrsabend war er bis zum Morgengrauen im Village Vanguard.) Seine kleinen und zerbrechlichen Knochen verursachten indirekt die Lungenentzündung, an der er starb. Seine Organe waren in seinem gedrungenen Rumpf zusammengedrückt; er hatte Probleme mit Asthma. Irgendeine Art von Zusammenbruch schien immer zu lauern.

Seinen Sinn für Humor hat er jedoch nie verloren. Es gab immer ironische Akzente. Obwohl ihm häufig vorausgesagt wurde, dass er nicht sehr lange leben würde, nahmen seine Freunde das nicht ernst. Zurückblickend hatte er Glück, dass er überhaupt solange lebte. Sogar ein kleiner Sturz hätte Jahre früher schon tödlich sein können.

Als junger Pianist musste er einen speziellen Stuhl benutzen um ihm eine vernünftige Sitzposition am Flügel zu ermöglichen. Seine kurzen Beine drückten eine speziell angefertigte Pedalvorrichtung. In musikalischer Hinsicht war seine Krankheit ein Segen. Wie bei einem Blinden gab es keine andere Wahl als das Klavier. Er konnte nicht Fahrrad fahren oder den Fernseher einschalten. Warum sollte er da nicht mehr als sechs oder sieben Stunden am Tag üben. Aber es war viel mehr als nur üben. Es war die Gabe. Die Musen hatten entschieden, die Gabe an Michel Petrucciani zu geben.

Es war seine Zuversicht, wie auch sein Können, das Aufsehen erregte. Er zweifelte nicht an sich selbst. Er konnte einfach alles erreichen und er lernte immer mehr dazu. Als er älter und bekannter wurde, bekam er höhere Gagen. Im Jahr 1998 spielte er an die 140 Konzerte. Er entwickelte mehr Reife, Technik und Eigenständigkeit - besonders bei seinen Solorecitals. Er verlor ein Stück seiner Seele auf Reisen, wurde zunehmend abhängig vom Applaus und der war immer da.

Seine Einstellung, sein Talent, sein Humor und seine unkonventionelle Annäherung zur Improvisation verbunden mit seinem Leiden und die Art wie es ihn aussehen ließ, brachte ihm eine einzigartige Stellung ein. Klischees, Rassismus, Phobien verschwanden wenn er da war. Jeder empfand es als Ehre mit ihm spielen zu können - schwarz und weiß, alt und jung, Franzosen und Amerikaner, Traditionalisten und Avantgardisten.

Nach seinem Tod nannte ihn die französische Presse, zusammen mit Django Reinhardt, einen der besten französischen Jazzmusiker überhaupt und einen der wenigen, die in Amerika zum Star wurden. Wirklich genug, aber er war weit jenseits solcher Alltagsqualifikationen.

Petrucciani erinnerte die Menschen an Dostojewki's " Der Idiot" - der "ganze schöne Mensch", dessen Bestimmung es war eine neue Art des Seins zu verbreiten. Er brachte sie dazu ihre Einschätzung von Schönheit und Hässlichkeit und Glück und Unglück zu überdenken. Er war eine Art Heiland. Charles Lloyd nannte ihn einen "Avatar". Ohne Übertreibung kann man sagen, dass er der personifizierte Sieg des Geistes über das Fleisch war.

Übersetzung: Sven Ochsenbauer





Reinhard Köchl, "Neuburger Rundschau", 05.05.1996
Zauberer mit offenen Karten
Michel Petruccianis phänomenales Solokonzert im Neuburger Stadttheater

Das Licht verlöscht und der Pianist betritt die Bühne. Behende entledigt er sich seiner Krücken, schwingt sich auf den Klaviersessel, sagt hastig "Good Evening" und beginnt sofort zu spielen. So, als ob eine gewaltige Kraft den Weg ins Freie sucht, einer Explosion gleich, fliegen die Akkorde, prasseln die Läufe von einer Sekunde zur anderen auf das fassungslose Publikum hernieder. Einen Energieausbruch dieser Größe hätte niemand im vollbesetzten Neuburg Stadttheater diesem kleinen Mann zugetraut.
Michel Petrucciani ist behindert. Durch die heimtückische Glasknochenkrankheit ist er zum kaum ein Meter großen und nur 28 Kilo schweren Zwerg geworden. Ohne fremde Hilfe kann er sich nur schwer fortbewegen, Tourneen wie diese stellen für den 32jährigen Franzosen eine unendliche Qual dar. Lediglich seine Hände und seine Arme besitzen normale Ausmaße. Aber gerade diese Gliedmaßen ermöglichen es Petrucciani, aus dem Schattendasein seines körperlichen Leidens auszubrechen. Die Musik ist seine Lebensmotor. Sie hat aus dem vom Schicksal Gezeichneten einen selbstbewußten Menschen und einen absoluten Superstar des Jazz gemacht.
Als "Little Big Man des Jazz" feiern ihn die Medien, und vor allem seit Michel Petrucciani regelmäßig bei der ZDF-Talkshow "Willemsens Woche" live auftritt (erst wieder am Tag vor dem Neuburg-Solokonzert), kennt seine Popularität keine Grenzen mehr. Wer freilich hinterhältig behauptet, daß der ganze Ruhm möglicherweise nur mit seinem Äußeren zusammenhängt, der entlarvt sich selbst als Voyeur. Sein unvergleichliches Spiel, seine Beredsamkeit und seine Freigiebigkeit auf den Tasten haben den gallischen Virtuosen in einer imaginäen Rangliste längst an den meisten Pianisten dieser Welt vorbeiziehen lassen.
Petrucciani liebt den Exzeß. Er hat es eilig, will schnell alles sagen und eröffnet seinen spielerischen Kampf. Die Zuhörer sitzen wie festgenagelt, als ein Medley seiner Lieblingssongs jeden Winkel des Stadttheaters durchstürmt. Eine subtile Homage an Thelonious Monk taucht in der frivolen Bissigkeit von "My Funny Valentine" oder "Les Feuilles Mortes" auf. Das Pianoforte nimmt er zuweilen wörtlich, schlägt die Tasten mit der flachen Hand und kehrt mit ausgefeilten Akkorden zum Pianissimo zurück. Wie Skorpione tanzen die Finger aufeinander zu, um die ganze Jazzwelt und noch mehr einzufangen: die aufflammende Leidenschaft eines McCoy Tyner, den treffsicheren Witz eines Art Tatum und Fats Waller, die lyrische Empfindsamkeit eines Bill Evans, ja sogar die stupende Griffsicherheit von Horowitz und die selbstverliebte Überschwenglichkeit Ravels und Debussys.
"All diese Songs sind die Klassiker der Zukunft" schwärmt Petrucciani nach jener 40minütigen emotionalen Eruption, gibt charmant mit trockenem Humor zu verstehen, daß ihn die vielen Hüstler im Publikum doch ein wenig stören und wendet sich eigenen Kompositionen zu. Die Triologie "Sun in Blois" oder "Looking Up" verraten viel über sein lebensbejahendes Wesen, aber auch über seinen besonderen Bezug zu Farben. Der Franzose läßt aus Tonfolgen Schattierungen entstehen, die Bilder von atemberaubender Schönheit ergeben. Als wolle er im Stile eines der großen Expressionisten an der Leinwand wüten, greift er mit der Rechten in die Baßbereich über, daß er fast vom Hocker kippt.
Auf der Bühne ist dieser unvergleichliche Virtuose in seinem Element. Mit seiner ungekünstelten Offenheit will der Harmonie-Süchtige zwischen Blues, Sinfonie und Bebop eine Brücke zu seinem Publikum bauen. In Neuburg dankten es ihm seine (neuen) Fans mit minutenlangen stehenden Ovationen. Denn wo Michel Petrucciani auftritt, fliegen ihm die Herzen zu. Er ist ein Zauberer. Aber einer, der immer mit offenen Karten spielt.

Quelle: http://www.birdland.de/a_kritiken/kritiken01/Michel%20Petrucciani.html



Témoignage
Le père de Michel avait adapté une batterie à sa taille.

Le trio magique des années 80: Aldo Romano et Jean-Francois Jenny Clark à l'hotel médlé... d'Avignon (Photo Jacques-Henri PONS)
Le poète et auteur dramatique avignonnais Jacques-Henri Pons se souvient:
"Le peintre Michel Bonnaud et moi-même connaissions la famille Petrucciani depuis les années 70: relations d'amoureux du jazz.
"Le père, Tony, était guitariste et quand la famille a quitté Orange, il tenait un magasin de disques à Montélimar. Nous y allions souvent. Tony avait aménagé un studio de travail pour le petit Michel, qu'il avait mis très jeune au piano. Le matin, avant de partir au travail, il lui donnait une partition à déchiffrer, qu'ils jouaient ensemble le soir avec son frère Louis à la contrebasse.
"J'ai même joué à l'opéra de Montélimar - Michel Bonnaud était au saxo, moi au piano - avec les deux frères Petrucciani. Michel, me laissant le piano, tenait une batterie que son père avait adaptée à sa taille. A cette époque, il m'envoyait des partitions qu'il avait 'allégées' à l'intension de mes maigres moyens!
"Plus tard - Michel avait 14 ans - ils écumèrent les MJC environnantes lorsque sa maladie des os le lui permettait.



Pour un hommage différent à Michel Petrucciani

Inutile, ici, de s'étendre en considérations de circonstance, que le monde entier diffusera bien assez.
Ce qui importe, c'est que l'on écoute la musique de ce personnage dont la vie difficile constitue de surcroît, pour un grand nombre d'admirateurs, une fameuse leçon de choses...
Nous vous avons tiré à part, ci-après, la discographie du maître français. Non pas une sélection, mais "la totale": il ne s'agit pas de réduire le souvenir de Petrucciani à une discographie "idéale" à laquelle on se limiterait, pour tout savoir du grand musicien en 48 heures et l'oublier aussi sec. Sachons regarder les choses en face: si la production de ce pianiste fut aussi abondante (vingt ans de musique sur disque vinyle, puis sur CD!), c'est qu'il voulait nous laisser plus qu'un "top 10" de son énergie créatrice...

Un langage "Petrucciani correct" ?
A cet égard (pouvoir regarder les choses en face), il ne manque pas d'intérêt d'aller voir un peu ce qu'à titre posthume on pense bon de dire, ça et là... D'abord, il paraît que certains présentateurs radio/TV et des journalistes ont mis au rebut de leurs propos toute utilisation des mots "grand", "énorme" ou "gigantesque" pour parler de Petrucciani, craignant que ces termes, pourtant appliqués au talent, ne paraissent déplacés face au handicap dont souffrait le musicien. Ridicule, n'est-il pas?

D'accord... Pas d'accord...
Ensuite, on peut se demander quel conseiller musical a fait dire au Président de la République française le commentaire suivant:
Michel Petrucciani "a su renouveler le langage du jazz, se donnant à son art avec passion, courage et génie musical".
D'accord pour la passion, le courage et le génie. Mais personne n'imagine que Petrucciani ait jamais cru "renouveler le langage du jazz". Pianiste de génie, oui, précisément, voilà ce qu'était ce grand musicien, qui n'a rien renouvelé mais a continué de porter au zénith un certain style de jazz où l'avaient mené d'autres musiciens avant lui. Au même titre que des Herbie Hancock, Chick Corea, Keith Jarrett, Brad Mehldau et bien d'autres apportent chacun leur éclairage personnel à un patrimoine pianistique bien installé.

Il n'est de perfection qu'approchée...
D'accord, Petrucciani, bien qu'inventeur prodigieux, n'a rien créé de très moderne. Et là, les amateurs de jazz pointu diront que l'apport du virtuose français n'était, en fin de compte, guère fondamental. Mais où se trouve le fondamental? Voilà ce qu'en pense (sur France-Info) le clarinettiste-saxophoniste-bandonéoniste Michel Portal à qui on ne peut certainement pas faire reproche d'un quelconque immobilisme musical:
"Il m'est arrivé de l'accompagner sur une scène et souvent de me dire: mais comment on peut, avec son état qui était très fragile souvent, avoir cette énergie, cette musicalité, cette sensibilité extraordinaire qu'il avait?"
Tout est là: dans l'extraordinaire. Peut-être que passé un certain niveau d'expression, peu importe ce que l'on dit mais comment on le dit. D'ailleurs, ne vous est-il jamais arrivé d'être pris d'émotion face à cette perfection approchée, quasi-touchée-du-doigt, dont l'un ou l'autre artiste a fait montre un jour devant vous, quand bien même pratiquait-il les claquettes irlandaises ou autre discipline qui, de prime abord, ne devait pas vous transporter? Ces moments où l'on se dit: "Ce que je vois, ce que j'entends est vraiment Grand". Et peu importe que le mot ne s'accorde pas à la taille du danseur...
Petrucciani, lui, dansait avec ses doigts, arpentant sans relâche et dans tous les sens une avenue blanche et noire qui le mena d'Orange (où il naquit) à New York (où il mourut).





Teledoktor
Glasknochenkrankheit

Ein kleiner Mann, aber ein großer Jazzmusiker - Michel Petrucciani.
Er ist 1999 an einer Lungenentzündung gestorben, nur 36 Jahre alt.

Petrucciani hatte eine seltene Erbkrankheit. In Deutschland - schätzt man - sind davon zwischen 5000 und 6000 meist jüngere Menschen betroffen: von der Glasknochenkrankheit, der Osteogenesis imperfecta, zu deutsch "unvollständige Knochenbildung". Damit im Körper Sehnen, Knorpel oder Knochen stabil genug sind, wird ein spezieller Eiweißstoff gebraucht, das Kollagen. Die Kollagenbildung wird gesteuert durch Gene. Bei der Glasknochenkrankheit sorgt ein genetischer Fehler dafür, dass zu wenig Kollagen gebildet wird, oder Kollagen von schlechter Qualität. Und das wirkt sich auf die gesamte körperliche Entwicklung aus. Es kommt zum Beispiel vor, dass bei einer Schwangerschaftsuntersuchung mit Ultraschall ein frischer Knochenbruch beim werdenden Kind festgestellt wird. Manchmal sieht der Arzt dabei auch ältere, verheilte Frakturen. Nach der Geburt geht das so weiter: 100 und mehr Knochenbrüche in den ersten Lebensjahren sind möglich. Morgens aus der Klinik entlassen, abends mit dem nächsten Bruch wieder eingeliefert. Die Knochenstruktur ist so schwach, so glasartig, dass kleinste Bewegungen reichen, um Knochen brechen zu lassen - Arme, Beine, Rippen, auch die Wirbelsäule. Das führt zu Kleinwüchsigkeit, Rückgrat, Arme und Beine sind verbogen. Auch die Schädelknochen sind in manchen Fällen verformt. Die Patienten hören oft schlecht, haben schlechte Zähne, Atemprobleme, und sie sind vielfach auf den Rollstuhl angewiesen. Nun das ist die schlimmste, die ernsthafteste Form , die bald nach der Geburt zum Tod führen kann. Aber der Schweregrad und auch der Verlauf der Krankheit können sehr unterschiedlich sein und sie sind meistens auch nicht vorhersagbar. Am häufigsten ist die milde Form mit fast normaler Körperstatur. Nach der Pubertät hören die Knochenbrüche allmählich auf. Geheilt werden kann die Glasknochenkrankheit nicht.
Da sie so selten ist, wissen Eltern eines kranken Kindes und auch viele Ärzte nicht, wie sie damit umgehen sollen. Es sind schon einige Therapieversuche gemacht worden, zum Beispiel indem man einem kleinen Patienten Knochenmark eines gesunden Kindes übertragen hat. Aber das hat nicht weit geführt. Neuerdings ist die Transplantation von Stammzellen im Gespräch, aber da ist es für eine Beurteilung noch zu früh. Gewisse Hoffnungen haben Versuche mit einem Wirkstoff erweckt, der auch zur Behandlung der Osteoporose im höheren Alter verschrieben wird, das sind die sogenannten Bisphosphonate. Und Knochenbrüche werden heute so versorgt, dass die Patienten sich möglichst bald wieder bewegen können. Denn es wäre ganz falsch, sie in Watte zu packen, im Gegenteil. Sie müssen sich bewegen, damit Muskulatur und Knochen nicht noch weiter abgebaut werden.
Michel Petrucciani hatte sich übrigens schon als Kind ein Klavier gewünscht. Als es aber nur ein Spielzeugklavier war, soll er das aus lauter Wut zertrümmert haben. Er wollte ein echtes! Zerbrechliche Knochen, aber ein eiserner Wille!

Quelle: http://www.swr.de/





Notfalls mit der Handkante

Der Pianist Michel Petrucciani gastiert heute in Berlin

25.10.1995
Kultur - Seite 23
Philip Lukas

Ein Freund, ein guter Freund - wer möchte das nicht sein? Noch besser freilich ist es, einen solchen Freund zu haben, am besten allerdings einen, der beim Fernsehen ist. Michel Petrucciani hat dieses Glück gehabt. Sein guter Freund heißt Roger Willemsen, und der präsentiert ihn sooft wie möglich in "Willemsens Woche", einer der wenigen Talkshows, die nicht vom vordergründigen Klamauk leben. Wer den kleinen Franzosen im Konzert erlebt, vergißt dessen Behinderung, versteht, daß der Mann kein Mitleid braucht, und bewundert dessen Einfallsreichtum, seine Klangnuancierungen, seine Lust am Fabulieren in Tönen. Zuletzt verkauften sich seine Platten in sechsstelliger Größenordnung, darunter auch das wundervolle, live aufgenommene Album "Au Theatre Des Champs-Elysees". Und er ist einer der wenigen Jazzpianisten, die in der Lage sind, im Rahmen einer Deutschlandtournee auch größere Konzertsäle bis auf den letzten Platz zu füllen.
Sollte das auch beim Berliner Auftritt im Kammermusiksaal der Fall sein - für Jazzfans gibt es heute reichlich Ausweichmöglichkeiten. Ab 21 Uhr tritt die Pianistin JoAnne Brackeen mit einem Quartett im A-Trane auf, zu dem auch der Coltrane-Sohn Ravi Coltrane gehört. Und ab 22 Uhr zeigt der zuletzt in höchsten Tönen gepriesene James Carter im Quasimodo, was alles im modernen Jazz auf dem Saxophon möglich ist.
Philip Lukas
Michel Petrucciani, heute 20 Uhr, Kammermusiksaal der Philharmonie. +++





Klassizist des Jazz

Pianist Michel Petrucciani tot


Von Michael Pilz

Da saß er mit seinem Steinway in der Philharmonie in Berlin und spielte an gegen die Strenge des Konzertsaals. Ganz allein war er, vergrub sich in seinen Tasten. Schlug weite Bögen, überbrückte harmonische Brüche, verirrte sich mitunter in ziellosen Läufen. Bis die Leute endlich auf den Rängen standen. Bis sie ihn freundlich mit ihrem Beifall umfingen, und Michel Petrucciani noch einmal seinen Hocker erklomm. Dann eilte er auf seinen Krücken hinter die Bühne. "The Marvellous", wie er sich nicht ungern nennen ließ. Denn er konnte eitel sein und laut. Doch nach diesem Konzert verschwand er still in seiner Garderobe. Und war allein.Das war vor zwei Jahren, im Februar, und im folgenden Winter war er wieder in der Stadt. Zwischen Baß und Schlagzeug sprang er am Flügel durch die Jazzgeschichte. Michel Petrucciani, der Gesellige, der Entertainer aus Paris. Er war als Klassizist am besten aufgehoben im Jazz. Ein Verehrer der Alten, die Bud Powell oder Thelonious Monk hießen. Und er besaß die Fähigkeit, sie mit leichter Hand zusammenzuführen, sie noch einmal auferstehen zu lassen und dabei mehr Schallplatten zu verkaufen als viele seiner verstorbenen Idole. Vor allem die Deutschen kannten ihn gut aus dem Fernsehen, wo ihn Roger Willemsen regelmäßig in seiner Talkshow spielen ließ. "TV is a magical thing", staunte er, als er sich in den Hitparaden wiederfand. Daß dieser Erfolg auch mit dem öffentlichen Interesse an seiner Behinderung zu tun haben könnte, nahm er gelassen. Petrucciani litt unter einer angeborenen Glasknochenkrankheit, die ihn nur einen Meter wachsen ließ und ihm das Reisen und Konzertieren zur Tortur machen konnte. "Marvellous" hieß auch eines seiner schönsten Alben, und auf dieser Platte hat er vor Jahren schon sein Requiem hinterlassen. "Bésame Mucho" als liebenswert düsteres Memento Mori unter all seinen Klassikern. Am Mittwoch ist Michel Petrucciani in einem New Yorker Krankenhaus an einer Lungenentzündung gestorben. Mit 36 Jahren und fern von Paris.
Artikel erschienen am 07.01.1999

Quelle: http://www.welt.de/data/1999/01/07/622621.html





Der Vogel fliegt nicht mehr

Zum Tod des Jazzpianisten Michel Petrucciani


07.01.1999
Feuilleton - Seite 09 + 10
Ulf Drechsel

Man wird sie nicht mehr über die Tasten eines Konzertflügels fliegen sehen die Hände des Pianisten Michel Petrucciani. Am 5. Januar starb der französische Pianist gerade 36 Jahre alt geworden in New York an den Folgen einer Lungenentzündung. Die Jazzwelt verliert einen ihrer bedeutendsten Jazzpianisten, einen Musiker, der außerdem berühmt war für seine Lebens- und Spielfreude. Seine Liveauftritte zeigten Petrucciani als ungeheuer einfallsreichen, virtuosen und einfühlsamen Pianisten und versprühten darüber hinaus einen Humor und Spielwitz, wie man ihn nur selten findet. Michel Petrucciani ließ sich vom Publikum immer wieder inspirieren, nahm dessen Reaktionen auf und gab sie mit seiner Musik den Zuhörern zurück.
Der Musiker litt an der seltenen Glasknochenkrankheit, war nur einen Meter groß und konnte nicht laufen. Das war mehr als nur ein körperliches Handicap, das Petrucciani seit frühester Kindheit mit Musik zu bezwingen versuchte. "Ich habe viel unter der Krankheit gelitten, als ich jünger war", sagte er. Aber inzwischen wolle er mit niemandem mehr tauschen.
Nachdem sich Petrucciani als Neunjähriger am Schlagzeug in einer Familienband ausgetobt hatte, entdeckte er im Fernsehen Duke Ellington und den Jazz. Ellington-Stücke gehörten bis zuletzt zum Repertoire von Petrucciani. Seine Vorliebe war es, Lieblingsstücke in Medleys zusammenzufassen, die fast eine Stunde dauerten, ohne daß er vorher wußte, in welche Richtung sich die Musik entwickeln würde. Klar war nur der Anfang: meistens Ellington. Mit 18 wollte Petrucciani das Leben kennenlernen und ging in die USA, wo er eher zufällig im Haus von Charles Lloyd landete. Lloyd lebte zurückgezogen vom Musikbusineß und holte sein Saxophon meist nur zu Hause aus dem Koffer, so auch an dem Tag, als er Petrucciani kennenlernte. Sie jammten in Lloyds Wohnzimmer und beschlossen, gemeinsam auf Tour zu gehen. Das war die "Wiedergeburt" von Lloyd und der Beginn der Karriere von Petrucciani.
Seit Anfang der 80er Jahre gehörte Petrucciani zu den Stars der internationalen Jazzszene. Er reiste mit verschiedenen Bands, vor allem aber als Solist um die Welt. "Wenn ich allein spiele, fühle ich mich wie ein Vogel. Ich kann fliegen, wohin ich will", sagte er.
Petrucciani, Vater von zwei Söhnen, lebte in New York und Paris, war außerdem regelmäßig in Hamburg, wo ihn Roger Willemsen zum "Hauspianisten" seiner Talkshow gemacht hatte. Seitdem füllte Petrucciani auch in Deutschland große Säle, zuletzt im Frühjahr 1998 den Friedrichstadtpalast, ein seltener Platz für einen Jazzer.
Petrucciani konnte seine Jazzschule in Frankreich nicht mehr eröffnen, er konnte nicht mehr, wie er es wünschte, mit einem Sinfonieorchester arbeiten. Was bleiben wird, sind mehr als 30 Schallplatten, die er eingespielt hat.





Wie die Schaumkrone auf einer gewaltigen Woge

"Dreyfus Night in Paris": Marcus Miller & Michel Petrucciani

24.10.2003
Feuilleton - Seite 13
Philipp Schwenke


Michel Petrucciani war der große, kleine Mann am Klavier. Gezeichnet von seiner Glasknochenkranheit und nur wenig größer als ein Kleinkind, zauberte er aus seinem Instrument Improvisationen, die perlten, swingten, leuchteten. Im kommenden Januar ist es fünf Jahre her, dass Petrucciani in Paris an einer Lungenentzündung starb. Fast zwanzig Platten hatte er bis zu seinem Tod veröffentlicht, aber, das sagt sein Plattenlabel Dreyfus, "da ist noch einiges in den Archiven".
Zum Beispiel die Aufnahme vom 7. Juli 1994, von der zweiten "Dreyfus Night" im Pariser Palais des Sports, die jetzt in Deutschland erschienen ist. Petrucciani war an diesem Abend Bandleader und Master of Ceremonies eines formidablen Quintetts rund um einen formidablen Bassisten: Marcus Miller.
Schon Miles Davis, Grover Washington jr. und Luther Vandross vertrauten auf Miller, weil er den Bass pumpen und scheppern lassen kann wie wenige sonst. Weil er eine Band zusammenhalten kann und brillante Solos spielt. Und weil er Melodien schreibt, die hängen blieben. "Tutu" zum Beispiel, von Miles Davis gleichnamigem Album, stammt von ihm, und "Tutu" eröffnet auch die "Dreyfus Night in Paris". Miller und Drummer Lenny White rollen den breiten, vertrackten Groove instinktsicher aus, jeder Ton, jeder Break sitzt. Die beiden sind schließlich schon Ende der siebziger Jahre zusammen auf Tour gegangen, da gibt es so etwas wie blindes Spielverständnis. Genauso selbstverständlich lässt auch Kenny Garret am Saxofon die Melodie einfliegen, lässt Michel Petrucciani kleine Fills und große Soli fallen. So gut war "Tutu" selbst auf Millers eigenem Live-Album nicht.
Petrucciani, der Miller spielt, funktioniert; auch bei "The King Is Gone". Millers Stücke sind groove-orientiert, Petruccianis Flügel klingt dazu wie die Schaumkrone auf einer gewaltigen Woge. Er nimmt die Bassläufe auf, dreht sie dreimal durch seine Finger und lässt wieder aus dem Flügel rollen. Millers Bass lässt Oberkörper wippen, Petruccianis Flügel schmeichelt den Ohren.
Umgekehrt klappt das Zusammenspiel allerdings nicht ganz so reibungslos. "Looking up" hat Petrucciani komponiert, ein flockiges, leichtes Thema, zu dem Millers schnalzender Bass nur so einigermaßen passt. Es dauert fast acht Minuten, bis die fünf klingen wie eine Band und nicht wie ein paar Musiker, die zufällig über die gleichen Akkorde improvisieren.
Trotzdem ist "Dreyfus Night in Paris" eine beeindruckende Session mit hervorragend aufgelegten Musikern. Es wird wohl nicht die letzte Aufnahme sein, die von Petrucciani zu hören ist. Da soll ja noch einiges in den Archiven liegen.
Marcus Miller & Michel Petrucciani: Dreyfus Night in Paris (Dreyfus Jazz/ Soulfood); Marcus Miller spielt am Sonnabend und Sonntag im Quasimodo, jeweils um 22 Uhr.
Millers Bass lässt Oberkörper wippen, Petruccianis Flügel schmeichelt den Ohren.





Der Ruhm aus 20 Sekunden

Michel Petrucciani in Berlin

18.02.1998
Feuilleton - Seite 19
Philip Lukas

Zwanzig Sekunden dauert durchschnittlich sein Auftritt in "Willemsens Woche", dann kommt für den Pianisten Michel Petrucciani das Talkshow-Aus. Die Show aber hat den Pianisten bekannt gemacht. Er kann es sich erlauben, mit seinem Trio durchweg in großen Sälen zu gastieren, in Berlin war er im Friedrichstadtpalast. Wie kaum ein anderer Jazzmusiker erreicht der Franzose Hörer, die sonst mit Jazz nicht in Berührung kommen, ja er macht Werbung für den Jazz.
Petrucciani ist kein Neuerer, eher ein konservativer Reformer, der aus der Tradition von Swing und Bop schöpft und dabei die Möglichkeiten eines klassischen Klaviertrios virtuos erweitert. Er hat den Wechsel von Thema und wechselnden Soli ebenso ad acta gelegt wie die Trennung in Rhythmusgruppe und Melodieinstrument. Das Trio versteht sich blind und agiert stets als ein Ganzes, auch wenn alle unterschiedliche Rollen einnehmen. Petrucciani hat für sich die Rolle des klangverliebten Romantikers reserviert, dem eine Melodie stets wichtiger als Rhythmen zu sein scheinen. Sein Widerpart ist Drummer Steve Gadd, der oft stur den Rhythmus punktiert, Bassist Anthony Jackson vermittelt zwischen Piano und Drums. Ob eigene Kompositionen, ob Klassiker wie Duke Ellingtons "A-Train" oder das dramatische "So what" eines Miles Davis, Michel Petrucciani gelingen immer wieder wunderbare Interpretationen der Themen. Hier stimmen Timing und Dynamik, Klang und Rhythmus, Kommunikation und solistische Aktion. Nichts klingt wie ein Standard, das Wiederhören ist wie eine Begegnung mit Neuem. Die Stücke leben. Sie entwickeln sich aus Andeutungen und Wiederholungen von Melodien.



     
Conservatoire intercommunal de musique Michel Petrucciani

Le Conservatoire Michel Pétrucciani est un établissement intercommunal qui favorise l'enseignement de la musique par une pratique individuelle et collective allant d'un répertoire classique à un langage plus contemporain.
Depuis Janvier 2003, le champ d'action du Conservatoire s'est ouvert aux trois nouvelles villes de Ouest Provence : Port-st-Louis-du-Rhône, Grans, et Cornillon-Confoux. Cet élargissement constitue une nouvelle étape dans la vie du Conservatoire qui maintient sa mission axée sur la formation, la diffusion et la création de qualité. 750 élèves de tous niveaux et de tous âges suivent des cours régulièrement. Cet établissement public agrée depuis 1982 et l'enseignement, groupé par départements, est dispensé par des professeurs diplômés d'état ou titulaires du certificat d'aptitude aux fonctions de professeur territorial d'enseignement artistique.
L'approche pédagogique est riche d'un ensemble d'enseignants issus d'horizons différents. Ainsi, chacun dans son domaine peut apporter une dynamique et impulser de nouvelles actions. L'objectif majeur du Conservatoire est d'éveiller la curiosité des enfants, de développer leur ouverture d'esprit et d'aider à leur épanouissement grâce à un enseignement accessible à tous. La formation ainsi dispensée peut susciter de nouveaux talents et peut-être des vocations.
Le Conservatoire coordonne l'enseignement musical sur le territoire de Ouest Rovence et met en œuvre pour participer activement à la construction de la politique culturelle intercommunale.
À ce titre, il poursuit un travail de partenariat avec d'autres structures culturelles et s'associe à l'élaboration de projets transversaux.

Quelle : http://www.ouestprovence.com/fr/vie/conserv/conserv.htm



15 novembre 2001
Conservatoire de musique

Il s'appelle Michel Petrucciani

Inauguré le 14 novembre, par le Président du SAN Pierre Carlin et en présence de François Bernardini, Maire d'Istres, Michel Vauzelle, Président de Région et Michel Pezet, Vice-président du Conseil Général, le nouveau conservatoire de musique va permettre une augmentation très sensible du nombre d'élèves.
Comme toujours, lorsque l'on présente un nouvel établissement au public, les superlatifs sont monnaie courante. C'est en sorte la règle du jeu puisqu'il s'agit d'argent public et qu'il ne peut en être autrement pour les élus ! Et bien tant pis pour "les pisse-vinaigre", il faut le dire sans retenue, le conservatoire qui est venu se nicher dans la pinède du CEC des Heures Claires est d'une bien belle facture. Et s'il allie à l'originalité architecturale qui se remarque, la performance acoustique, critère essentiel à ce type de structure, qui en est attendu, ce sera une réussite sur tous les plans. Les utilisateurs seront vite à même de juger et d'apporter une réponse qualitative, mais il semble dès maintenant que tout a été fait dans ce sens.
Confiée au cabinet Gui Jourdan et Joël Latouche, toute l'acoustique a profité des techniques les plus élaborées et des matériaux les plus efficaces pour répondre à trois exigences fondamentale : qualité de "résonance" interne propre à chaque salle en fonction du type d'instrument, isolation des salles entre elles et enfin isolation contre les bruits extérieurs.

De nouvelles perspectives

Dès le départ, le nouveau conservatoire a vu ses effectifs passer de 500 à 650 élèves. Mais avec ses trente salles de cours, sa salle de répétition, ses salles de formation musicale, ses possibilités d'accueil sont encore loin d'être atteintes. Il semble que dans un avenir proche le chiffres de 800, voire 900 élèves est envisageable. Dans cette perspective, des classes nouvelles d'éveil musical et de percussion sont prévues pour 2002 ainsi qu'une augmentation des quotas horaires des classes de piano.
Le collège Alain Savary prépare aussi un projet, en partenariat avec la nouvelle structure, de classes à horaires aménagées pour les enfants qui envisagent des métiers liés à la musique. Enfin, comme l'avait déjà annoncé le directeur M. Bréchon, avant la mise en chantier du conservatoire, des stages (master classes), seront animées par des musiciens connus.
Certains signes ne trompent pas, Le Conservatoire Michel Petrucciani reçoit déjà la visite de représentants des conservatoires de la région qui semblent intéresser par sa structure et son acoustique et surtout, le chef d'orchestre Jean Claude Casadesus l'a parrainé.

Quelle : http://www.ouestprovence.com/fr/press/parchives/pcult/conserv/reg011115.htm



Le portrait Michel Petrucciani

" Je ne crois pas au génie, seulement au dur travail " " Transmettre à d'autres un peu de la connaissance que j'ai pu acquérir au fil de ma carrière m'apparaît […] comme une priorité dans ma vie. "
" Le jazz est en train de mourir, tous les grands monstres ont disparu, Duke, Parker, Miles, Monk, Bill Evans… Il n'en reste que deux ou trois comme Sonny Rollins et K. Jarret. Ce serait une catastrophe de laisser choir cet héritage, une culture aussi riche, un langage universel qui s'impose dès maintenant comme la musique classique XXI° siècle. "
" J'aimerais penser que je suis quelqu'un de très heureux. Il est capital pour moi donner, passer cette générosité qui est indispensable dans l'art, la musique et la Beaucoup de jazzmen ont un jeu très égoïste. Ceux-là n'ont pas, à la limite, l'envi d'âtre compris… "
" La composition, pour moi, c'est ça. Un moyen de raconter une histoire. Je compose beaucoup pour un individu, en pensant à un musicien précis comme, par exemple, Flavio Boltro. Parce que je sais qu'il va aimer ce solo, parce que la musique va bien le représenter. Je compose comme je vis. C'est de la tchatche à la méridionale. Cela ne s'arrête jamais. J'ai toujours de la musique dans la tête. Je me souviens, je deva avoir huit ans, avoir dir un jour en pleurant à mon père : " Je n'arrête pas d'enter de la musique en moi. C'est comme une radio sans fin. " Je vivais alors un vrai cauchemar. Mon père m'a seulement dit : " C'est bien. Profite de ce don. "
" La rapidité, c'est pas mon choix. C'est ma vie qui va vite. "
à propos de sa rencontre avec Stéphane Grapelli
" Je ne pourrais jamais faire un disque aussi grandiose de ma vie durant. Dans " Flamingo " il y a deux accords et deux notes qui représentent les plus belles choses de ma vie. "
" Ce qui est évident, c'est qu'avec la disparition du pianiste d'Orange un secret rare s'est à tout jamais évanoui : celui d'une énergie solaire, d'une puissance de vie, d'une force d'amour hors du commun… Il était tout et son contraire : à la fois joyeux, rier, grave, tendre, direct, disponible, charmeur, capricieux, tolérant, farceur, roublard, fêtard, paillard, rabelaisien dans son appétit énorme de la vie.
" Pascal Anquetil
" Il m'est arrivé de l'accompagner sur une scène et souvent de me dire : mais comment on peut, avec son état qui était très fragile souvent, avoir cette énergie, cette musicalité, cette sensibilité extraordinaire qu'il avait ? " Michel Portal
" Ce que j'ai vu, entendu était vraiment grand ! "
" Petrucciani, lui, dansait avec ses doigts, arpentant sans relâche et dans tous les sens une avenue blanche et noire qui le mena d'Orange (où il naquit) New York (où il mourut). "
" le petite prince de la musique contemporaine ", extraordinaire pianiste presque autodidacte, 1er musicien français à signer pour le prestigieux label américain Blue Note : Michel Petrucciani
Son parcours de musicien international, son titre de musicien de jazz français le plus connu et populaire de par le monde, sa collection de " victoires " au sens propre comme au figuré, son nom lié aux plus grandes figures du jazz, la consécration, de son œuvre et de son succès, ratifiée dans l'Encyclopédie Universalise… Tout cela nous ferait presque oublier que celui qui a été no 1 des ventes de jazz aux Etats-Unis était si proche et présent ici.
Né en décembre 1962, pas très loin de chez nous, à Orange, dans une famille de musiciens, Michel Petrucciani a laissé des traces très marquées sur le territoire de la Ville Nouvelle et les bords de l'Etang de Berre. Ses passages à Miramas et à Istres, à différents moments de sa carrière, ont souligné son attachement particulier à la musique qui rimait avec amitié et respect, sa générosité simple et extraordinaire qui sonnait sur le clavier des émotions, sa force dans le dialogue qu'il engageait toujours avec les musiciens et le public.
Citons, en clin d'œil, le titre d'une de ses compositions " Two Brothers under the St Chamas moon " , il rappellera à certains le concert à l'auditorium de la Bibliothèque de Miramas, peu après son ouverture, en 1983. D'autres se souviendront du fabuleux concert au Théâtre La Colonne en avril 1990, avec son frère Philippe, à la guitare et enfin des soirées aux Estivales à Istres.
Il nous reste certaines images, il nous a offert 20 ans de musique sur disque (vinyle et CD), il est toujours là, malgré son départ en janvier 1999, dans la foule de nos souvenirs, à portée d'écoute. Son nom inscrit sur le nouveau Conservatoire Intercommunal de Musique et de Danse scelle son empreinte.




Grâce à l'initiative de riverains, il y aura désormais à Paris
une place Michel Petrucciani
Elle a été inaugurée le 5 juillet 2003 par le maire de Paris, Bertrand Delanoe

Alexandre Petrucciani

"Mon père avait une place dans le monde de la musique, il a maintenant une place à Paris", a déclaré Alexandre Petrucciani à l'issue de l'inauguration de la placette qui portera le nom du pianiste de jazz mondialement connu Michel Petrucciani, mort en 1999 à 37 ans. "Il n'a pas seulement une place à Paris ; il a une place dans le coeur de Paris", a renchéri Bertrand Delanoë, entouré d'une brochette d'élus du XVIIIe arrondissement et de la famille du musicien.
C'était le 5 juillet 2003 ; plusieurs centaines de personnes étaient venues à l'angle des rues Sainte-Isaure et Duhesme assister au baptème officiel de cette placette ombragée et ornée d'une mosaïque représentant un piano.
Le couvercle du piano "est coloré comme la musique de Michel, qui rayonnait partout", explique Edouard Detmer, peintre et sculpteur, auteur de la mosaïque. Celle-ci porte en son centre, au milieu d'un soleil, l'inscription "MUSIC", titre d'un album du musicien, qui habitait dans le XVIIIe arrondissement.
L'aménagement de cette placette est dû à l'initiative d'une habitante du quartier, Catherine Hertaut, qui a mobilisé les commerçants et les riverains pour qu'elle ne soit plus transformée régulièrement en dépôt d'ordures et en rendez-vous de dealers. L'idée est née lors d'un repas de quartier organisé à cet endroit-même mais la touche finale doit aussi beaucoup à la rencontre fortuite entre Catherine Hertaut et Edouard Detmer, dans le salon de coiffure voisin.
"C'était il y a deux ans. La coiffeuse était ma propriétaire ; j'étais venu payer mon loyer. Catherine cherchait un nom pour la place. Je lui ai dit pourquoi pas Michel Petrucciani ? A un quart d'heure près, ça s'appellerait peut-être général Gallieni !" raconte Edouard Detmer.
"Catherine a fait passer une liste d'une dizaine de noms auprès des habitants du quartier et les gens ont plebiscité Petrucciani. Après, elle m'a appelé pour aller à une réunion avec le maire", poursuit-il. "Au départ, il était envisagé de faire une peinture éphémère. J'ai proposé de faire quelque chose en mosaïque."
Né à Paris en 1955, Edouard Detmer est un enfant de la DDASS. Il a fait la connaissance de Michel Petrucciani à Montélimar où les parents du pianiste avaient un magasin de musique. "Quand je voulais un disque, c'est là que j'allais. J'ai commencé à donner un coup de main à ses parents. Il avait six ou sept ans, moi 12 ou 13. Un jour son père m'a demandé de l'aider à monter un piano dans l'appartement. C'était un piano pour Michel. C'est là que j'ai appris son existence. Il jouait déjà comme un Dieu", explique-t-il.
La confection de la mosaïque a duré 40 jours pendant lesquels Edouard Detmer a été une véritable attraction pour les passants des rues Sainte-Isaure, Duhesme et Versigny. L'inauguration initialement prévue le 14 juin a été reportée à cause de retards accumulés, notamment du fait des intempéries. Finalement, Edouard Detmer a dû travailler jusqu'à 3h30 du matin dans la nuit du 4 au 5 juillet pour achever son oeuvre à temps. "J'ai fait ça pour Michel. Il avait une volonté, une puissance de travail, une intelligence hors pair."

Quelle : http://www. Ailleurs.htm




Ausgabe Februar 1999

MEMORIAL

Liebeserklärungen ans Publikum

Zum Tod von Michel Petrucciani

Autor:
Bert Noglik
Foto: Ssirus. W. Pakzad

Er war ein Meister der sensiblen, zuweilen auch der sentimentalen Klänge, ein Pianist mit einer bewundernswerten Anschlagkultur. Er wußte um das Zarte, das Zerbrechliche, vermochte aber gleichwohl mit Virtuosität und Vehemenz seine Entschlossenheit, seinen Lebenswillen zu bekunden.
Michel Petrucciani zeigte sich stets inspiriert von amerikanischen Jazzmusikern im weiten stilistischen Spektrum von Art Tatum bis Oscar Peterson oder Bill Evans. Aufgewachsen als Sohn italienisch-französischer Eltern in der Provence, hat er zugleich etwas Eigenes eingebracht, das auch mit seinen europäischen Prägungen, mit seiner Bewunderung für Komponisten wie Ravel, Debussy oder Rachmaninow zusammenhängt. Auf seinem Soloalbum "Live in Germany", von dem keiner ahnen konnte, daß es sein letztes werden würde, kann man das nachhören. Vor allem ging es ihm darum, in die Musik all seine Emotionen hineinzulegen. "Ich singe gern", bekannte er in einem Interview, das ich mit ihm führen durfte, "das ist mein sizilianisches Herz, liegt bei mir vielleicht im Blut. Auch als Pianist fühle ich mich manchmal eher wie ein Opernsänger oder wie ein Trompeter. Das Piano bietet mir die Möglichkeit, beides zu kombinieren: Gesang und Percussion."
Mit enormer Energie und einem überquellenden Talent widmete sich Michel Petrucciani von jungen Jahren an dem Jazzpiano. Unter dem Eindruck seines Spiels fand der Saxophonist Charles Lloyd, der sich jahrelang von der Jazzszene fernhielt, zum lebendigen Kontakt mit dem Publikum zurück. Neben Charles Lloyd waren es keine geringeren als Dizzy Gillespie, Wayne Shorter, Joe Henderson oder Stéphane Grappelli, die mit dem kleinwüchsigen, dem musikalisch so großartigen und generösen Pianisten gespielt und ihm ihre Anerkennung bezeugt haben. Besonders zu faszinieren vermochte der Pianist, der in Deutschland nicht nur wegen seiner Fernsehauftritte große Popularität genoß, mit seinen Solokonzerten. Er wolle sich in Zukunft hierzulande deutsch mit dem Publikum unterhalten, sagte Michel bei einem seiner Besuche. Das Sprachlehrbuch hatte er bereits im Gepäck und die ersten Lektionen schon gelernt.
Michel Petrucciani, der am 6. Januar 36jährig in einem New Yorker Krankenhaus an einer plötzlich auftretenden Lungenentzündung gestorben ist, liebte das Leben und brauchte es wohl auch, vom Publikum geliebt zu werden. Als ob er geahnt hätte, daß er nicht endlos Zeit haben würde, sich in Konzerten mitzuteilen, gab sich Michel Petrucciani nie geizig mit Klängen oder Zugaben, hat er sich mitunter beinahe an das Publikum verschenkt. Gesundheitlich gefährdet war er, der an der seltenen Glasknochenkrankheit Leidende, der nur knapp einen Meter groß wurde und weniger als dreißig Kilogramm wog, wohl stets. Ich werde nie vergessen, wie ich ihn einmal zur Bühne begleitete und regelrecht zitterte, als wir all die schweren Stahltüren passierten. Michel machte sich mit Witzen Luft gegen das ihn stets befallende Lampenfieber. Doch dann, wie immer, wenn er am Instrument saß, schien alles vergessen, gab es nur noch die Hingabe an die Musik und die Zuhörenden. Bewundernswert, wie sich Michel über seine Behinderung hinwegzusetzen, dem Leben zugewandt, oft geradezu lebensfroh mitzuteilen und damit auch anderen Mut zu machen vermochte.
Eine der Kompositionen von Michel Petrucciani trug ursprünglich eine rein private Widmung. "Ich schrieb das Stück", offenbarte der Pianist, "als Liebesbrief für meine Frau. Aber mittlerweile ist es auch ein Liebesbrief an das Publikum. Es ist doch großartig, wenn ich die Leute anderthalb Stunden mit meiner Musik glücklich machen kann. Mehr habe ich nie gewollt."

Quelle: http://www.jazzzeitung.de/ausgabe9902/michel_petrucciani.htm



Wednesday, August 24, 2005
Michel Petruciani: A Farewell and a Last Review
By Thierry Pérémarti @ 12:36 PM :: 0 Comments :: 975 Views

by Thierry Pérémarti
New York correspondent for Jazzman

Intense! He was intense, that's it! Fragile, naïve, and impressionable-stubborn, demanding, but incredibly generous. Yes, he gave it all. Because there was no room for things half done, half lived or half loved. Today I still don't understand how he did what he did. That piano was so big ("all those teeth" he said at four years old), and he tamed all of them.
On New Year's Eve, he played my son's keyboard; a ridiculous battery-operated 19-key toy. That was his last time, his last song, "Jingle Bells." He was my friend. "It's been 13 years, motherfucker! Hope we'll have 13 more years," he said, raising his Champagne glass at midnight.
It's been a week and I still can't believe it. He's going to call. Pianos are waiting.

- January 1999




He's happy, Michel Petrucciani, and we can hear it. The man has blossomed; he has found the balance necessary for a new creative outburst. If his art and his life have drawn from Romanticism (imagination, intensity, naked emotion, sublimation, a certain sense of drama, of the infinite, the yearning to travel young-Big Sur-striking out on his own); today his music expresses a new and unexpected joviality, and this last recording displays it.
Today the pianist-composer exhibits a disarming simplicity in his writing, reflecting the simplicity with which his life has lately been blessed. It is this happiness, this balance that are at the core. But make no mistake: Petrucciani still displays enormous sensuality, an untiring and measureless appetite for life, and for that matter, his expanding career these past two years has propelled him into the ranks of the most prominent European artists. His next recording projects-solo, trio, or philharmonic-will not fail to prove it.
He must move, go forward, create new situations. Michel Petrucciani is anything but an indulgent musician, frozen in what he has already won or in what suits him best. He loves adventure, even if he meticulously measures the risks. In 1987, many believed him to be forever entrenched in the acoustic trio. But he simply had his head somewhere else, ears and heart more electric. Even if it meant disappointing a good part of his French audience, he demonstrated that the freshness of his music could just as well accommodate itself to synthesizers and an electric bass.
In 1994, at the very time one imagined him nearer the duet or piano solo, he surprised us with a string quartet, a difficult and risky formula but he met the challenge. In 1997, after spending months and months perfecting the art of solo piano, he has put together a trio with a fantastic rhythm section-Anthony Jackson, Steve Gadd-modulating into a surprising sextet. Throughout the past seventeen years (since the release of "Flash," his first record in 1980) Michel Petrucciani has trusted the audience to recognize the richness of his talent.
Because he plays a jazz of the heart, of dazzling emotions around dancing melodies, closer to popular yearnings than to flights of intellectual fancy and cerebral coldness; because today the virtuoso of kinetic composition writes filmic themes of disconcerting familiarity (cf. Brazilian Like, Guadeloupe, On Top of the Roof, and particularly Colors, with its abrupt spatiality as early as the first phrase of the theme, setting a temporality and throwing the melody into relief in a very personal way), Michel Petrucciani is the pianist of miraculous immediacy, of rediscovered happiness-as if we always have known these tunes-whether he seizes the piano around the waist with an unprecedented power or illuminates it with his sublime touch.
The arrangements of the legendary Bob Brookmeyer, poetry made-to-measure, show the compositions to their best advantage, preserving their character and at the same time setting off their identity. This record also shows a playful sense of humor and moods (bossa nova, lounge music, science fiction), with nods to Rodgers & Hart (Petite Louise), Return to Forever (35 Seconds of Music and More), Maurice Chevalier (On Top of the Roof) and the Hollywood musical (Chloé Meets Gershwin, which recalls A Foggy Day and Seven Brides for Seven Brothers).
In New York City, where he hasn't recorded since 1992, Michel Petrucciani has just penned the most captivating storyboard of his career.

- September 1997

Copyright ©1999 Steve Voce
Copyright ©2003. All rights reserved.

Quelle: http://www.jazzinchicago.org/





Michel Petrucciani

February 17, 1990, I arrive at the Davout studio, it's 9 am. I remain persuaded that my booking agent made me a joke yesterday evening on the phone :
"Serge, you will record tomorrow morning with Michel Petrucciani in duet!!! I just leave his place, he has listen to your tapes, found your music very interesting and want to help you to start your career as others helped him to start his..."
Michel Petrucciani! Only that ! and in duet moreover! You speak, it's still one of these joke... God sake... he is there, smiling, in front of the studio and 10 mn early moreover! I am literally paralysed and unable to remember my name... A few moments later, (or a few centuries...) we are in front of the two hudge grandconcert pianos which are fighting to know which of both will have the honor to make team with Michel and which will have the chance to destroy me ... Of course I let him test the pianos in first. With some difficulties he crossed the obstacle of the chair and start immediately to play as if he was already recording.
He played with so hudge POWER that after a few notes he broke a string under the confused glance of the tuner, which would never have believed this possible...
I really became aware at this moment at which point his play, beyond its exceptional artistic qualities, could be also intense from the point of view of his relationship with the keyboard.
We made 5 versions of his famous "O Nana O Yé" by learning gradually the mechanisms of the duet, which we had never made before. Not being really satisfied with my play I would have agreed to continue but he was exhausted, he had given all he had and this, since the first take. He had this capacity very rare to be immediately at the top, which is the mark of the greatests. I measured with time at which point his gesture, so extraordinarily generous, had had an impact on my way of approaching the instrument and the music in general.
I very often remember, before a recording or a concert, the scene of the broken string... I measure bitterly today at which point I miss these moments spent with him...
Thank' s for all, Michel,
Serge Forté Jazz Magazine, February 1999



In "Letter to Michel Petrucciani" I tell my "physical" meeting with Michel but, of course, I knew him "musically" since a long time. The first time that I heard about him was at the beginning of 1980 when he was on the cover of the french newspaper Jazz Magazine. I do not have any more this newspaper but I remember it well: he was sitting in front of a white grand Steinway, wearing a black tuxedo with a black hat on the head. Obviously, my first impression was the surprise and I confess that I did not take all that with serious, thinking of a "marketing stuff". I thus did not precipitate to buy one of his Cds whose newspaper praised me so much the qualities.
A few weeks later, living at the time 20 km near from Vienna (France), I went naturally to the festival, invited by a friend. This detail is important because I didn't know the program.
To intensify the whole thing, I was late and the first concert had already started. For those who never went there, it should be understood that the festival proceeds in a Romain circus and that one enters while looking at the stage on side on the line. While I was arriving I clearly heard a pianist who practically played like "Bill Evans" but between the prospect and the lights I almost did not see him. I end up making the turn by the galleries and finding me in front this time. There, my impression was extraordinary! I didn't make the connection with Michel and in my head, I thought with stupor, that there was in front of me a 5 year old kid who played the piano like Bill Evans !... My friend founded me and explained that it was Michel Petrucciani! The concert was fantastic. At one time, I had a flash in my head: "I will work hard because I will like to work one day with him !". I swear God that it is true !

Thereafter, I often had the chance to see his concerts and I was never surprised by the extraordinary reaction of the public each time, because I had myself be under the spell by his charisma the first time. What was really surprising, was his great musical maturity. He was ready at 14! When we finally met he told me: "you know Serge I am in a hurry, I am stressed, I am not like you, I do not have time, it is necessary that I do a lot of things, I am in a hurry". This pressure which he put, because of his life expectancy that one predicted to him short, gave him this incredible force which he released, in particular while playing (listen to the power of his accents !) and which enabled him to live 10 years more than the most optimistic forecasts. His natural happiness also helped him a lot. He was all the time telling or making jokes ! It is this mixture of force, happiness and maturity which I retain of him today and of which I try to be inspired every day.

Quelle: http://www.ellaprod.com/jazzinforte/fr/?folder=portraits



Michel Petrucciani ( 28. 12. 1962 - 6.1.1999 )
"Michel Petrucciani oder Die Magie der Musik" - so heißt die Überschrift eines großen Interviews des Fachmagazins "Jazzpodium". Das Titelblatt der Januar-ausgabe 1999 zeigt den französischen Tastenkünstler am Telephon, auf den Armen seines deutschen Freundes Roger Willemsen und an der Seite des berühmten Jazzgeigers Stéphane Grappelli.
Nun ist der vor 36 Jahren im südfranzösischen Orange geborene Jazzmusiker überraschend an den Folgen einer Lungenentzündung in seiner zweiten Heimat, in der Jazzmetropole New York, gestorben.
Im Februar konnten wir diesen großen Musiker in der Stuttgarter Liederhalle zuletzt erleben, vor fast neun Jahren im Theaterhaus zum ersten Mal. Dazwischen lagen mehrere Konzerte in Stuttgart und seine Auftritte in der ZDF-Talk-Show "Willemsens Woche", die ihn in Deutschland populär gemacht haben.
Alle die ihn gesehen haben, mußten sich fragen, wie es möglich sei, daß dieser knapp einen Meter messende Mann, der unter der seltenen Glasknochen-krankheit litt, so phantastisch Klavier spielen konnte. Ein physisches und ein mentales Wunder. Petruccianis Füße waren durch ein Gestänge mit den Pedalen verbunden, seine Hände konnten zwar eine Oktave greifen, die Spanne seiner Arme aber reichte für die ganze Klaviatur nicht aus. So rutschte er auf seinem Klavierstuhl hin und her. Und wie war es möglich, daß ein derart behinderter Mensch so tänzerisch leicht, swingend, beseelt, kraftvoll und virtuos spielt, ohne sein Leid - etwa mit den Dissonanzmitteln des freien Jazz - in die Welt hinauszuschreien? Leidenschaft statt Leid, schien das künstlerische Motto des zweimal geschiedenen Vaters zweier Kinder zu sein, der seine Krankheit unglücklicherweise vererbt hat. Als er selbst ein Kind war, sagte er, habe er sehr gelitten, aber nun wolle er mit niemandem mehr tauschen. Den Unterschied mache allein die Musik aus. Die leichteste Form der Existenz, sagte Brecht, sei in der Kunst. Für Petrucciani, der täglich bis zu neun Stunden übte, galt dieser Satz ganz besonders.
Durch seine überragende künstlerische Begabung ist dieser kleinwüchsige Mensch zu einem großen Star des Jazz geworden. Mit achtzehn erhielt er - als erster Europäer überhaupt - einen Plattenvertrag von Blue Note. Er zählte zum kleinen Kreis der Auserwählten von Miles Davis und hat - während und nach seinen New Yorker Jahren - quasi mit allen Größen des Jazz musiziert. Franck Cassenti hat ihm den Film "Lettre à Michel" gewidmet, in dem er diese starke Persönlichkeit mit ihrem Humor und all ihrer Vitalität portätierte.
Nun ist Michel Petrucciani tot. Aber er hinterläßt auf über dreißig Schallplatten, auf Konzert-mitschnitten und in aufgezeichneten Gesprächen ein Erbe, in dem aufgehoben ist, was ihn vor allen anderen auszeichnete: seine unverwechselbare einmalige Kunst.

Thomas Staiber

Quelle: http://www.thomas-staiber.de/mu_petruc.htm



Michel Petrucciani
(Orange, France 28.12.1962 - New York, Ssa 06.01.1999)

Young pianists who quickly rise to stardom by virtue of their tone (choice of colors) as well as their style (particular phrasing) are rare enough for their singularity to be emphasized. For about fifteen years, Michel Petrucciani has been one of them. The hero of a success story in the American style, this pianist seems to have stuck to one logic; his crazy love for music.
Michel Petrucciani was born into an utterly musical family (his father Tony is a guitarist, his brothers Louis and Philippe are respectively a bass-player and a guitarist). He was very young when, quite by chance, he discovered the piano. "My father told me that one evening, looking at a pianist on TV at the age of four, I exclaimed, pointing at the scree - I want to play this instrument." The pianist was Duke Ellington.
Much later, at the age of thirty, in a solo album called Promenade With Duke, Michel paid an emotional tribute to the man who first inspired him to want to play the piano. For Christmas, his parents gave him a small toy piano. Seeing it, Michel asked for a hammer, then smashed the plaything to pieces. "And now, I want to have a real one." Impressed by such determination, his father bought him an old piano that was falling apart, and made an extension so that Michel's feet could reach the pedals. The adventure had just begun. "For eight years, the piano was strictly limited to classical studies. Classical training is fundamental. That is the way to learn discipline and develop techniques." Throughout his life, Michel never missed an opportunity to pay tribute to his father. "I will never thank him enough for having brought me up just like my two brothers, without special privileges. Now I am grateful to him for having been so strict and demanding of me. He taught me everything. He let me discover all of the great jazzmen, feel and experience music intensely, understand that the life of an artist is one of work, requiring effort and a lot of energy. Even now, I still learn much from him. I care for his opinion much more than for anyone else's and he remains my severest critic. If I am what I am now, it is because I have done my best to achieve what my father expected of me. That's why in 1992 I decided to play a duo with him, on a tour called "Like Father, Like Son". It gave me at last the real joy of telling him - Now it's my turn to take your hand and introduce you to the public."
When Michel Petrucciani was thirteen, he gave his first concert as a professional at the Cliousclat Festival. Also performing was the American jazzman Clark Terry, who needed a pianist that day. When Michel offered him his services, the trumpet player thought it was a joke. " 'Let's play the Blues,' I said. The minute I played, he took me into his arms, and that was it..." At the age of sixteen, Michel met Aldo Romano at a village fair. The drummer -- whom Michel often called his "guardian angel" -- decided to take him under his wing. With Mike Zwerin's assistance, he soon produced his first record Flash. Next, he introduced Michel to OWL Records' young producer Jean-Jacques Pussiau. "Two days later, we were in studio. Now that I am well known, a lot of people want the credit for discovering me. The truth is that Aldo Romano and Jean-Jacques were the first who made way for me." With six albums for OWL between 1981 and 1985 including the splendid duo album with Lee Konitz entitled Toot Sweet.
In 1981, performing for the first time at the Paris Jazz Festival, he was a sensation at the Theatre de la Ville. A new star of the piano was born, with a language all of his own firmly rooted in jazz.
The following year, Michel decided, as a challenge, to set off to America. He landed in New York where a friend gave him the address of a musician living on the West Coast. When he arrived at Charles Lloyd's Californian retreat two weeks later, he was unaware of this great sax player who had discovered a young pianist named Keith Jarrett in the Sixties. "Learning I was a jazz pianist, he at once suggested I should play on his Steinway. On hearing me, he went and fetched his saxophone right away. For two days, we played non-stop together as in a dream, just like that. This shared adventure lasted five years and resulted in three albums. Charles Lloyd really opened every door for me. I could not have had a better start for my American career."
Then things went very fast for the "French wonder boy" jazz pianist. Within a few years, Michel Petrucciani had prestigious encounters with the best jazzmen and rhythm sections in the world. Among the drummers - Roy Haynes, Al Foster, Jack DeJohnette; among the bass players - Charlie Haden, Dave Holland, Gary Peacock, Eddie Gomez, Stanley Clarke, Cecil McBee; among the guitarists - Jim Hall, John Abercrombie, John Scofield; among the saxophonists - Lee Konitz, Joe Henderson, Wayne Shorter, David Sanborn, Gerry Mulligan and finally the legendary trumpeter Dizzy Gillespie.
In 1986, at age 21, he became the first French musician to sign with the prestigious Blue Note Label, where he recorded six albums. Since his American success, Michel continued to travel the world, with a youthful energy, forever changing his music groups and environment. "I get bored quite easily if I don't change. This need shows even in my daily life. At home, I keep moving the furniture round. It is the same with music. I just have to create constantly."
Michel Petrucciani was one of his generation's consistently great musicians. Maybe it is because, as Francis Marmande wrote "he is not like we are, but like we should be". In Jazz Magazine, Michel confided in Aldo Romano - "I see music almost like a god whom you must not cheat. You must keep a clear soul, be sure that what you do is really what you want to do...." Michel's father told him - "Whenever you do something, you have to be the best, or else it is no use, you clear off." He listened to his father and he proved it again with his album entitled Marvellous, his first release for Dreyfus. With Dreyfus Jazz, the pianist found a very motivated and sensitive team and he was delighted. Marvellous was built around Michel's string quartet and a superlative rhythm section (Tony Williams and Dave Holland). This release was a first of its kind and displayed Michel's lyric sensitivity, harmonic inventiveness and his sense for plain, strong and tuneful melodies. "I am something of the Pavarotti of jazz," he liked to say with a burst of laughter. In June of 1994, Michel teamed up with legendary organist Eddy Louiss and the duo topped the bill for three nights at the Petit Journal Montparnasse, the famous Paris club. Two CD's of this performance were released - Conference de Presse issued in September 1994 broke all records for jazz sales and Volume 2 which was released in October 1995. Michel, was also on a solo tour across Europe in 1994. In November 1995 he performed at the Theatre de Champs-Elysees where, in front of a packed house, he gave a concert that was critically acclaimed by all the press, which has been released on a double CD, Champs-Elysee. In early 1996, with boundless energy and ideas for new projects Michel turned his attention to recording an album with one of his idols, Stephane Grappelli. After much coordination between the two musicians' schedules, a three day slot was fixed in Paris at the Davout Studios. Michel and Stephane were accompanied by the great Roy Haynes and George Mraz and the result was the album Flamingo which was released in September 1996.
1997 was a triumphal year for Michel who toured as a soloist in Germany, Italy, France and, of course, performed at all the festivals. A sextet tour followed, featuring Anthony Jackson on bass, Steve Gadd on drums, Bob Brookmeyer on valve trombone, Flavio Boltro on trumpet and Stefano di Battista on alto and soprano saxophone. The group would prove to be one of Michel's most rewarding efforts, performing into the following year and recording Both Worlds for Dreyfus Records which was released in mid-1998. The CD is comprised entirely of Petrucciani compositions. The recording spotlights the lyrical beauty of Michel's compositions coupled with Brookmeyer's challenging and arresting arrangements. Their writing expertly captures the strengths of this distinctive sextet.
On January 6th, 1999, Michel Petrucciani passed away in New York City from a pulmonary infection. The jazz community lost one of its original, instrumental voices. At the time of his death the revered pianist and Dreyfus Records were readying a release of Solo Live, documenting Michel's 1997 solo tour of Europe. Recorded live in Frankfurt, Germany on February 27, the program that evening featured a number of original compositions including the extended "Trilogy In Blois (Morning Sun, Noon Sun and Night Sun In Blois)" and the lyrical "Chloe' Meets Gershwin". Michel also pays homage on Solo Live to a couple of his heroes with an expansive rendition of Duke Ellington's trademark "Caravan" and a medley of his own "She Did It Again" and Billy Strayhorn's "Take The A Train". Michel's enthusiasm for the project and the precious opportunity for us to experience the unrestrained freedom and creativity afforded by the solo format, allow us a chance to appreciate the genius that was the art of Michel Petrucciani in its undiluted, crystalline form. He will be sorely missed but the legacy of one of music's most revered pianists lives on.

Quelle: http://www.sinewaves.it/petrucciani.htm



BBC NEWS
Thursday, January 7, 1999 Published at 00:27 GMT

Entertainment
Jazz world mourns Petrucciani



Petrucciani made his first recording aged 17

French jazz pianist Michel Petrucciani has died in a New York hospital. The 36-year-old, who suffered from osteogenesis imperfecta, a rare bone disease that restricted his height to three feet, died at Beth Israel Medical Centre in Manhattan on Wednesday.
His record company in Paris said that he had contracted a severe lung infection.
Petrucciani, who turned 36 on 28 December, was born in Orange, France, into a musical family.

Made light of his disease

Classically trained as a very young child, he learned jazz piano from the age of 4.
He was admired for his improvisational skills and for fusing jazz with modern sounds, and was the first Frenchman to sign up with EMI's prestigious New York label Blue Note.
He made seven records for the company between 1986 and 1994 and won numerous prizes.
On stage he often cracked jokes and made light of his bone disease - despite the fact that he had difficulty walking and often had to be carried and placed by his piano.
He used a special extender to reach the instrument's pedals.

Performing at the Montreux Jazz Festival in 1996
"People always talk about my size, but it's what you have in your head that's important," he once said in an interview with Jazztimes magazine.
His brittle bones and fragile body often presented painful obstacles.
In 1995, a tendon snapped in one of his hands, leaving the little finger paralysed.
In the mid-1980s, Petrucciani told an interviewer in People magazine that he hoped to write a symphony and make music for films.
"And I would like to be really old, with my feet up on a chair, holding a glass of wine and telling stories to all my great-grandchildren," he told the interviewer.
Petrucciani's albums included Life at the Village Vanguard (1984), Pianism (1989) and Promenade with Duke (1993) - a solo album in homage to Duke Ellington.

Chirac tribute

Michel Petrucciani talks of his ambition to teach jazz (in French)
He had been hoping to set up an international jazz school in France.
He said: "It has been my life's ambition to start a high-level jazz school, to teach the new talent and also even experienced people who could come and meet and share musical moments, creative moments together.
"It's my life's work," he said. "Jazz is dying out."
Among those to pay tribute was French President Jacques Chirac, who said Petrucciani "was an example for everyone".
He praised his ability to "renew jazz, giving himself up to his art with passion, courage and musical genius".
Prime Minister Lionel Jospin also lauded Petrucciani's ability to "transmit great aesthetic emotions".
Jazz drummer Aldo Romano, who discovered the 17-year-old Petrucciani in his native Provence, stressed the need "to continue playing this music, which is among the most beautiful in the world".
French violinist Didier Lockwood said he was "knocked out and shocked" by news of the death of his friend, whom he called "one of the greatest jazz pianists of the century".
He leaves his wife, Erlinda, and two children, a spokesman in New York said.

Quelle: http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/250128.stm

BBC NEWS
Donnerstag, den 7. Januar 1999 Herausgegeben um 00.27 Uhr GMT

Unterhaltung
Jazzwelt trauert um Michel Petrucciani



Petrucciani nahm sein erstes Album im Alter von 17 Jahren auf

Der französische Jazzpianist Michel Petrucciani ist in einem New Yorker Krankenhaus gestorben.
Der 36 jährige, der an Osteogenesis Imperfecta litt, eine seltene Knochenkrankheit welche ihn nur einen Meter groß werden ließ, starb am Mittwoch im Beth Israel Hospital in Manhattan.
Seine Plattenfirma in Paris teilte mit, dass er sich eine schwere Lungenentzündung zugezogen hatte.
Petrucciani, der am 28. Dezember 36 geworden ist, wurde in Orange, Frankreich in einer musikalischen Familie geboren.

Er nahm seine Krankheit leicht

Als sehr junges Kind klassisch ausgebildet lernte er im Alter von vier Jahren Jazzklavier.
Er wurde für sein Improvisationsgeschick und die Fähigkeit den Jazz mit modernen Sounds zu verbinden bewundert und er war der erste Franzose, der einen Vertrag bei Blue Note Records unterschrieb.
Er machte sieben Alben für diese Plattenfirma und gewann zahllose Preise.
Trotz der Tatsache, dass er Schwierigkeiten beim Gehen hatte und oft zum Klavier getragen werden musste, machte er auf der Bühne oft Witze und nahm seine Krankheit leicht.
Er benutzte eine spezielle Vorrichtung um die Pedale des Instruments betätigen zu können.
"Die Leute reden immer über meine Größe, aber es geht um das was du im Kopf hast, das ist wichtig", sagte er einmal in einem Interview mit dem Jazztimes Magazin.
Seine porösen Knochen und sein zerbrechlicher Körper brachten oft schmerzvolle Hindernisse. Im Jahr 1995 riss eine Sehne in einer seiner Hände, wonach der kleine Finger gelähmt war. Mitte der Achtziger Jahre erzählte Petrucciani einem Interviewer im People Magazin, dass er gerne eine Symphony oder Filmmusik schreiben möchte.
"Und ich möchte richtig alt werden, meine Füße auf einem Stuhl, ein Glas Wein haltend und meinen großartigen Enkeln Geschichten erzählen", sagte der dem Gesprächspartner.
Petruccianis Alben waren z.B. "Life At The Village Vanguard" (1984), "Pianism" (1989), und "Promenade with Duke" - ein Soloalbum als Homage an Duke Ellington .

Ehrung von Chirac

Er hätte gern eine internationale Jazzschule in Frankreich gegründet.
Er sagte: "Es war der Ehrgeiz in meinem Leben eine Jazzschule mit hohem Niveau zu eröffnen, um sowohl den neuen Talenten als auch erfahren Leute etwas zu lernen, welche sich treffen und zusammen musikalische Momente, kreative Momente teilen könnten.
"Das ist mein Lebenswerk", sagte er. "Jazz stirbt aus".
Jacques Chirac war unter denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen. Er sagte Petrucciani "war ein Beispiel für jedermann".
Er lobte seine Fähigkeiten "den Jazz zu erneuern, sich mit Leidenschaft seiner Kunst hinzugeben, Mut und musikalisches Genie".
Premierminister Lionel Jospin lobte außerdem seine Gabe "große ästhetische Gefühle übermitteln zu können".
Jazzschlagzeuger Aldo Romano, der den 17-jährigen Petrucciani in seiner Heimat-Provinz entdeckte, betonte die Notwendigkeit "diese Musik weiterhin zu spielen, weil sie zu den schönsten der Welt gehört"
Der französische Geiger Didier Lockwood sagte er war "niedergeschlagen und schockiert" über die Todesnachricht seines Freundes, den er "einen der größten Jazzpianisten des Jahrhunderts" nannte.
Er hinterlässt seine Frau Erlinda und zwei Kinder, sagte ein Sprecher in New York.

Übersetzung: Sven Ochsenbauer





MICHEL PETRUCCIANI AVAIT CHOISI D'ÊTRE PÈRE
Alexandre, malade, mais héritier de sa force de vivre

ROME, 8 février 1999 (ZENIT) - Le génial pianiste Jazz, Michel Petrucciani, et sa femme, Marie-Laure, savaient que leur fils Alexandre était affecté, comme son père, d'ostéogénèse incomplète, mais ils ont voulu assumer cette responsabilité : " Sinon, cela aurait été comme me renier moi-même ", expliquait l'homme " aux os de cristal ".
Il avait joué devant le pape Jean-Paul II et pour les jeunes, à Bologne, en 1997, lors du Congrès eucharistique international, et encore, le 19 décembre dernier, lors du concert de Noël au Vatican : un rendez-vous qui aide à financer la construction de 50 églises dans la périphérie de Rome pour l'An 2000. Il est décédé le 6 janvier. Interrogé sur son choix de devenir père, Michel Petrucciani, dont la taille a été limitée à un mètre par la maladie, déclarait : " Nous nous sommes rendu compte que mon fils était atteint de la même maladie que moi, même avant sa naissance. Mais renoncer à lui, ç'aurait été comme renier tout ce que j'ai été ".

Le virtuose venait d'interpréter la " Little piece in C for you ", lors du concert du Vatican, captivant l'auditoire, lui que le musicien Wayne Shorter avait appelé un " lutteur né ". Puis il prit la parole, dédiant son intervention à son père. C'est lui en effet qui, en le traitant comme il traitait ses autres enfants, malgré son handicap, lui a donné la possibilité, de devenir l'un des grands de la musique de ce siècle.

Lorsqu'à l'âge de 4 ans, Michel, fils d'Antoine Petrucciani, un guitariste de jazz italo-français, vit Duke Ellington jouer du piano à la télévision, il s'écria : " C'est cela que je veux ! " Mais il se mit même en colère lorsqu'on lui offrit un piano-jouet. Il voulait jouer " pour de vrai ! " Alors son père lui en offrit un d'occasion et c'est ainsi qu'allait commencer une brillante carrière

C'est son père encore qui réalisa pour lui un ingénieux système en bois pour que ses pieds puissent actionner les pédales du piano. Et, après des leçons de piano classique, il put se livrer à sa passion : le jazz. Il jouait avec son père et ses frères : Philippe à la guitare et Louis à la contrebasse. Et c'est à 13 ans qu'il donna son premier concert. Puis vint l'expérience douloureuse de voir régresser les ventes de ses disques. Il passe par la dépression. " À cette époque, avoue-t-il, j'ai vraiment voulu mourir. Alors je me suis jeté dans les escaliers d'un bar, en me débarrassant de mes béquilles, et je me suis évanoui. Mais, malgré la fragilité de mes os, je ne me suis même pas cassé une côte ! Je ne me suis rien fait ! Je me suis dit que Dieu ne voulait pas que je meure. Ce n'était pas mon heure... Je me suis remis et les choses ont recommencé à aller mieux ".

Lors d'une entrevue, il dit un jour à son public : " Vous avez de la peine à penser qu'un être humain puisse continuer à être un être humain s'il ne dépasse pas un mètre de haut. L'important, c'est ce que tu as dans la tête, pas comment ton corps est fait "

Au début des années '90, il signe avec une autre maison de disques et les succès se suivent. Sa carrière se poursuit à un rythme frénétique, comme s'il devinait qu'il lui reste peu de temps à vivre. Son répertoire s'enrichit. En 1996, c'est le fameux duo avec Stéphane Grappelli, " Flamingo ", qui dépassera les cent mille exemplaires. Puis le disque d'or.

Mais, en janvier dernier, à New-York, malgré le froid, il veut jouer. Il semble souffrir d'une crise d'asthme. La pneumonie est galopante. Et, le 6 janvier, il nous quitte, comme emporté dans l'Épiphanie de Dieu. Il laisse un héritier de sa force de vivre : le jeune Alexandre.
ZF99020804

ZENIT
C.P. 18356
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Communiqué du président de la République M. Jacques CHIRAC suite
au décès de M. Michel PETRUCCIANI


PRESIDENCE DE LA REPUBLIQUE
COMMUNIQUE
Paris le 6 janvier 1999

J'apprends avec tristesse la soudaine disparition de Michel Petrucciani. Pianiste de renommée internationale, il avait su renouveler le langage du jazz, se donnant à son art avec passion, courage et génie musical.
Sa mort sera très durement ressentie par tous ceux qui vivent la musique. Pour tous, il était un exemple.




1998 Montreux

The 32nd Festival scored another success with the public, attracting some 200 000 visitors in all. The British musician and singer, Phil Collins, drew a likeable drummer to grace this year's poster. The unforgettable musical highlights at the Stravinski Auditorium included the opening of the festivities with an excellent concert by Bob Dylan; another torrid Brazilian weekend in the company of the splendid Marisa Monte, the indefatigable Gilberto Gil, the amazing Antulio Madureira and the great Banda Eva; an extraordinary blues evening with Buddy Guy and B.B. King; Herbie Hancock and The Headhunters reunited; a marathon concert performed by Carlos Santana (lasting over three hours!); the Icelandic 'phenomenon' that's Björk; a first ever performance for children with Henri Dès; a flamenco evening with Spanish star Joaquín Cortés; a memorable Atlantic Night with Phil Collins and his Big Band; the sumptuous voices of Cassandra Wilson and Al Jarreau; performances by George Benson, Michel Petrucciani, Bootsy Collins, Earth Wind and Fire, Candy Dulfer and Jorge Ben Jor; and last but not least, the discovery of an extraordinary young blues player - Kenny Wayne Shepherd. For its part, the Miles Davis Hall, making a striking debut on the Festival programme, hosted several evenings featuring emerging musical trends - techno, electro-rock, drum'n'bass, hip hop, acid jazz and so on, the most amazing of which were the electro-acoustic variations of Pierre Henry, the virtual frenzy whipped up by Jaron Lanier, and the Detour world music evening. The 'small' Festival hall was also graced with big names such as Les McCann, Billy Cobham, George Duke and The Corrs. Lastly, let us not forget Festival Off, the two boats, Samba and Salsa, the Montreux Jazz Café, the workshops and the acoustic concerts.

Das Montreux Jazz Festival beschert dem Schweizer Kurort in jedem Sommer ein Happening
Bernd Loppow

Der letzte Applaus für Michel Petrucciani dauert zweieinhalb Minuten. Als sich der zwergwüchsige Starpianist frühmorgens um acht in der Bar des Fin-de-Siècle-Hotels Montreux Palace von seinem Platz erhebt, hat er fast ohne Pause 12 Stunden lang Klavier gespielt. Begonnen hatte die lange Nacht mit einem von Ovationen begleiteten Konzert im Rahmen des offiziellen Festivalprogramms. Dann ging es - wie in so vielen Jahren zuvor - bei einer Jam-Session mit Musikerfreunden in der Hotelbar weiter, bis die Sonne wieder über dem Genfer See stand.
Es sollte Petruccianis Abschiedskonzert am Lac Léman gewesen sein. Am 6. Januar starb er im Alter von 36 Jahren. Der Mythos Montreux aber, den der Klaviervirtuose mitgeprägt hat, lebt weiter: Am 2. Juli eröffnete die Poplegende Brian Ferry das 33. Montreux Jazz Festival, am 17. Juli geht es mit dem Auftritt der kanadischen Sängerin Alanis Morissette zu Ende. Dazwischen liegen zwei Wochen, in denen die internationale Musikwelt wie jeden Sommer seit 1967 den Kurort an der Schweizer Riviera aus dem Dornröschenschlaf weckt.





Michel Petrucciani - Biographie

"Der kleine Mann und das große Klavier". Dieser Eindruck drängte sich auf, wenn man Michel Petrucciani am Flügel sitzen sah. Aufgrund einer seltenen Knochenkrankheit stoppte sein Wachstum in Kindheitstagen, so dass er kaum über einen Meter groß wurde. Seine Arme und Hände jedoch waren normal ausgebildet, wodurch er das Klavierspiel erlernen konnte. Eine Spezialkonstruktion am Flügel ermöglichte zudem die Betätigung der Pedale.
So ungewöhnlich es aussah, wenn Michel Petrucciani am Flügel saß, so ungewöhnlich war auch sein Können. Wenn man ihm zuhörte war eines sofort klar: Während man bei manchen Pianisten den Eindruck hat, diese würden einen Kampf mit dem Klavier austragen, so macht Petrucciani mit dem Klavier, was er wollte- Und das in höchster Vollendung. Besonders deutlich wird dies bei seinen Live-Auftritten wie "Au Theatre des Champs-Elysee", die er oft mit einer knapp 45 minütigen Eispielphase begann, bevor er überhaupt das Publikum begrüßte.
Michel Petrucciani wurde am 28.12.1962 als Sohn eine italienischen Gitarristen in Montpellier geboren. Mit seinem Vater und seinem Bruder spielte er schon früh in einer Familienband und wurde mit 15 Jahren Berufsmusiker in der Gruppe von Kenny Clarke. Ein Jahr später nahm er in Paris seine ersten Schallplatte auf. Mit 18 wurde er in die Gruppe von Charles Lloyd aufgenommen, der von seiner Sensibilität aber auch überragenden Technik begeistert war.
Petrucciani gastierte bei den großen Jazz-Festivals wie 1986 mit Jim Hall und Wayne Shorter in Montreux. Neben vielen Soloauftritten und -alben spielte er in seinem eigenen Quartett, welches einen unverwechselbaren Sound hervorbrachte. In Deutschland wurde Petrucciani als Pianist in der Fernsehsendung "Willemsens Woche" einem größeren Publikum bekannt.
Der Jazzpianist Adam Makowicz meinte in einem Blindtest verschiedene Einflüsse von Keith Jarret bis Fats Waller im Spiel von Petrucciani zu hören. Petrucciani selbst sah sich v.a. durch Bill Evans, McCoy Tyner, Thelonious Monk und Bud Powell beeinflusst.
Am 6.1.1999 starb Michel Petrucciani in New York.



Quelle: http://www.klavier-wissen.de/michel-petrucciani-biographie.204.0.html





Michel Petrucciani

Young pianists who quickly rise to stardom by virtue of their tone (choice of colors) as well as their style (particular phrasing) are rare enough for their singularity to be emphasized. For about fifteen years, Michel Petrucciani has been one of them. The hero of a success story in the American style, this pianist seems to have stuck to one logic; his crazy love for music.

Michel Petrucciani was born in Orange (France), December 28th, 1962, into an utterly musical family (his father Tony is a guitarist, his brothers Louis and Philippe are respectively a bass-player and a guitarist). He was very young when, quite by chance, he discovered the piano. "My father told me that one evening, looking at a pianist on TV at the age of four, I exclaimed, pointing at the scree - I want to play this instrument." The pianist was Duke Ellington.
Much later, at the age of thirty, in a solo album called Promenade With Duke, Michel paid an emotional tribute to the man who first inspired him to want to play the piano. For Christmas, his parents gave him a small toy piano. Seeing it, Michel asked for a hammer, then smashed the plaything to pieces. "And now, I want to have a real one." Impressed by such determination, his father bought him an old piano that was falling apart, and made an extension so that Michel's feet could reach the pedals. The adventure had just begun.
"For eight years, the piano was strictly limited to classical studies. Classical training is fundamental. That is the way to learn discipline and develop techniques."
Throughout his life, Michel never missed an opportunity to pay tribute to his father. "I will never thank him enough for having brought me up just like my two brothers, without special privileges. Now I am grateful to him for having been so strict and demanding of me.
He taught me everything. He let me discover all of the great jazzmen, feel and experience music intensely, understand that the life of an artist is one of work, requiring effort and a lot of energy. Even now, I still learn much from him. I care for his opinion much more than for anyone else's and he remains my severest critic. If I am what I am now, it is because I have done my best to achieve what my father expected of me. That's why in 1992 I decided to play a duo with him, on a tour called "Like Father, Like Son". It gave me at last the real joy of telling him - Now it's my turn to take your hand and introduce you to the public."
When Michel Petrucciani was thirteen, he gave his first concert as a professional at the Cliousclat Festival. Also performing was the American jazzman Clark Terry, who needed a pianist that day. When Michel offered him his services, the trumpet player thought it was a joke. "'Let's play the Blues,' I said. The minute I played, he took me into his arms, and that was it..."
At the age of sixteen, Michel met Aldo Romano at a village fair. The drummer -- whom Michel often called his "guardian angel" -- decided to take him under his wing. With Mike Zwerin's assistance, he soon produced his first record Flash. Next, he introduced Michel to OWL Records' young producer Jean-Jacques Pussiau.
"Two days later, we were in studio. Now that I am well known, a lot of people want the credit for discovering me. The truth is that Aldo Romano and Jean-Jacques were the first who made way for me." With six albums for OWL between 1981 and 1985 including the splendid duo album with Lee Konitz entitled Toot Sweet.
In 1981, performing for the first time at the Paris Jazz Festival, he was a sensation at the Theatre de la Ville. A new star of the piano was born, with a language all of his own firmly rooted in jazz.
The following year, Michel decided, as a challenge, to set off to America. He landed in New York where a friend gave him the address of a musician living on the West Coast. When he arrived at Charles Lloyd's Californian retreat two weeks later, he was unaware of this great sax player who had discovered a young pianist named Keith Jarrett in the Sixties. "Learning I was a jazz pianist, he at once suggested I should play on his Steinway. On hearing me, he went and fetched his saxophone right away. For two days, we played non-stop together as in a dream, just like that. This shared adventure lasted five years and resulted in three albums. Charles Lloyd really opened every door for me. I could not have had a better start for my American career."
Then things went very fast for the "French wonder boy" jazz pianist. Within a few years, Michel Petrucciani had prestigious encounters with the best jazzmen and rhythm sections in the world. Among the drummers - Roy Haynes, Al Foster, Jack DeJohnette; among the bass players - Charlie Haden, Dave Holland, Gary Peacock, Eddie Gomez, Stanley Clarke, Cecil McBee; among the guitarists - Jim Hall, John Abercrombie, John Scofield; among the saxophonists - Lee Konitz, Joe Henderson, Wayne Shorter, David Sanborn, Gerry Mulligan and finally the legendary trumpeter Dizzy Gillespie.
In 1986, at age 21, he became the first French musician to sign with the prestigious Blue Note Label, where he recorded six albums. Since his American success, Michel continued to travel the world, with a youthful energy, forever changing his music groups and environment. "I get bored quite easily if I don't change. This need shows even in my daily life. At home, I keep moving the furniture round. It is the same with music. I just have to create constantly."
Michel Petrucciani was one of his generation's consistently great musicians. Maybe it is because, as Francis Marmande wrote "he is not like we are, but like we should be". In Jazz Magazine, Michel confided in Aldo Romano - "I see music almost like a god whom you must not cheat. You must keep a clear soul, be sure that what you do is really what you want to do...."
Michel's father told him - "Whenever you do something, you have to be the best, or else it is no use, you clear off." He listened to his father and he proved it again with his album entitled Marvellous, his first release for Dreyfus. With Dreyfus Jazz, the pianist found a very motivated and sensitive team and he was delighted. Marvellous was built around Michel's string quartet and a superlative rhythm section (Tony Williams and Dave Holland). This release was a first of its kind and displayed Michel's lyric sensitivity, harmonic inventiveness and his sense for plain, strong and tuneful melodies. "I am something of the Pavarotti of jazz," he liked to say with a burst of laughter.
In June of 1994, Michel teamed up with legendary organist Eddy Louiss and the duo topped the bill for three nights at the Petit Journal Montparnasse, the famous Paris club. Two CD's of this performance were released - Conference de Presse issued in September 1994 broke all records for jazz sales and Volume 2 which was released in October 1995.
Michel, was also on a solo tour across Europe in 1994. In November 1995 he performed at the Theatre de Champs-Elysees where, in front of a packed house, he gave a concert that was critically acclaimed by all the press, which has been released on a double CD, Champs-Elysee.
In early 1996, with boundless energy and ideas for new projects Michel turned his attention to recording an album with one of his idols, Stephane Grappelli. After much coordination between the two musicians' schedules, a three day slot was fixed in Paris at the Davout Studios. Michel and Stephane were accompanied by the great Roy Haynes and George Mraz and the result was the album Flamingo which was released in September 1996.
1997 was a triumphal year for Michel who toured as a soloist in Germany, Italy, France and, of course, performed at all the festivals. A sextet tour followed, featuring Anthony Jackson on bass, Steve Gadd on drums, Bob Brookmeyer on valve trombone, Flavio Boltro on trumpet and Stefano di Battista on alto and soprano saxophone. The group would prove to be one of Michel's most rewarding efforts, performing into the following year and recording Both Worlds for Dreyfus Records which was released in mid-1998. The CD is comprised entirely of Petrucciani compositions. The recording spotlights the lyrical beauty of Michel's compositions coupled with Brookmeyer's challenging and arresting arrangements. Their writing expertly captures the strengths of this distinctive sextet.
On January 6th, 1999, Michel Petrucciani passed away in New York City from a pulmonary infection. The jazz community lost one of its original, instrumental voices. At the time of his death the revered pianist and Dreyfus Records were readying a release of Solo Live, documenting Michel's 1997 solo tour of Europe. Recorded live in Frankfurt, Germany on February 27, the program that evening featured a number of original compositions including the extended "Trilogy In Blois (Morning Sun, Noon Sun and Night Sun In Blois)" and the lyrical "Chloé Meets Gershwin". Michel also pays homage on Solo Live to a couple of his heroes with an expansive rendition of Duke Ellington's trademark "Caravan" and a medley of his own "She Did It Again" and Billy Strayhorn's "Take The A Train".
Michel's enthusiasm for the project and the precious opportunity for us to experience the unrestrained freedom and creativity afforded by the solo format, allow us a chance to appreciate the genius that was the art of Michel Petrucciani in its undiluted, crystalline form. He will be sorely missed but the legacy of one of music's most revered pianists lives on.

Quelle: http://www.dreyfusrecords.com/discs_ns.php?&a=16&l=0





Looking Back and Looking Up

Remembering Michel Petrucciani
Artist Biography by: Suzi Price

Michel Petrucciani's music should be listened to and listened to. It must be understood, and that's not the word either, rather felt through the heart. "Listen to that," is all that can be said about his compositions, at least by those who really hear it.

Michel attempted to reconcile the idea of capturing a moment of feeling and his supposition that all music contains a harmony of colors expressing his artistic nature. His method of composition captured the necessities of both philosophies. Like a painter, Michel used all harmonic lines and colors to represent a meeting point of reflection and reality between him and his Steinway.

Distinctive atmospheres that were explored by Michel's meaningful nature of interpretation made way for a more impressionistic approach to his musical canvas. He laid in the major elements of his compositions with broad parallels, returning to it again and again, using an extraordinary range of interpretation.

His ability in creating compositions such as Looking Up, Memories of Paris or Brazilian Suite No. 2, spoke well of his appreciation for life. Not many could create such beauty, especially having lived with a physical disability, but some are born to greatness despite overwhelming odds. Michel was born with a bone disease called osteogenensis imperfecta, a genetic disorder known as "glass bone disease." Because he was only 3 feet tall, his piano had to be fitted with pedal extensions. Often he had to be carried to and from the piano bench because his bones were so brittle. His legacy is an inspiration.

"People don't understand that being a human being is not being 7 feet tall," he once said. "It's what you have in your head and not your body," said Michel. Still more remarkable, Michel credited his disease with giving him plenty of time to practice as a child, since he couldn't go outside and play sports.

Petrucciani was a child prodigy schooled in classical music as well as jazz. He was inspired by greats like Duke Ellington and jazz pianist Bill Evans, and by his father, jazz guitarist Antoine Petrucciani. "I could stay in front of the piano for five or six hours a day and it all adds up over the years," he said.

Michel's gift developed early. He made his professional debut at the age of 13, at an outdoor jazz festival in France. By age 15, he was already playing with jazz artists such as Clark Terry and Kenny Clarke and put out his first album, "Flash," when he was only 17. Michel moved to the United States in 1982 and persuaded Charles Lloyd to come out of retirement and tour with his quartet. This proved beneficial for both of them.

Michel lived in Big Sur, California, but he moved to New York to form his own trio. He was the first European jazz artist to sign with Blue Notes Records and at age 22, he debuted on Blue Note with bassist, Palle Danielsson and drummer Eliot Zigmund. He recorded more than a dozen albums with Blue Note, including "Promenade With Duke" homage to Ellington, and in 1986 "Pianism" recorded at Montreux with Jim Hall and Wayne Shorter. Of course, "The Best of Michel Petrucciani - The Blue Note Years" (1994) compiles some of his finest work.

Michel was extremely popular in the United States and throughout Europe. "He was a warrior," said jazz saxophonist Wayne Shorter. "He dared to go places that others never even think to go - and not just musically." "He's a totally natural musician," said guitarist John Abercrombie. "I just think he's one of the greatest piano players to hit the jazz scene in a long time. He's quite a figure, in spite of his size, much bigger than he appears," he said.

Michel Petrucciani's solo piano concerts were brilliant. For some, it was difficult to sit in the audience and not applaud for 45 minutes to an hour, but Michel preferred his solo concerts to be applause-free until the end of the concert. He would blend a number of themes as easy as when night says goodbye to the morning:On Green Dolphin Street, I Mean You, and 'Round Midnight.

His performance at the North Sea Jazz Festival in The Hague, Netherlands July 1998 was a most memorable one, especially not realizing at the time that he would be gone a mere five months later. Michel was joined on stage with Glavio Boltro (trumpet), Stephano Di Battista (sax), Steve Gadd (drums) and Antony Jackson (bass) and the interplay was truly outstanding. Beginning the set with two outstanding pieces, Duke's A-Train and Michel's composition Brazilian Like, only proved to intensify an appreciation of Michel's genius at the piano. "Genius? I don't believe in genius," Michel once said. "I believe in hard work." Not many worked harder than Michel during his brief, but memorable life.

In a video filmed in Big Sur and New York City, Michel commented about his fear of dying. He said he had so much he wanted to do. That was three years before he died in France of a pulmonary infection on January 6, 1999 at the young age of 36. Three sons survived him, and the jazz world's appreciation of the music he felt so deeply about and played so brilliantly.

Quelle: http://www.jazzreview.com/articledetails.cfm?ID=359



Et dire qu'Obispo vit toujours
7 janvier 1999

Le pianiste et compositeur de jazz Michel Petrucciani s'est donc éteint mardi soir à New York, succombant à une infection pulmonaire foudroyante. Il venait tout juste d'avoir 36 ans. " C'était un des grands artistes, un des grands pianistes de jazz du siècle. C'est un monument qui s'écroule, là, c'est clair ", déclarait hier un Didier Lockwood sous le choc. " En plus, c'était celui qui drivait un peu le jazz français depuis quelques années maintenant. C'était vraiment pas le moment, quoi. C'était pas le moment qu'il s'en aille comme ça ".

Nombreux sont les hommes politiques qui lui ont rendu hommage hier. Le ministre de l'économie Dominique Strauss-Kahn s'est ému le premier de cette disparition : " Sa mort sera sans doute très durement ressentie par tous ceux qui vivent la musique, mais je crois qu'il ne faut pas céder à la déprime. Selon nos estimations, la croissance ne devrait pas être affectée par cette mort tragique ".

Dominique Strauss-Kahn a toutefois regretté que le pianiste ait attendu le 5 janvier pour s'éteindre : " s'il avait eu la bonne idée de nous quitter le 1er janvier, date symbolique de l'entrée en vigueur de l'euro, nous lui aurions eu le plaisir de verser 100 euros sur son livret d'épargne ".

Mais la réaction la plus attendue était bien évidemment celle des marchés. Heureusement, selon Jean-Pierre Gaillard, ceux-ci ont très bien réagi à la nouvelle : " les marchés appréciaient beaucoup Michel Petrucciani, à qui l'on devait la hausse spectaculaire de 45% du titre Blue Note en septembre 92, mais ils n'ont pas cédé à la déprime. La preuve, les disques Dreyfus étaient en hausse de 37% hier après-midi, les investisseurs anticipant une forte progression du marché des compilations de jazz sur le premier semestre. Une excellente journée, donc, encore, à la Bourse de Paris. Monsieur Petrucciani, je vous remercie ". Telles furent les oraisons funèbres dans les ministères. (Et ne pinaillez pas, la Bourse de Paris n'est au fond qu'un ministère - le plus puissant de nos ministères).

Étrangement, pour Michel Petrucciani, la nuit de mardi allait aussi être la plus belle. Stéphane Grappelli l'attendait là-haut aux côtés de Saint-Pierre pour lui présenter le Duke, que l'on disait impatient. À l'heure où je vous parle, le boeuf continue toujours.

Et nous autres, qui n'entendrons bientôt plus que les miaulements d'une Céline Dion ou d'une Lara Fabian, nous nous prenons à rêver que le Ciel veuille bien nous rendre nos jazzmen en échange de suppôts d'Obispo et de quelques poignées de Pagnys.

Pierre Lazuly

Quelle: http://www.menteur.com/chronik/990107.html





POP/JAZZ; YOUNG JAZZ FESTIVAL STAR IN NEW YORK CLUB DEBUT
By STEPHEN HOLDEN
Published: March 16, 1984

ONE of the happiest surprises at last year's Kool Jazz Festival was the Carnegie Recital Hall debut of the young pianist Michel Petrucciani. Mr. Petrucciani, who had already entranced audiences and critics in Europe and on the West Coast, is a bravura technician, who has been compared to Art Tatum, Bill Evans and Keith Jarrett, among others. But his style is really his own. In concert, he plays mostly his own songs, mixed with an occasional standard.
Even at his most harmonically lyrical, Mr. Petrucciani evinces a charging aggression and strutting humor that steer clear of lachrymose moodiness. His scintillating, impressionistic tone clusters and kaleidoscopic changes of tempo evoke a natural world as unpredictable as it is dazzling. Through Sunday, Mr. Petrucciani is making his New York club debut at the Village Vanguard, 178 Seventh Avenue South, where he is leading a trio that includes the bassist Palle Danielsson and the drummer Eliot Zigmund.
What has amazed everyone who has seen Mr. Petrucciani perform is not only his youth - he's only 21 - but also his accomplishment in the face of a severe physical handicap. Because of a calcium deficiency known as osteogenesis imperfecta, or ''glass bones,'' Mr. Petrucciani is only 3 feet tall and weighs barely 50 pounds. He has to be carried on stage, and he can work the sustaining pedal of the piano only with a special elevator attachment. Miraculously, the disease, with which Mr. Petrucciani was born, didn't affect his hands, and he plays with a sprinting robustness that seems pointedly athletic.
Doing Something You Like
''I don't believe in specially gifted people, Mr. Petrucciani said by telephone the other day from his home in Big Sur, Calif. ''The only thing I believe in is work. What I call a gift is doing something you like so much that when you work at it 10 hours a day, it seems like only 2 hours.''
Mr. Petrucciani, whose parents are Italian, grew up in Montelimar, near Avignon, France. His family was musical, and as a child he played the drums in a band with his father and brother. Also an eight-year student of classical piano, Mr. Petrucciani turned to jazz full time because he loved to improvise and wanted to write his own music.
''All the classical composers have influenced me, but Mozart, Ravel, Debussy and Stravinsky have had the biggest impact,'' he said. ''Bill Evans is the only pianist I've wanted to emulate - for his honesty, not his technique. I'm not an admirer of Keith Jarrett and don't understand why people compare me to him. I also listen to a lot of saxophone, and I like John Coltrane.
By his late teens, Mr. Petrucciani was appearing regularly at European jazz festivals, and he made records in Europe, including an album of duets with the saxophonist Lee Konitz. His restlessness, as well as family problems, made him decide to leave France. Three years ago, while he was visiting California, where a drummer friend was working as gardener on the Big Sur estate of the saxophonist Charles Lloyd, Mr. Petrucciani's future presented itself. After hearing the young pianist play, Mr. Lloyd, who had been relatively inactive, became so enthusiastic that he put together a quartet with Mr. Petrucciani. They toured Europe and recorded an album, ''Montreux '82.''
Settling Down in Big Sur
It was also in Big Sur, where he settled two years ago, that Mr. Petrucciani met his wife, Erlinda. They recently bought property there.
Mr. Petrucciani, who spoke barely a word of English when he first visited the United States, set about learning English with the same fierce dedication he brings to the keyboard, and he now speaks it fluently.
''Working with a trio is very different from playing solo,'' he said, ''and my immediate goal is to make the trio into something special. With a trio, you are always listening for vibrations and trying to find a better harmony with the other musicians. I also love touring, although someday I want to take some time off to compose. I'd like to write something big for a 200-piece orchestra.''
Mr. Petrucciani's club dates this weekend are being recorded for a future album. Concord Records is also releasing his first American solo album, ''100 Hearths,'' at the end of the month.
Mr. Petrucciani, who doesn't like to discuss his handicap, says he's a happy man. ''I like to joke and laugh, to eat good food and drink good wine,'' he said. ''The only thing I can say about my music is that it's very honest. It doesn't try to engage the mind but to touch the heart.'' Sets this weekend are at 9:45 and 11:30 P.M., and 1 A.M. Admission is $8, and there's a one-drink minimum. The number for information and reservations is 255-4037.






DER STANDARD
Donnerstag, 7. Jänner 1999, Seite 13 Kultur

Eine Rhapsodie der Tasten
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Der französische Jazzpianist Michel Petrucciani starb 36jährig in New York

New York - Musikalische Poesie mag überall aufblühen können. Zu sich selbst kommt sie jedoch vor allem dort, wo sie der Einsamkeit eines Instrumentalisten begegnet, der von der Kollegenschaft "unbelästigt" um jene Nuancen ringen kann, die im orchestralen Schlagabtausch zumeist ungehört blieben.

Michel Petrucciani schätzte zwar den kommunikativen Raum einer Band, war in ihm ein dynamischer Mainstream- pianist, der sich wenig um Fortschritt und Avantgarde sorgte. Das unverwechselbare Wesen seiner pianistischen Diktion allerdings kam vor allem im Selbstgespräch zutage, wo Formgefühl, sensible Anschlagskultur und Linieneleganz eine glaubwürdige, individuelle Welt schufen.

Wo Individualität ist, dort ist auch ein unverkrampfter Umgang mit Geschichte. Petrucciani, der auf Tourneen mit eigenem Konzertflügel reiste, konnte problemlos seine Verwandtschaft zum Lyriker des Jazzklaviers, Bill Evans, eingestehen ("Nennt mich einfach Bill!"). Zudem muß der Franzose, 1962 in Montpellier geboren, nicht verschweigen, daß er gerne den Reizen impressionistischer Klang- und Harmoniedüfte (zwischen Ravel und Debussy) erlag.

Petruccianis Ästhetik, das war ein keinesfalls fauler Kompromiß zwischen Aphorismus und Epos, zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Strenge und Freiheit. Eine Welt der Kontraste: Petrucciani setzte auf lyrisches Schwärmen ohne Sentimentalität, verweigerte sich aber auch nicht dem dynamischen Ausbruch. Er ging mit Ernst an die Sache, setzte aber im Ernstfall doch lieber auf die Heiterkeit der Pointe.

Der Solist Petrucciani, der seit seiner Geburt an der Glasknochenkrankheit litt und sehr oft zum speziell für ihn präparierten Klavier getragen werden mußte, wirkte als eloquenter Rhapsode, der sich von kleinen Themen zu delikaten melodischen "Arien" inspirieren ließ.

Der Instrumental-Sänger Michel Petrucciani starb am Mittwoch in New York im 36. Lebensjahr unerwartet an den Folgen einer Lungenentzündung.
Ljubisa Tosic



Pianist Michel Petrucciani Dies At 36
by Drew Wheeler

Michel Petrucciani, the French jazz pianist whose diminutive stature stood in sharp contrast to his powerful, lyrical playing style, died in New York on Jan. 6 while hospitalized for treatment of a lung infection. He was 36.

Petrucciani's small size--around three feet tall--was a result of his being born with osteogenesis imperfecta, a condition which causes a calcium deficiency that renders the bones of its sufferers excessively brittle and can cause stunted growth.
Although the weakness of Petrucciani's bones sometimes made it necessary for him to be carried to the piano bench, listeners could be assured that his musical skills were ever intense and vibrant. His hands were strong enough to express a full range of the piano's dynamics and his feet pressed the instrument's pedals by means of extensions. His emotive, sometimes romantic style has been been likened to that of Bill Evans.
Petrucciani, the son of jazz guitarist Antoine Petrucciani, was born on Dec. 28, 1962 in the French town of Orange, but was raised in the town of Montelimar. While his healthier peers were outside playing, the home-bound Petrucciani would practice the piano. He played in a family band with his father and bassist-brother, and his first professional appearance was at a French jazz festival that paired him with veteran trumpeter Clark Terry. At age 17, Petrucciani had made his first recording and subsequently toured France with noted altoist Lee Konitz. In 1982, Petrucciani moved to the Big Sur area of Northern California, where he met reedman Charles Lloyd, who had largely disappeared from the jazz scene.
Petrucciani is credited with drawing Lloyd back into the public eye and played in Lloyd's quartet for three years. He then moved to New York to form his own group.
Petrucciani recorded a series of albums for the Owl label, and then was signed to Blue Note Records in the mid-'80s. His Blue Note releases included such solo albums as Michel Plays Petrucciani and Promenade With Duke. He was backed by a band on other Blue Note albums, including Pianism (with Palle Danielsson and Eliot Zigmund), Power Of Three (with Jim Hall and Wayne Shorter) and Music, on which he was joined by many players, including Joe Lovano, Eddie Gomez, Adam Holzman, Gil Goldstein and Tania Maria.
His most recent releases have been for producer Francis Dreyfus' label, Dreyfus Jazz. These have included Au Theatre Des Champs-Elysees and 1998's Both Worlds, which features the contributions of trombonist/arranger Bob Brookmeyer. Petrucciani also appeared on albums by Lloyd, Lovano, Stephane Grappelli and Eddy Louiss. He is survived by his wife Erlinda and two children.



Pianist Michel Petrucciani stirbt mit 36 Jahren
von Drew Wheeler

Michel Petrucciani, der französische Pianist, dessen kleine Statur in jähem Kontrast zu seinem kraftvollem, lyrischem Klavierspiel stand, ist am 6. Januar in New York gestorben während er im Krankenhaus wegen einer Lungenentzündung behandelt wurde. Er war 36 Jahre alt.

Petruccianis kleine Körpergröße, ca. 1 Meter, war die Folge seiner angeborenen Osteogenesis Imperfecta, eine Krankheit, welche Kalziummangel verursacht und die Knochen des daran Erkrankten übermäßig porös macht und Wachstumshemmend wirkt.
Obwohl Petrucciani manchmal aufgrund der Schwäche seiner Knochen zur Klavierbank getragen werden musste, konnte der Zuhörer sicher sein, dass seine musikalischen Fähigkeiten immer intensiv und schwingend waren. Seine Hände waren stark genug die gesamten dynamischen Möglichkeiten des Klaviers auszunutzen und seine Füße drückten die Pedale des Instruments über eine spezielle Vorrichtung. Seine gefühlvolle, manchmal romantische Spielweise wurde oft mit Bill Evans verglichen.
Petrucciani, der Sohn des Jazzgitarristen Antoine Petrucciani , wurde am 28. Dezember 1962 in der französischen Stadt Orange geboren, wuchs aber in Montelimar auf. Während die gesunden Gleichaltrigen draußen spielten übte der ans zu Hause gefesselte Petrucciani Klavier. Er musizierte in einer Familien-Band mit seinem Vater und seinem Bass-spielenden Bruder. Sein erster professioneller Auftritt war auf einem französischem Jazzfestival, wo er mit dem erfahrenen Trompeter Clark Terry zusammentraf. Im Alter von 17 Jahren nahm Petrucciani sein erstes Album auf und tourte später mit dem berühmten Altsaxophonisten Lee Konitz durch Frankreich. Im Jahre 1982 zog Petrucciani nach Big Sur, einem Gebiet von North California, wo er den Holzbläser Charles Lloyd traf, der sich größtenteils von der Jazzszene zurückgezogen hatte. Petrucciani ist es zu verdanken, dass Lloyd in die Öffentlichkeit zurückkehrte und er spielte drei Jahre in Lloyds Quartett. Anschließend zog er nach New York um seine eigene Band zu gründen.
Petrucciani nahm eine Reihe von Alben für das Owl-Label auf und unterschrieb Mitte der 80-ziger Jahre einen Vertrag bei Blue Note Records. Seine Blue Note-Veröffentlichungen sind z.B. die Soloalben "Michel plays Petrucciani" und "Promenade with Duke". Bei anderen Blue Note-Alben wurde er von einer Band unterstützt, z.B. "Pianism" (mit Palle Danielsson und Eliot Zigmund), "Power Of Three" (mit Jim Hall und Wayne Shorter) und "Music", auf welchem er von vielen Musikern begleitet wurde, z.B. Joe Lovano, Eddie Gomez, Adam Holzman, Gil Goldstein und Tania Maria.
Seine jüngsten Veröffentlichungen waren für das Label des Produzenten Francis Dreyfus, Dreyfus Jazz. Darunter sind "Au Theatre Des Champs-Elysees" und aus dem Jahr 1998 "Both Worlds" mit Beiträgen von Posaunist/Arrangeur Bob Brookmeyer. Petrucciani trat auch auf Alben von Lloyd, Lovano, Stephane Grappelli und Eddie Louis in Erscheinung. Er hinterläßt seine Frau Erlinda und zwei Kinder.

Übersetzung: Sven Ochsenbauer



Michel Petrucciani, Jazz Pianist, Is Dead at 36
By STEPHEN HOLDEN

NEW YORK -- Michel Petrucciani, a French jazz pianist and composer with an international following whose keyboard virtuosity earned him comparisons to Art Tatum and Bill Evans, died Wednesday at Beth Israel Hospital in Manhattan. He was 36 and lived in Manhattan.
The cause was a pulmonary infection, said a representative of his French record company, Francis Dreyfus Music.
Petrucciani was a national hero in France, and his records were best sellers in Europe. French President Jacques Chirac was among the many who paid tribute to him Wednesday, praising his ability to "renew jazz, giving himself up to his art with passion, courage and musical genius." He called him an "example for everyone."
The career of Petrucciani, who was considered one of the great romantics of the jazz piano, lourished in spite of a severe physical disability. The pianist was born with osteogenesis imperfecta, also known as "glass bones," a disease that stunted his growth (he was only three feet tall and weighed barely 50 pounds) and weakened his bones. Petrucciani had to be carried onto the stage, and he used a special attachment to work the sustaining pedal of the piano.
The ailment didn't affect his hands, however, and he played with a seemingly inexhaustible vigor and enthusiasm.
Petrucciani was born to Italian parents in Montpellier, France. His family was musical, and as a child he played the drums in a band with his father, Tony, a guitarist, and his brother Louis, a bassist. After studying classical music for eight years, he turned to jazz full time because he loved to improvise and wanted to write his own music.
He began his professional career when he was 15, playing for the drummer and vibraphonist Kenny Clarke.
Moving to Paris, he recorded his first album at 17, and he was appearing regularly at European jazz festivals while still a teen-ager. After a visit to New York he toured France in a duo with the saxophonist Lee Konitz, with whom he recorded an album of duets.
While in California in 1981, Petrucciani was discovered by the saxophonist Charles Lloyd, who made him a member of his quartet. They toured Europe and recorded an album, "Montreux '82." One of his most acclaimed early recordings, "100 Hearts" (Concord), was an album of solos.
Between 1986 and 1994, he made seven albums for Blue Note Records, including "Power of Three" (with Wayne Shorter and Jim Hall), and an acclaimed album of original songs, "Michel Plays Petrucciani" (Blue Note).
In 1994 he was made a knight of the Legion of Honor in Paris.
For all the comparisons to Bill Evans, Petrucciani had found his own style, which was more aggressive, fuller and sunnier than that of his idol and incorporated secondary influences as disparate as McCoy Tyner and Debussy.
A marriage to Gilda Butta, a pianist, ended in divorce.
He is survived by his companion, Isabelle, his publicist said, and by a son, Alexandre, and a stepson, Rachid Roperch, both of Paris, from a previous relationship.
At the time of his death, he was hoping to set up an international jazz school in France.
"It's my life's work," he said. "Jazz is dying out."



Michel Petrucciani, Jazzpianist, ist im Alter von 36 gestorben.
von STEPHEN HOLDEN

NEW YORK --Michel Petrucciani, ein französischer Jazzpianist und Komponist mit internationalem Ruf, dessen Virtuosität ihm Vergleiche mit Art Tatum und Bill Evans einbrachten, starb am Mittwoch im Beth Israel Hospital in Manhattan. Er war 36 Jahre alt und lebte in Manhattan.
Die Todesursache war eine Lungenentzündung, gab ein Vertreter seiner französischen Plattenfirma, Francis Dreyfus Music, bekannt.
Petrucciani war ein Nationalheld in Frankreich und seine Aufnahmen waren Bestseller in Europa. Der französische Präsident Jacques Chirac war einer der vielen, die ihm am Mittwoch Tribut zollten. Er lobte seine Fähigkeiten "den Jazz zu erneuern, sich mit Leidenschaft seiner Kunst hinzugeben, Mut und musikalisches Genie". Er nannte ihn ein "Vorbild für jedermann".
Petruccianis Karriere, der als einer der großen Romantiker des Jazzpianos galt, entwickelte sich trotz schwerer körperlicher Gebrechen. Der Pianist wurde mit Osteogenesis Imperfecta, auch als Glasknochenkrankheit bekannt, geboren. Diese Krankheit hemmte sein Wachstum (er war nur einen Meter groß und wog kaum 50 Pfund) und schwächte seine Knochen. Petrucciani musste auf die Bühne getragen werden und er benutzte eine spezielle Vorrichtung um die Pedale des Flügels betätigen zu können.
Das Leiden hatte jedoch keine Auswirkungen auf seine Hände und er spielte mit scheinbar unerschöpflicher Vitalität und Enthusiasmus.
Trotz aller Vergleiche mit Bill Evans hatte Petrucciani seinen eigenen Stil gefunden, welcher aggressiver, voller und "sonniger" war als der seines Vorbildes und vereinte so unterschiedliche Einflüsse wie McCoy Tyner und Debussy.
Die Ehe mit Gilda Butta, einer Pianistin, wurde geschieden.
Er hinterläßt seine Partnerin Isabelle, seinen Sohn Alexandre und einen Stiefsohn Rachid Roperch, beide aus Paris, aus einer früheren Beziehung.
Als er starb plante er eine internationale Jazz-Schule in Frankreich zu gründen. "Das ist mein Lebenswerk", sagte er. "Jazz stirbt aus."



Übersetzung: Sven Ochsenbauer



Michel Petrucciani

8 ans déjà...

C'est dans la nuit du 5 au 6 janvier 1998 que suite à une crise d'asthme, atteint d'une affection pulmonaire, s'est éteint à New York, une des plus grandes étoiles du jazz.

Né le 28 décembre 1962, ce pianiste français souffrant d'une grave maladie génétique (ostéogénèse) empêchant la croissance et fragilisant les os était reconnu comme l'un des plus grands de ce siècle en matière de jazz.
Michel était issu d'une famille de musiciens. Son seul but était d'effacer les aspects de sa maladie derrière un immense talent.
Dès l'âge de douze ans, Michel, en compagnie de son père à la guitare et de son frère à la contrebasse, se produit dans le Sud Est de France. Se produit sur scène à Paris en 1981, et 1982. Ses premiers disques importants sont enregistrés sur le label OWL RECORDS.

En 1982 c'est en Californie que Michel rencontre Charles LLOYD (saxophoniste) et devient le pianiste de son groupe. Enfin c'est en 1983, séjournant à New York que Michel enregistre son premier album Américain pour la firme CONCORD. Ensuite c'est chez BLUE NOTE qu'il va enregistrer un bon nombre de disques.
Vient DREYFUS JAZZ UNE où dernièrement notre prodige avait enregistré un «solo live (1998)». Michel avait un grand projet mettre en place une Ecole Internationale de jazz pour transmettre les savoirs du jazz quil estimait être «en train de mourir».
Il participait à la quasi totalité des festivals de jazz. sa présence étant très sollicitée par le public. Son dernier concert fut en présence de Jean-Paul II le 19 décembre 1998 au Vatican.

Michel, déjà bien avant sa mort. faisait partie des grandes «Légendes» du jazz, aujourd'hui c'est une immense star qui nous quitte, certainement le musicien de jazz français le plus célèbre, avec GRAPPELLI.
Kevin Depoorter

Quelle: http://mots.extraits.free.fr/michel_petrucciani.htm



Leben braucht viele Farben

Joachim Krause

Manche Lebensgeschichte macht einem ganz schön zu schaffen! Da kommt ein Junge zur Welt. Schon frühzeitig entdecken die Eltern, dass sich ihr Kind "nicht normal" entwickelt. Bald stellen die Ärzte eine erschreckende Diagnose fest. Der Junge leidet an der sogenannten Glasknochenkrankheit, einer Erbkrankheit, die seine Knochen immer wieder brechen lässt. Er bleibt ein "Zwerg", wird nicht einmal einen Meter groß. Wegen seiner Behinderung kann er nur selten die Schule besuchen. Immer ist er auf Prothesen und die Hilfe anderer angewiesen. Schließlich endet sein beschwerliches Dasein früh, im 36. Lebensjahr: er stirbt an einer schweren Lungenentzündung.

Ein schweres Schicksal. Und sinnlos dazu, sagt mir der Zeitgeist: "Zum Glück" kann die moderne Medizin solche schweren Erbleiden heute schon vor der Geburt feststellen; die Schwangerschaft kann abgebrochen werden, um dem Betroffenen und seiner Familie solches Leid zu ersparen ...

Wir lesen die Lebensgeschichte dieses Menschen noch einmal. Zu der Biographie gehört ein Gesicht. Und dazu gehört ein Name. Michel Petrucciani wurde 1962 in Frankreich als Sohn eines sizilianischen Jazzmusikers geboren. Bereits mit vier Jahren entdeckte der Junge seine Liebe zum Klavierspiel. Obwohl er in seiner körperlichen Entwicklung zurückgeblieben war, bestand er hartnäckig darauf, dass seine Eltern ihm ein richtiges großes Klavier kauften. Und fortan übte Michel hartnäckig, bis zu acht Stunden täglich. Sein Körper machte s ihm dabei nicht leicht. Michel Petrucciani war schwer behindert. Er litt an der "Glasknochenkrankheit", die er in seinem Erbgut trug. Die Krankheit machte ihn zum "Zwerg". Aber er kompensierte seine körperlichen Probleme und den Spott der Nachbarskinder, indem er zu Hause lernte, mit einem eisernen Willen. Und er stürzte sich in seine Musik. Dabei hatte Petrucciani es für einen Pianisten eigentlich viel zu schwer. Aber seine Hände und Arme hatten glücklicherweise fast das übliche Maß, so dass er die 88 schwarzen und weißen Tasten spielend erreichen konnte. Um an die Pedale zu gelangen, brauchte er eine Spezialmechanik. Aber er wollte spielen, und da ging es auch irgendwie. Sein erstes Konzert gab Michel mit 13 Jahren.

Er hatte eine klassische Klavierausbildung genossen, aber bald wurde ihm klar: seine eigentliche musikalische Welt war der Jazz, und als er 18 Jahre alt war, ging er nach New York. Er beherrschte das Piano so meisterhaft, dass er bald mit den tollsten amerikanischen Jazz-Musikern auftreten konnte. Sie wussten seine Leidenschaft und Virtuosität zu schätzen, seine phantasievollen Improvisationen, seinen mitreißenden Swing. Wenn Michel Petrucciani auf seinem erhöhten Hocker saß und sich weit nach links oder rechts strecken musste, um die tiefen oder hohen Tasten zu erreichen, bangten seine Zuhörer oft, ob er den ständigen Kampf gegen seine Behinderung gewinnen könnte. Aber seine Glasknochenkrankheit hatte ihn zwar zerbrechlich, aber gleichzeitig auch stark gemacht.

Michel Petrucciani war neugierig auf das Leben. Er hat Spaß gesucht und Freude ausgestrahlt. Er hat sich wohlgefühlt in der multikulturellen Gemeinschaft seiner Künstlerkollegen, gerade weil sie alle so verschieden waren, hat mit ihnen gern auch ein Glas seines geliebten französischen Rotweins getrunken. Er war verheiratet und hat mit seiner Frau ein Kind gehabt.
Am 6. Jänner 1999 ist Michel Petrucciani gestorben. Viele Menschen, die seine Musik hören durften, die ihn im Fernsehen erlebt haben, sind dankbar: dafür dass er leben durfte und mit seinen Begabungen unsere Welt ein Stück farbiger gemacht hat.



Quelle: "Der kleine Bote", Vereinszeitschrift des BKMF Österreich, Ausgabe Dezember 2004



Sharps and Flats: Michel Petrucciani

By Doug McLennan

Jul 18, 1997 | there's a voicing pianist Michel Petrucciani got stuck on in his 1994 concert at Paris' Thibtre Champs-Elysies that sets my teeth to grinding. They're ordinary stacks of notes, really, with note doublings smushed out to the far edges of the chords. But they're clumsy and inelegant chords, the way the centers are hollowed out, the way they assert clashing tonalities without giving you a reason to embrace the ways the notes meet -- an unexpected stretch of gravel on a superhighway.

The live recording of the Paris concert is one of Petrucciani's usual mixes of standards and original musings. Often the two are one and the same. Most of the first disc of this two-CD set is filled with a 40-minute "Medley of My Favorite Songs" in which he threads through tunes by Herbie Hancock, Duke Ellington, Rodgers and Hart and a generous assortment of genre pieces. While there's nothing startlingly new here, Petrucciani reaches often enough for the unexpected and unconventional that the familiar material sounds fresh. And some of the technical feats are nothing less than breathtaking.

Anyone who writes about Petrucciani can't help but note the influences of Bill Evans and McCoy Tyner; the Evans voicings and sensibilities are sometimes so baldfacedly direct they're spooky. But no phrase is allowed to get too comfortably familiar, because Petrucciani inevitably swerves sideways with an odd chord choice or a flash of unexpected notes, serving a crucial function -- he pays off his influences but never lets you forget he's the one calling the shots. Embedded in the elegance and polish of these arrangements are the hues of a less smooth existence.

Petrucciani sometimes presses out his melodies -- even the more reflective of them -- with an insistence that can be off-putting after a while. But then he'll rev up the tempo and set up an awesome counterpoint of voices so flawless and crystalline that you hear the tonal links between slow and fast.

A great moment comes in a set of variations on the second disc's "Even Mice Dance/Caravan." He improvises off the "Caravan" tune, getting denser and denser, until he's slapping away at clusters of notes that only resemble the general shape of the melody. Just when the whole thing collapses into swarming incoherence, he suddenly pulls back and recaptures control with a simple rhythmic figure. "Love Letter," the piece that immediately follows, is offered almost as an antidote, tender and embracing, with nary a hard edge in sight.

All of which is to say that Petrucciani understands that having ugly in your pocket helps you appreciate beauty; that blowing cacophony allows for the possibility of retrospection; and that the awkward voicing of a chord is the perfect frame for a smooth center.

Quelle: http://dir.salon.com/story/ent/music/review/1997/07/18/sharps/



Michel Petrucciani - An Appreciation
Copyright © 1999

The Scotsman, 1999

The death of Michel Petrucciani at the age of 36 has brought an untimely close to one of the most remarkable careers in jazz. Although his illness -- he suffered from the the calcium-deficiency condition osteogenesis imperfecta, also known as "glass bone disease" -- always suggested that he might not be destined for a long life, the pianist's death from a pulmonary infection had not been expected.

Petrucciani built a huge following for his concert appearances around the world, but a first exposure to seeing him play live could be an unsettling experience. Watching his diminutive, contorted figure wrestle with the suddenly vast-looking expanse of the piano keyboard, legs pumping at specially extended pedals, seemed almost a voyeuristic instrusion, a reaction which others have also felt.

Once past the initial shock, however, what really mattered was the fact that Petrucciani was clearly a master musician. Listening to his music was not simply an uplifting experience, but a genuine privilege. His playing revealed a wide-ranging awareness of jazz styles which emerged in knowing references and unlikely juxtapositions, but he was never constrained by his material.

His original and constantly surprising harmonic imagination could turn even the most familiar standards -- his remodelling of Autumn Leaves was a classic example -- into a fresh new adventure, and his physical touch at the keyboard possessed a variety which few jazz pianists could match.

Petrucciani was born in Montpelier on 28 December, 1962, into a musical family. His father, Antoine Petrucciani, was a jazz guitarist, and his brother, Louis, is a fine bass player. It is entirely typical of his attitude to life that, at the tender age of 4, he should have chosen to play perhaps the least likely instrument for anyone with his physical disadvantages. He often told the story of seeing Duke Ellington play piano on television, and deciding in that moment that it was the one for him.

"I told my father that I would like to play that instrument -- I didn't even know what it was, but maybe I thought it was something I could really attack! My father bought me a toy piano, but that didn't sound like Duke's, so I broke it up, and he bought me a real one! I love the sound of the instrument, but also the physical aspect of it, which makes it so wonderful to play. The possibilites with piano are infinite, and it's forever -- there is so much to discover that you could never get to the end of it."

He trained in classical piano as a child to please his mother (until, he said, he "grew tired of his teacher showing him off"), but grew up immersed in his father's jazz record collection. He made his inital reputation in France, including a famous debut in 1975, when trumpeter Clark Terry was looking for a pianist for a festival gig in Cliousat. He asked around, and was told that Petrucciani was the best local player. Nobody remembered to mention that he was only 13 years old at the time, and it is not hard to imagine Terry's initial reaction when his pianist showed up for the date, but his playing quickly dispelled any doubts.

Petrucciani eventually moved to the USA in the early Eighties, where he proceeded to lure saxophonist Charles Lloyd out of retirement, and played in his band for three years. His own solo career took off in the present decade, with a string of acclaimed recordings for Blue Note and Dreyfus Jazz in settings ranging from solo piano (perhaps his archetypal format) to string quartet and jazz sextet, and a busy international touring schedule.

Despite his infirmities, he retained an indomitable spirit which was reflected in both his music and his life. He fathered three children, and always refused to regard his condition as a reason for missing out on what life had to offer.

"People always talk about my size," he said, "but it's what you have in your head that's important. My philosophy has always been to have a really good time, and never let it stop me doing what I want to do."

That was a philosophy which he lived to the full, and jazz will be all the poorer for his passing.

Quelle: http://www.jazzhouse.org/gone/lastpost2.php3?edit=920395841



Michel Petrucciani.
Il aurait eu 40 ans le 28 décembre 2002. Près de quatre ans après sa disparition, portrait d'un prodige du jazz qui s'est hissé au niveau des plus grands...

Atteint d'ostéogenèse imparfaite, Michel Petrucciani voit le jour à Orange (Vaucluse) le 28 décembre 1962, d'un père d'origine italienne et d'une mère d'origine anglaise. Il baigne dans la musique dès l'enfance : papa joue de la guitare, et ses deux frères de la guitare et de la contrebasse. L'un de ses premiers souvenirs musicaux est un concert de Count Basie au Théâtre Antique d'Orange au cours duquel le musicien pose sa casquette sur sa tête d'enfant maladif. Plus tard, il casse rageusement son premier piano- jouet parce que l'instrument ne sonne pas comme celui de Duke Ellington, entendu à la télévision !

Il apprend le piano d'une façon tout à fait classique et épuise un certain nombre de professeurs par sa rapidité et son impertinence, ayant déjà une personnalité très affirmée et des vues personnelles sur la musique. Les études scolaires, il les fait chez lui: "D'hôpitaux en hôpitaux, de jambes en bras cassés, de plaques en plâtres, de rêves en choses oubliées, j'étais séquestré à la maison; mes parents avaient tellement peur de me laisser sortir"...

Au début des années 70, ses parents ouvrent un magasin de Musique à Montélimar (Drôme). Lui répare des postes de radio, accorde des guitares et fait des démonstrations d'orgue pour les clients, parmi lesquels des jazzmen américains de passage lors de festivals dans la région. Il participe en famille à ses premiers concerts (à la batterie) dans des bals puis dans des petits clubs de province avant de décrocher, à peine adolescent, un concert à l'Espace Cardin à Paris.

Il enregistre son premier disque, "Flash", à Apt (Vaucluse) en 1980. Puis il rencontre le producteur Jean- Jacques Pussiau, d'Owl Records, pour un second disque qui sera le prélude à une longue série d'enregistrements. L'année suivante, contre l'avis de ses parents, il fait un chèque en bois pour partir en Californie rejoindre un ami musicien : "A 18 ans, je suis parti à 8.000 kilomètres de chez moi parce que je n'en pouvais plus"...

Il s'installe à Big Sur, près de Monterey, dans un Institut thérapeutique de luxe où il est logé et nourri en échange de ses talents de pianiste. Il y rencontre la femme du saxophoniste Charles Lloyd qui le présente à son illustre époux pour un "boeuf" mémorable au cours duquel le jazzman s'exclame : "J'ai trouvé l'avatar du piano, le messager. J'attendais ce pianiste depuis dix ans !". La carrière américaine de Michel Petrucciani est lancée. Afin d'obtenir la fameuse "Green card" (indispensable pour pouvoir travailler aux États- Unis) il épouse Erlinda Montaño, une indienne Navarro, avec laquelle il restera cinq ans. Il revient en France à l'occasion de concerts ou de festivals mais choisit de résider aux États- Unis. En 1982, il enregistre chez Owl Records son premier disque en piano solo, "Oracle's Destiny". Le cinéaste Frank Cassenti réalise un film sur lui, "Lettre à Michel Petrucciani". Le film sera présenté au Festival de Cannes 1983. Son premier disque américain, "100 Hearts", est produit par George Wein.

Il s'installe à New York en 1985, pour suivre une nouvelle conquête (qui lui donnera un fils, Alexandre): "Je reste rarement plus de cinq ans avec la même femme. Au bout d'un moment je m'ennuie"... Il signe alors avec la prestigieuse firme Blue Note pour l'album "Pianism". En 1986, il enregistre "Power Of Three" avec le guitariste Jim Hall et le saxophoniste Wayne Shorter, "l'un des plus grands compositeurs du XXe siècle". Avec "Music", sa notoriété internationale atteint des sommets. S'en suit une longue série de concerts et d'enregistrements, au rythme des rencontres avec d'autres jazzmen. Il suit la carrière qu'on lui connaît, entre Europe et USA, en piano solo, en formations jazz ou fusion, entouré d'une pléiade de grands musiciens : Lee Konitz, Ron Mc Clure, Wayne Shorter, Jim Hall, Gary Peacock, Roy Haynes, Freddie Hubbard, Joe Henderson, Charlie Haden...

Au début des années 1990, l'album "Flamingo", réalisé avec Stéphane Grappelli, sera l'un des rares disques d'or en jazz avec plus de 100 000 exemplaires vendus en France : "J'aime les mélodies, les choses que l'on peut chanter, dont on se souvient. J'aime La vie en rose, ça me parle... J'aime la pop music aussi, Freddie Mercury, Michael Jackson, Prince"...

"En 1980, je ne marchais pas, je pesais 25 kilos, je ne savais rien de la vie, j'étais un peu paumé... [maintenant] je suis plus solide, je marche avec des béquilles, je me débrouille tout seul, je suis en meilleure santé, j'ai appris des choses... et même si j'ai perdu des cheveux, je me trouve plus beau aujourd'hui qu'à l'époque !" Et aussi : "J'ai touché des gens, je crois... Parfois je me dis que je dois être quelqu'un d'intéressant. Les gens ont une certaine admiration pour moi, comme s'ils voyaient en moi une leçon de courage"...

Michel petrucciani est mort à New-York, dans la nuit du 5 au 6 janvier 1999.

Jacques Vernes, décembre 2002

Quelle: http://bellelavie.canalblog.com/archives/2006/11/04/3083465.html





Aus FOCUS Nr. 4 (1995)

JAZZ

Kleiner Mann ganz groß

Am Klavier wächst er über sich selbst hinaus: Der kaum einen Meter große französische Jazzpianist Michel Petrucciani spielt sich an die Weltspitze.

Wenn in die Vermarktung des Jazz soviel Geld wie beim Pop investiert würde", meint Michel Petrucciani nachdenklich, "würde die Jugend nicht nur mit Ramsch abgespeist."

Gelassen sitzt der Pianist in der Garderobe der Hamburger Fernsehstudios und plaudert mit allen, die in sein Zimmer finden. Nein, nicht nur Plattenfirmen und Veranstalter seien am Schattendasein des Jazz schuld, sondern auch manche Musiker. Viel zu lange hätten sie den Kommerz abgelehnt und die publikumswirksamen Spielstätten der Pop-Konkurrenz überlassen. Er selbst empfindet es keineswegs als ehrenrührig, daß er in der ZDF-Talkshow "Willemsens Woche" das Haus-Trio leitet: "Ich mache Werbung für den Jazz."

Auch Francis Dreyfus, auf dessen Jazzlabel Michel Petrucciani seit seinem Abschied von Blue Note seine Platten veröffentlicht, betrachtet Musik und Marketing als Einheit. Die finanzielle Grundausstattung reicht für größere Kampagnen aus, denn als Verleger der Platin-Seller von Jean-Michel Jarre verdiente der Jazzfan Millionen.

Ein Plattenprofi, der wie er selbst keine Scheuklappen kennt, paßt ideal zu Michel Petrucciani. Der Pianist wurde am 28. Dezember 1962 als Sohn eines italienischen Profi-Gitarristen und einer Französin geboren. Seinen ersten Klavierunterricht hatte er mit vier, und mit 13 gab er sein erstes Konzert. Kaum war er 16, engagierte ihn der amerikanische Saxophonist Charles Lloyd für seine ersten Comeback-Konzerte. Mit 18 kam er in den USA an, und mit 24 ließ er sich in New York nieder, wo er immer noch wohnt.

Daß er wegen der Knochenkrankheit Osteogenesis Imperfecta (Glasknochenkrankheit) kleiner als einen Meter ist, wird für das Publikum eher zum Thema als für Michel Petrucciani. Leider, beklagt er sich, reden die Leute "fast nur über meine Größe. Sie vergessen darüber, was ich spiele."

Energie und Lebensbejahung strahlt seine Musik aus, wenn er mit kräftigem Anschlag in die Tasten greift und dem Flügel bei Balladen und rasanten Nummern eine höchst persönliche Mischung von harschen und eleganten Wendungen entlockt. Amerikanischer Hard Bop, Soul, Funk, Latinrhythmen und die französischen Impressionisten werden bei ihm eins. Wie ein roter Faden ziehen sich Trios mit wechselnden Partnern durch seine Karriere. Zudem entwickelte er sich zum attraktiven Fusion-Komponisten und tourte Ende 1994 mit dem Graffiti String Quartet, nachdem ihm mit der CD "Marvellous" eine schlüssige Verbindung von Jazz und Klassik gelungen war.

Michel Petrucciani definiert Jazz als Lebensstil. "Man muß sich hingeben. Beim Schlafen, beim Essen, beim Lieben, beim Fernsehen: Man denkt immer über Musik nach. Es gibt nur gute und schlechte Musik. Ich mag Jimi Hendrix, Prince, Mozart, Debussy, Ravel. Das sind alles Jazz-People, denn sie komponierten. Rachmaninow ist harmonisch unglaublich. Man hört den Songs von Prince an, daß er dessen Stücke auf dem Klavier spielt."

Bei aller Offenheit lehnt es Michel Petrucciani ab, öffentlich klassische Musik zu spielen. Warum? "Es dauert ein Leben, klassische Musik so gut wie Arthur Rubinstein, Maurizio Pollini oder Arturo Benedetti Michelangeli zu spielen", sagt er. "Dasselbe gilt für den Jazz."



Quelle: http://www.focus.de/kultur/medien/jazz-kleiner-mann-ganz-gross_aid_150956.html





All The Things He Was

Michel Petrucciani in bisher unveröffentlichten LiveAufnahmen

Als der französische Jazzpianist Michel Petrucciani in der Nacht auf den 6. Januar 1999 im Alter von 36 Jahren starb, wurde die Musikwelt von mehr als nur respektvoller Erschütterung erfasst. Nicht allein, dass der Künstler sein Werk einem Leben abgerungen hatte, das von der Osteogenesis imperfecta, der sogenannten Glasknochenkrankheit, aufs schwerste eingeschränkt war, hatte heftige Gefühle geweckt; mehr noch zählte, mit welcher Selbstverständlichkeit er sein Los getragen, wie kategorisch er es abgelehnt hatte, als Sonderfall behandelt oder gar als Opfer bemitleidet zu werden. Als geselliger, herzlicher Mensch hatte er sich gegeben; seine Musik jedoch schien manches Mal von einem anderen Stern zu sprechen. Man konnte Petrucciani nicht sehen und hören, ohne von ihm heftig angerührt zu werden. Vielleicht wird es später möglich sein - wenn das denn ein Ziel sein sollte -, Gestalt und Werk stärker zu trennen und sein Schaffen aus Distanz kritisch zu ordnen. Wer jedoch Petrucciani im Konzert erlebt hat, dem wird er auch in den nun postum veröffentlichten Aufnahmen aus jedem Takt entgegentreten als jenes einzigartige, zugleich ferne und aufs unheimlichste nahe Wesen, das er nun einmal war.

Petruccianis Schaffen ist fast überreichlich dokumentiert. Gleichwohl sind die "Concerts Inédits", die nun auf 3 CD vorgelegt werden, eine wichtige Ergänzung. Gilt die erste Aufnahme (Antibes Juan Les Pins Jazz Festival, 27. Juli 1993) dem Solisten Petrucciani, zeigt ihn die zweite im Duo mit dem Bassisten Niels Henning Orsted Pedersen (Kopenhagen, Jazzhouse, 18. April 1994) und die dritte im Trio mit seinem Bruder Louis am Bass sowie Lenny White am Schlagzeug (Nabari, Japan, 14. August 1994). Leider sagt das mehr von Ergriffenheit als Akribie geprägte Booklet nichts darüber, in welchem Umfang die entsprechenden Tourneen dokumentiert sind und nach welchen Kriterien die vorliegenden Aufnahmen ausgewählt wurden. Hinsichtlich des Repertoires bringen die Mitschnitte nichts Neues: Petrucciani zitiert in gewohnter Manier das "Great American Songbook" und streut hin und wieder eine Eigenkomposition ein ("Hidden Joy", "Manhattan", "Charlie Brown", "Dumb Breaks"). Im Zentrum stehen die Standards, die er immer wieder gespielt hat: von "Autumn Leaves" bis "Round Midnight", von "All The Things You Are" bis "My Funny Valentine", von "Caravan" bis "Oleo".

Die Soloaufnahmen zeigen Petrucciani auf der Höhe seiner technischen Möglichkeiten und seiner künstlerischen Eigenständigkeit. Er hat sich von seinen frühen Vorbildern - McCoy Tyner, Bill Evans, Keith Jarrett - gelöst, aber es sind doch noch reizvolle Spurenelemente dieser Inspirationsquellen zu hören. Sein Spiel ist zupackender und klarer geworden, aber noch nicht bei jenem perkussiven Spätstil angelangt, der die Anschlagskultur stark verengte. Die Songs sind auch noch nicht zu EndlosMedleys verwoben wie in späteren Konzerten. Entzückend ist der Reichtum an perlenden Inventionen der rechten Hand; die linke dagegen spielt mitunter in fast mechanischer Manier ihre OstinatoFiguren.

Den Höhepunkt der Edition bildet das Konzert mit Orsted Pedersen. Nun ist dieser Künstler mit seinem warmen und vollen, dabei schlanken Ton, seiner stupenden Technik und seinem melodischen Einfallsreichtum nicht nur einer der grossen Bassisten seiner Generation, sondern auch ein DuoPartner von höchster Souplesse. Unter seinen zahlreichen Aufnahmen sind die mit Kenny Drew aus den siebziger Jahren wohl die eindrücklichsten. Doch auch hier stellt er sich mit nuanciertester Empathie auf seinen musikalischen Partner ein. Wie die beiden in Miles Davis' "All Blues" Ornamente in die Zeit legen, die durch kleinste perspektivische Verschiebungen zu leben beginnen, wie sie Charlie Parkers "Billie's Bounce" in hellwachem Interplay zum Fliegen bringen - das ist die reine Freude.

Dieses Niveau vermag die TrioCD nicht ganz zu halten. Zwar agiert Petrucciani selbst souverän und legt etwa von "On Green Dolphin Street" eine weitausgreifende, makellose Interpretation vor, doch seine Begleiter beweisen nicht die Eigenständigkeit, die andere Partner des Pianisten - man denke an Schlagzeuger wie Jack DeJohnette, Roy Haynes oder Tony Williams, Bassisten wie Eddie Gomez, Charlie Haden oder Cecil McBee - an den Tag legten. Louis Petrucciani und Lenny White vermögen dem Tausendsassa am Klavier zwar zu folgen, aber sie beflügeln ihn nicht mit eigenen Ideen. Den Meister selbst indes zeigt auch dieser Mitschnitt unverstellter als die Aufnahmen mit grösseren Formationen, die ihn in seinem letzten Lebensjahr beschäftigten.

Manfred Papst
Michel Petrucciani: Concerts Inédits. 3 CD (Dreyfus/Disques Offices). ©

Quelle: Neue Zürcher Zeitung, FEUILLETON, Donnerstag, 02.03.2000 Nr.52 66



CONNOISSEUR

JAZZ WIZARD

June 1984

The dazzling talent of the young pianist Michel Petrucciani
By George Goodman

Photographs by Mary Ellen Mark

It is a sultry summer night at the Casino de Montreux, on Lake Geneva. The house lights go down; a hush falls over the several hundred jazz fans packed into the sprawling basement amphitheater. At the piano, Michel Petrucciani fixes his eyes on the saxophonist-leader Charles Lloyd, a tall, elegant man attired in black leather. Both musicians are waiting as the bassist Palle Danielsson and "Sonship" Theus, the percussionist, ready themselves to perform. Then Lloyd nods.

Petrucciani begins, closing his eyes, focusing his enormous concentration inward. Stretching long, graceful fingers a full ten-inch spread, then shaping them closer together, almost cupping his hands, Petrucciani gently strikes the keyboard in slow, decisive movements. Increasingly daring, he splashes one handful of notes against another, setting off a clash of colors in the surprising manner of an Abstract Expressionist painter, say, a Jackson Pollock. Any chords will do as he searches for the right tempo, and the progressions begin to slip into place. A C-minor seventh melds with a B-flat seventh almost imperceptibly, as the new chord is overshadowed by an E-flat major seventh. It seems only fitting that this melody, with its quicksilver changes, should be called "Very Early." It is a brooding waltz of melancholy beauty, typical of compositions by the late jazz pianist Bill Evans, Petrucciani's early mentor.

Fast, from out of nowhere, the young piano player serves up a rollicking line from "Honeysuckle Rose," Fats Wailer style. Laughter ripples through the room. Later, when Petrucciani plays an Evans composition or one of his own works, humor has a way of popping up unexpectedly, yet it never gets in the way of passion. Passion is always there, in his music and visibly contorting the features of Petrucciani's boyish face. Sometimes it surfaces as a groan of rapture. It can be infectious, too, filling a hall. Now, for instance, a cluster of black musicians at the bar in the back of the auditorium suddenly turns silent, shifting their attention to the stage. One of the men, Kenny Cox, a veteran jazz pianist from Detroit, whispers appreciatively to a friend, "Hear those chords? A youngish cat, but he sure knows where to find the blue notes." Further into another song, after the bass and drums have fallen in and Lloyd has finished a solo, Petrucciani returns for a dazzling display of the facile-finger technique that musicians call "chops." Alone in the spotlight, he gives a novel twist to quotations from the music of everybody from Art Tatum to Charlie Parker, contributing some ideas all his own that provoke smiles from sidemen with whom he has been working almost nightly for several weeks. He keeps surprising them with his virtuosity, inventiveness, and emotional power. His range seems inexhaustible, drawing comparisons with Keith Jarrett as well as with Bill Evans and Tatum.

Amazingly, Michel Petrucciani is just twenty-one years old and born not into the freewheeling American world of jazz but in France, and of Italian descent. To be fair, he has already put in years of apprenticeship as an unknown. But now he has more than half a dozen records to his credit and is beginning to receive a well-deserved acclaim. His June 1983 Carnegie Recital Hall debut, a much-talked-about solo performance produced by George Wein, impresario of the Kool Jazz Festival, drew raves from the critics. Stephen Holden, of the New York Times, said Petrucciani "is an unabashed romantic who works in a predominantly chromatic style" and praised his "formidable mastery of the instrument and a distinctive musical personality." A few weeks later, Leonard Feather, the jazz critic at the Los Angeles Times, described him as a "phenomenon" and wrote that "he played without accompaniment some of the most profoundly moving music we have heard since Bill Evans died."

Then a CBS camera crew showed up to shoot a spot for "Sunday Morning," and later there was a televised visit with Dr. Billy Taylor, the highly successful jazz pianist and broadcast journalist, with whom Petrucciani chatted and played duets. While no one could be more pleased by the recognition than the subject himself, as always, he experienced a certain measure of agony. Petrucciani knows that with each interview he must recount the history of his childhood affliction, an incurable bone disease called osteogenesis imperfecta, which crippled him at an early age. Though he says he understands why the disease must be explained, talking about it is an ordeal.


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"What bugs me most are those who talk about how I weigh only fifty pounds and have to be carried around by my wife, Erlinda, or my manager. To read this is a real drag. They jump right into my handi­cap even before discussing my music." Then, almost in the same breath, Petrucciani is explaining how his illness might even be considered a blessing, because it forced him to channel his energies toward music so early in life, stirring the ambition to win a place for himself in the top ranks of the jazz world. "Because of my disease, I have direction without the ambivalence that hinders some artists. If I were a religious person I would probably be a Buddhist because they believe that the spirit transcends the body and lives forever. The body isn't the most important thing. In my next reincarnation I will come back as a boxer or a football player-but my spirit from this life will still remain."

Petrucciani was born in 1962 in the town of Orange, in an economically depressed area of southern France. His father, Antoine Petrucciani, was a part-time guitarist who worked at menial jobs to support his wife and three sons. (Petrucciani's brothers, Louis, twenty-five, and Phillippe, twenty-six, are also musicians.) "My father had a big record collection of American jazz players: Wes Montgomery, Thelonius Monk, John Coltrane, everybody. I heard them every day of my life. When I was four I saw a television program on Duke Ellington and wanted a piano myself." According to a frequently told anecdote, Petrucciani destroyed a tiny toy piano given to him by his parents. The sto­ry is embarrassing, he says, because his action hurt his mother's feelings. "They bought me a piano that looked like a dwarf and sounded like a dwarf. To make them understand how serious I was required something dramatic. Even though we were very poor, my parents were loving and generous; in less than a month I had a full-size piano and a teacher."


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Unable to attend public schools, Petrucciani was educated at home with the help of a tutor paid for by the government. "But I had no interest in my schoolwork. I wanted to play the piano, and some days I did that for eight hours at a time, despite objections from my parents." Recognizing his son's talent, Petrucciani's father insisted that he study classical music. "He thought jazz was too much fun, and he was afraid if I played it all the time I would neglect formal knowledge of harmony, solfeggio, all the stuff you need to be equipped to work professionally. I like Stravinsky and Debussy, but not playing their work over and over. As for other classical musicians-too bourgeois."

From time to time there were jazz "gigs" too, for Petrucciani père and his three sons. More important for young Michel was the encouragement of visiting American jazz musicians, including the percussionist Max Roach and Clark Terry, the trumpeter. Terry recalls Petrucciani as a "piano-playing whiz kid" of about twelve. "I was in the south of France to play a gig and needed a pianist," the trumpeter remembers. "One night a guy in a club pointed out this little cat in a hat, about three feet tall. He introduces me to this elf and I say, wow, thinking they're both putting me on. Then somebody picks up the little cat and sits him at the piano. I see him there in that big hat, stretching out these long fingers, and I'm thinking to myself, umph. Then he plays this big fantastic chord that sounds like a dozen cats. He didn't have to play anything else. I walk over to him and say, give me five, man. If you want it, you've got a gig," Terry concludes, extending his palm for that resounding five-fingered slap of punctuation jazzmen prefer to a period at the end of a sentence.

Paradoxically, just as Petrucciani's career was taking off, he was going through the worst years of suffering with his disease. His wife, the former Erlinda Montano, whom he met and married in California's Big Sur over three years ago, tells how Michel was easily prone to bone fractures from so minor a cause as an automobile bumping over a pothole, how he spent lengthy periods in hospitals. "It shortened his childhood and made him deal with pain in a way few people understand, and it made him cherish things others take for granted," Erlinda says softly.

At seventeen, Petrucciani struck out on his own. The immediate issue was his parents' insistence that he attend the Paris Conservatory of Music. But, above all, he realized he must start a life for himself, on his own terms. "I was thankful for their caring and the security, but I got to feeling stifled. Too much security and comfort can stifle creativity," he says. Petrucciani started "hanging out" in Geneva and Paris, where he worked with the drummer Kenny Clarke and others. Eventually, he flew to California at the invitation of a drummer with the self-styled name of Tox Drohar. Drohar introduced him to Charles Lloyd, and a fast friendship ensued.

Still, there was no permanent work in America for Petrucciani, and he returned to Europe. In 1980 he flew back to the United States for a couple of weeks of scuf­fling on the New York scene. He arrived in Greenwich Village with little more than the phone numbers of friends. One of the first he called was Lee Konitz, the highly regarded alto saxophonist. Konitz helped him land a job at Bradley's, a Village bistro that features excellent jazz talent. "But nobody was listening to us," says Petrucciani. "I played four hours a day for twenty dollars a week and was grateful. My brother Louis was with me and together we starved. When I got paid we took our money and went to a store across from the club to buy a couple of eggs, some Coca-Cola, and cigarettes; and then we were flat broke. I learned New York is not for me. Too many hassles and too many dangers on the streets."

Though at that time he could barely converse in English, Petrucciani learned the inflections and colloquial speech as easily as he absorbed the nuances of jazz. "Hanging around jazz players, I picked up on some special words, like the famous four-syllable one that nobody told me can't be used in polite conversation." That led to a few embarrassments, which Petrucciani now remembers merrily.

More serious was the continuing plague of bone fractures. They became far less frequent as he grew older-a characteristic of osteogenesis imperfecta- but they never quite stopped. Last year the pianist sustained some injuries in an automobile accident. Characteristically, he found a positive note in his recuperation. "At first I was bored to tears," he remembers, "but then I got into it, listening to tapes of myself and practicing cutting back playing so many notes, going for the simplest way of saying things musically. I've been meditating and having a good time with Erlinda, my wife, in the beautiful house we've rented in Big Sur."

Ready for work in March of this year, Petrucciani, accompanied by the drummer Eliot Zigmund, a former Bill Evans sideman, and the bassist Palle Danielsson, appeared for a memorable week at the Village Vanguard, in New York City. After the engagement, during which a recording was made, Zigmund, who is older and widely experienced, described Petrucciani's performance as "astounding. You feel his growth from one night to the next. He is passionate and hard-swinging, yet in control. He is a musician constantly pushing himself almost to exhaustion."

The Vanguard date was followed by an equally successful solo performance in Boston, and plans are currently in the works for summer tours in the United States and abroad (see box) as well as for concerts with the trumpeter Freddie Hubbard and the saxophonist Joe Henderson, two of the hottest players in jazz.

PETRUCCIANI ON RECORDS

Michel Petrucciani's first album, Flash, recorded when he was sixteen on the French label Bingo, occasionally turns up in a Paris record shop. Three LPs on the Owl label, distributed in the United States by Polygram, can usually be ordered through major record outlets in large cities: Michel Petrucciani Trio; Oracle's Destiny; Toot Sweet. That is also true of his new disc, 100 Hearts, from the George Wein Collection, distributed by Concord. The pianist can be heard, too, on Charles Lloyd Quartet, Montreux '82, Elektra Musician.

JAZZ ON A SUMMER NIGHT

Michel Petrucciani will appear in festivals here and abroad this summer.
June 8-9: Blossom Music Festival, Cleveland, Ohio
June 18: Kool Jazz Festival, Philadelphia, Pennsylvania
June 19-24: Village Vanguard, New York, New York
June 23: Kool Jazz Festival, New York, New York
July 1: Jazz Festival, Montreal,Canada
July 2: Jazz All-Stars, Ottawa, Canada
July 6: Jazz Festival, Wiesen, Austria
July 7-13: Jazz Festival, Nice, France
July 14-15: North Sea Jazz Festival, The Hague, Holland
July 16: Jazz Festival, Nimes, France
July 19: Jazz Festival, Vitoria, Spain
July 20: Capitol Radio Festival, London, England
July 23-24: Jazz Festival, Molde, Norway
July 25-31: Jazz Festival, Copenhagen, Denmark

George Goodman, a writer on the New York Times, likes to play the saxophone and flute in jazz bands in his spare time.
END

Quelle: http://www.maryellenmark.com/text/magazines/connoisseur/904D-000-001.html



Jazz | 12.01.2009 22:05 Uhr
Mein großer kleiner Freund - Der Pianist Michel Petrucciani



"Er kam nach einem Konzert in London zu mir und sagte, er habe da diese Show und er würde sich sehr freuen, wenn ich den Hauspianisten mache", sagte Michel Petrucciani einmal über seine erste Begegnung mit Roger Willemsen. "Ich dachte eine Woche lang nach, und dann sagte ich: Okay, dann habe ich wenigstens einmal einen geregelten Job. Nein, im Ernst: Ich fand ihn auf Anhieb sehr nett, er kannte jede meiner Aufnahmen und er wollte mich oder keinen. Wir sind mittlerweile sehr gute Freunde." Von 1994 bis 98 spielte der Pianist regelmäßig in der Fernsehsendung „Willemsens Woche“ und wurde - ungewöhnlich für einen Jazzmusiker - in den deutschen Wohnzimmern zu einem Star.



1995, während einer gemeinsamen Reise, entstand Roger Willemsens bewegendes filmisches Portrait "Non Stop - Eine Reise mit Michel Petrucciani". "Als wir in New York über die Straße gingen", erinnert sich Willemsen, "unterbrachen die Kinder ihr Basketballspiel, um Michel zu begrüßen. Als wir ins Village Vanguard traten, setzten die Musiker ihre Instrumente ab und sagten: Ladies and Gentlemen, ein Großer ist unter uns. Nachts im Hotel rief mich Michel mit Sixpack in sein Zimmer, er lehnte nackt an der Couch und monologisierte über den Zusammenhang zwischen dem Klavierspiel und dem Liebesakt. Seine Vitalität war einschüchternd, wenn er lachte, platzte ihm fast der Kopf, er war ein Berserker und zugleich - auch in Dingen der Freundschaft - der zarteste Impressionist."

In der Jazzwelt war Michel Petrucciani damals längst ein hoch geschätzter Künstler. Einer, dessen vor Ideen sprudelndes, kraftvolles Spiel prominente Kollegen, wie Kenny Clarke und Charles Lloyd, in pures Erstaunen versetzte. Einer, der das Publikum schon nach wenigen Sekunden vergessen ließ, dass eben dieser geniale Musiker, der "Glasknochen" hatte und gerade mal einen Meter groß war, kurz zuvor noch zu seinem Klavier getragen werden musste.

Am 6. Januar 1999 starb Michel Petrucciani im Alter von nur 36 Jahren. Anlässlich seines 10. Todestages sendet NDR Info eine persönliche Erinnerung von Roger Willemsen.

Quelle: http://www.ndrinfo.de/kultur/jazz/jazzspecial134.html



Richard Collier Quand j'ai accompagné Michel Petrucciani

... à l'aéroport de Lyon Satolas en mars 1989. La veille de ces prises de vue, il avait donné un concert magique et captivant, en trio, dans ce qui n'était plus la Maison de la Culture de Grenoble et pas encore la MC2, c'est à dire le Cargo. Une salle pleine à craquer et un public transporté par la présence scénique de ce pianiste exceptionnel, capable de faire partager sa jubilation à jouer et bluffant par ses impressionnantes qualités de musicien et de compositeur. Un concert sans économie de talent et d'émotion, mené par un appétit de créativité que rien ne semblait pouvoir rassasier.

Chauffeur bénévole pour le Grenoble Jazz Festival, je goûtais le plaisir de pouvoir conduire à travers Grenoble, depuis l'hôtel jusqu'aux lieux de concerts des géants du jazz que j'admirais, comme Chick Corea, John Mc Laughlin et...Michel Petrucciani. Les accompagner le temps d'un trajet, parler et prendre quelques photos.



Le lendemain du concert, Michel Petrucciani devait décoller très tôt pour poursuivre sa tournée qui le conduisait en Allemagne. Nous sommes donc arrivés aux aurores dans un aéroport qui débutait à peine sa journée.

La première préoccupation du manager fut de demander une chaise roulante pour Petrucciani qui se déplaçait difficilement. Au bout d'un quart d'heure, un agent d'accueil, qui n'avait d'accueil que le titre probablement obtenu à l'ancienneté, revint avec un caddy pour bagages, et, face à notre étonnement, eut cet argument imparable : "Je n'ai trouvé que ça !". Le tempérament de gamin de Petru l'emporta et ce dernier saisit l'occasion pour taquiner et se moquer. Juché sur ce véhicule de fortune que poussait son manager, il s'amusa, durant tout le trajet qui le menait au comptoir d'enregistrement, à écarter les bras et à crier : "Regardez, je suis le monstre qui vole !", accompagné des quelques "Bouh !" pour effrayer et réveiller les passants qu'il croisait.



La postérité lui a donné raison sur ce point : il était et reste bien un monstre... sacré !



Quelle: blog de richard collier



Michel Petrucciani : Les hommages au virtuose boycottés par son père...


En ce début d'année, deux oeuvres rendent hommage au virtuose Michel Petrucciani, décédé le 6 janvier 1999.
Reconnu comme l'un des plus grands pianistes de jazz au monde, le musicien était atteint d'ostéogenèse imparfaite. Malgré son handicap, il sut s'imposer dans le monde de la musique et devint un compositeur brillant et admiré.
Il aura cependant fallu attendre 12 ans pour qu'une biographie retrace sa vie. Une biographie écrite par l'un de ses disciples, Benjamin Halay, et sortie récemment aux éditions Didier Carpentier. En parallèle, le réalisateur Michael Radford (Il Postino, Flawless) présentera au Festival de Cannes, hors compétition, un documentaire sur le maitre. Tous les deux baptisés sobrement Michel Petrucciani, ils ont été réalisés en collaboration avec le fils de Michel, Alexandre.
Cependant, son père Tony, guitariste de jazz qui fut son premier professeur, a refusé d'y participer, boycottant la sortie du livre, et probablement celle du documentaire à en croire Le Journal Du Dimanche... Une décision surprenante pour le père de l'artiste, qui déclarait pourtant en 2001, suite à la sortie d'un live où père et fils avaient partagés la scène : "Partager une tournée mondiale en duo avec mon fils Michel a été pour moi un moment magnifique. Il existait entre nous un amour musical incomparable. Pour moi cette tournée a représenté la possibilité d'avoir avec lui, au-delà du rapport père-fils, des relations à la fois amicales et professionnelles. C'est le rêve de tout père que son fils réalise un jour ce qu'il a souhaité qu'il devienne. J'y suis arrivé parce que j'ai toujours voulu faire ce que mon père attendait de moi. J'ai eu ce vrai bonheur de lui dire : c'est à mon tour maintenant de te prendre par la main et de te présenter au public."
Sa décision de boycotter ces deux hommages à son fils disparu apparaît d'autant plus surprenante...

Quelle: Michel Petrucciani : Les hommages au virtuose boycottés par son père...



MICHEL PETRUCCIANI
Benjamin Halay

Cet ouvrage est la toute première biographie consacrée à Michel Petrucciani, préfacée par Didier Lockwood et Alexandre Petrucciani, son fils. Pianiste de jazz et compositeur majeur de la fin du XXe siècle, Michel Petrucciani, décédé à l'âge de 36 ans, a traversé son époque comme une étoile filante.      
Petit homme aux os de verre, à la frêle silhouette mais à l'inébranlable génie, il a suscité l'émerveillement, tant il inspirait l'humilité. Ceux qui l'ont écouté ont été touchés au coeur, ceux qui l'ont vu sur scène et ceux qui ont croisé son chemin ont été marqués pour toujours.
Son ascension fulgurante, le succès, la reconnaissance, les honneurs, les distinctions ont fait partie de son monde et les plus grands artistes l'ont respecté et admiré. Malgré sa santé " plus fragile que la feuille à l'arbre ", le masque de la douleur et de l'affliction n'a jamais pris le pas sur sa joie de vivre, sa générosité et son talent.
Sa musique surgit d'une mystérieuse source, tant ses mélodies illuminent l'âme de ceux qui les écoutent tel un " oiseau tissé en fil de Paradis ". Sa force et ses faiblesses ne faisaient qu'un. Il était Vézelay et Sancerre en même temps. Cultivant la foi à travers son art, il a hissé l'homme à son plus haut degré d'exigence pour toucher Dieu du bout des doigts. Vénérant Bacchus et l'art de bien vivre, il a versé dans les excès pour mieux " partir en barigoule ".
À travers de nombreux témoignages, d'anecdotes et de documents uniques, cette toute première biographie est un ouvrage engagé et bouleversant car il entrelace le sublime d'un génie musical à la souffrance d'une affection irréversible.
Dans la nuit étoilée de la musique, couleur jazz, ce portrait révèle la vie exceptionnelle d'un artiste hors du commun pétri d'humanité.
Benjamin Halay est né en 1970. Musicologue, pianiste, directeur d'école de musique, programmateur et organisateur d'événements, créateur du festival "Val de Jazz" (Sancerre - Val de Loire), il realise, en 1997, le premier travail universitaire consacré à Michel Petrucciani et travaille avec lui durant les cinq dernières années de sa vie.





Dirty Dozen "Blue Note": Michel Petrucciani

  von Michael Laages

  

Niemand, der die ersten Bilder von diesem jungen Mann je vergessen hätte: Michel Petrucciani ist 20, als auch die deutsche Jazz-Szene auf ihn aufmerksam wird; und bei jedem der Konzerte, das er als Pianist im Quartett des Saxofonisten Charles Lloyd gibt, trägt ihn entweder Lloyd selber oder der Bassist Palle Danielsson auf dem Arm herein und setzt ihn an ein Klavier, dessen Pedale auf komplizierte Art für ihn verfügbar gemacht worden sind. Petrucciani ist schwer behindert, er leidet an der sogenannten "Glasknochenkrankheit", die dazu führt, dass das Knochengerüst des Körpers so schwach ist, das es immerzu und überall brechen kann. Dieser junge Musiker lebt auf Abruf.
Aber dann beginnt das Bündel Mensch Klavier zu spielen, und alles ist anders. Petrucciani muss eine Art Wunderkind gewesen sein - mit extrem schnell sich entwickelndem musikalischen Bewusstsein in einer auch ansonsten sehr musikalischen Familie. Der Vater ist Musikalienhändler und spielt Gitarre - an die Weltkarriere des schwerbehinderten Kindes aber hat er lange nicht wirklich glauben können. Und es gehörte, wie es scheint, zu Petruccianis Zielen, ihn schließlich doch zu überzeugen.
Als der Durchbruch an der Seite des zuvor lange jazz-abstinenten Saxofonisten Lloyd gelingt, íst Petrucciani allerdings längst kein "no name" mehr; mit dem Bassisten Jean-Francois Jenny-Clark und Aldo Romano am Schlagzeug hat er bereits eine Menge Musik eingespielt für das Pariser Owl-Label. Clark Terry, Kenny Clarke und Lee Konitz haben den jungen Mann mit den riesigen Händen bereits in Europa kennen gelernt. Nun aber folgt Petrucciani seiner Sehnsucht nach immer neuen Welten und lebt in den USA; dort kommt (nach dem Groß-Promoter George Wein, der Petruccianis erstes Album produziert) sehr schnell "Blue Note" ins Spiel. Petrucciani gilt als der erste Franzose, den das legendäre Label unter Vertrag nimmt - aber wie glücklich er damit war, diese Frage gibt durchaus Anlass zu Spekulationen. Denn viele Produktionen sind es nicht, die unter diesem Markenzeichen entstehen, und einige davon sind eher aufgeplusterte Produzenten-Alben - Produkte, die aus verschiedensten Begegnungen des Pianisten mit Kollegen unterschiedlichster Stilrichtungen ziemlich unordentlich zusammengebastelt scheinen. Selbst "Power of Three", das Petrucciani mit dem Gitarristen Jim Hall und dem Saxofonisten Wayne Shorter vereint, klingt nur bedingt nach "working band". Nur für eine Produktion darf Petrucciani mit den Musikern ins Studio, die ihn auch auf Reisen begleiten: "Pianism" entsteht mit Palle Danielsson, dem schwedischen Bären am Bass, und Schlagzeuger Elliott Zygmund, der kurz zuvor einer der letzten Begleiter von Bill Evans gewesen war.
Und schnell noch dies: Anfang der 90er Jahre wirft die Platten-Mutter EMI sämtliche "Blue Note"-Alben mit Petrucciani auch auf den europäischen Markt - doch Petrucciani geht bald lieber wieder in Frankreich ins Studio, für Francis Dreyfus und dessen Label. New York bleibt jedoch das Zuhause seiner Träume. Derweil wird er in Deutschland Mitte der 90er Jahr zum Fernsehstar - durch den zeitweilig modernen Bildschirm-Intellektuellen Roger Willemsen, der ihn, und nur ihn, als Haus-Pianisten für eine Fernseh-Show will; und das in Zeiten, wo sich das Fernsehen noch sehr schwer mit Behinderungen tut. Längst hagelte es da schon Preise und Ehren.
Vor etwas über zehn Jahren, am 6. Januar 1999, ist Michel Petrucciani in New York gestorben. Der geschundene Körper hatte eine Lungenentzündung nicht überstanden.

Quelle: NDR Info 02.07.2009 22:05 Uhr




Michel Petrucciani: a tiny man with a towering talent

The jazz pianist, who suffered from 'glass bone disease' and only ever grew to 99cms, communicated the essence of human frailty.



One of the jazz greats ... Michel Petrucciani

Small man, big talentI had not heard of Michel Petrucciani before I started making a film about him; nor had I made a documentary for 25 years. But every documentary is a journey of discovery, and I finished it with a sense of wonder.
Petrucciani was born in Orange, in the south of France, in 1962, with every bone in his body broken. Diagnosed with osteogenesis imperfecta - or "glass bone disease" - he only ever grew to 99cm. He could not walk and was not expected to live beyond the age of 20. His bones fractured constantly. But he was blessed with two things: he had immense charisma, and he was a musical prodigy.
He never went to school. He stayed in his room for his whole childhood, and played jazz piano for 10 hours a day, under the guidance of his tyrannical father, a local musician and jazz fanatic. By the age of 13 he sounded, according to one critic, "like a 38-year-old world-weary black man lost in a piano bar somewhere in Mexico".
Petrucciani became famous locally, and started to make records, but he dreamed of America. So on his 18th birthday he upped and left with a friend, whom he persuaded to carry him. He ended up in California where by chance he met jazz saxophonist Charles Lloyd. The meeting was to change his life. Stunned by his talent, Lloyd came out of retirement and they toured together for the next four years: and Michel, aged 20, married his first wife.
Petrucciani was immensely attractive to women. And he knew it. It wasn't good enough for him to find a woman he liked (and who could carry him), he had to betray them (hundreds of times if possible). Drugs, women, food: his appetites were enormous, his desire to experience everything insatiable. He lived fast, too fast: but he wanted to taste it all.
It was when he went to New York that he really found himself. In the 80s it was a jazz mecca, and all the greats were playing there. And Petrucciani was playing with them. He signed to Blue Note Records (the first European to do so) and made albums with, among others, Wayne Shorter, Roy Haynes, Jim Hall, John Abercrombie, Jack DeJohnette. And still his body broke. Even while he was playing, tendons snapped, shoulder blades fractured, fingers shattered. He just continued, seemingly oblivious to the pain.
In late 1989 he met the woman who was to become the mother of his child, Alexandre, who was born with the same condition as him. Petrucciani was devastated; but at the same time, it was an affirmation, the acceptance that he craved. "I don't regret being born," he said. With his new family he returned to France, and it was there that he became a real star. His compositions became more elegant, his style of playing more simple and profound. The series of records he made at that time are some of the finest in the history of jazz.
He could not keep away from New York, however, and he couldn't keep away from the fast lane. By now he was playing more than 200 shows a year, to audiences of thousands, and his body was deteriorating fast, ravaged by the disease that was slowly asphyxiating him. In January 1999 he was rushed to hospital in New York City. He was 36 years old. "Two years older than Charlie Parker," as he liked to point out. He didn't recover. He is buried in Père Lachaise cemetery in Paris, next to the tomb of Chopin.
Was he one of the greats of jazz? I think so. What he communicated was the essence of humanity itself, with all its frailties and contradictions and imperfections. If that's not great art, what is?


Michael Radford's film Michel Petrucciani screens at the Cannes film festival on 14 May.



Michel Petrucciani

Plus petit que le piano, plus grand que la musique



Mon premier souvenir de Michel Petrucciani fut cette arrivée à La Halle Aux Grains sur l'épaule d'Aldo Romano. Et Michel, ce merveilleux oiseau des îles ainsi déposé parmi nous, immédiatement commença à chanter. Oiseau mortel de nos âmes, il répandait le bonheur en musique, immense tout à coup. Plus tard à la Salle Nougaro j'ai entendu ses rires et ses joies d'enfant quand justement son fils en coulisses gazouillait, et quand il le montra sur scène comme le plus beau fruit de sa musique Lui dont la survie permanente était un miracle, brandissait son espérance contre la mort, un étendard contre le néant.
Volubile comme tout bon enfant d'ORANGE, méridional jusqu'à l'excès, doté d'une énergie volée au soleil des jours et du midi dans une recherche éperdue du bonheur, il aura joué à cache-cache entre la douleur et comptant au pied de l'arbre des touches du piano. Aimant la fête il prenait la vie de vitesse. Pianiste célèbre, plus que Martial Solal hélas, il aura seulement passé 36 ans à ne plus grandir que dans nos mémoires. Vif comme un écureuil, généreux au-delà des normes humaines, porté par son amour à pleines dents pour la vie, il aura été contesté par les puristes et adoré par le grand public. Il voulait être compris et surtout donner du bonheur à ceux qui l'écoutaient. Fier d'avoir un public de concert classique lors de Piano aux Jacobins, il en faisait des tonnes, pour dire " c'est moi ". Partage plus qu'égoïsme : " Il est capital pour moi de donner, passer cette générosité qui est indispensable dans l'art, la musique et la vie". En solo, il se laissait emporter, il se faisait débordement par toutes ses écoutilles. Avec ses os en cristal, il taillait des bouteilles à la mer, souvent brusquement grave, immédiatement après loufoque et grossier et toujours la larme si près de l'œil.
Lui parler était fort simple, à condition absolue de ne jamais s'apitoyer sur lui et sur le monde, et de louer virilement la beauté des femmes et du vin. Pudeur de l'impudeur, il balayait avec ses immenses pognes les miettes de la douleur, et caressait jusqu'aux spasmes les touches du piano. Quand la phase troublante de son installation était passée entre gêne et pitié des autres, avec leur regard obscène de voyeur, il s'empoignait dans un beau combat corps à corps avec l'ivoire des notes.
Plus que tous les autres, sa famille adorée, les femmes aimées, le piano était son royaume, sa transfiguration. Lui qui n'aura appris la musique qu'à l'oreille, " qu'à coups de pied aux fesses " en se confrontant aux autres, aura été une fontaine publique de village de la musique. Elle sortait de lui déhanchée et intarissable, vitale et limpide. Fouettée par le swing, et refusant les laisser-aller, sa musique était son combat.



Une de ses confidences troublantes, citée par Pascal Anquetil était : " Je me souviens, à l'âge de huit ans, avoir dit à mon père en pleurant : Je n'arrête pas d'entendre de la musique en moi. Comme une radio sans fin. Je vivais alors un vrai cauchemar. Mon père m'a simplement dit : C'est bien. Profite de ce don ".
Son piano était un tambour vers les autres, un feu de camp pour éloigner les mauvaises ombres. Il se savait en sursis alors il s'est consumé entièrement dans la musique qui hantait sa tête et ses doigts. Il l'aura voulu intense et urgente. Ses amis musiciens comptaient tant pour lui, par exemple il voulait tous nous convaincre du génie de Frank Avitabile, Di Battista ou autres, et ne parlait que de Charles Lloyd qu'il avait réussi à faire sortir de sa tanière, de Wayne Shorter et surtout d'Eddy Louis. Il a eu plusieurs vies, depuis celle dans sa famille où l'on baignait dans la musique comme dans une bonne soupe, du père aux deux frères, saoulés aux sources chaudes des racines italiennes.
Mais celle qui le marquera au fer rouge des jours, sera la vie dans l'éducation de la dignité et du travail. Se contraindre, se dépasser pour savoir vivre " à la dure ", lui le cristal qui songe et qui vibre ! " Michel ! viens jouer pour le monsieur ! " : j'ai entendu ça toute ma jeunesse. ", dira-il encore blessé.
Lassé de ce rôle de bête de cirque, il aura pour devise " Moins, c'est toujours plus ! " Homme en verre, protégé il se fera homme en s'enfuyant à Californie pour échapper à la fois aux hôpitaux et à la tendresse épuisante des autres qui l'infantilisait.
Là il pourra tout expérimenter, et voyager avec les amarres du piano pour le ramener à terre. Devenu autant américain que français, mais toujours du Vaucluse, il fera une carrière, mêlant jazz commercial et fulgurances. Mais peut-on juger une telle gentillesse, un tel amour des gens, des choses qui font un destin, et du piano qui le contient tout entier ?.
Michel ramait vers le bonheur et ce n'est pas seulement le musicien qui me reste, mais ce père de famille ayant fait un bras d'honneur à la charogne, ivre de vie et d'espoir.
Sa main lourde s'est maintenant posée sur le front de la nuit, elle ne s'endort plus sans lui.

Quelle: http://www.espritsnomades.com/sitejazz/petrucciani.html




Michel Petrucciani
14 May, 2011 | By Jonathan Romney



Director Michael Radford. France-Germany-Italy. 2011. 102mins
It's always a labour of love to make a jazz film, a jazz documentary even more so - especially when the musician subject is no longer around to promote it. But the labour pays off beautifully in Michel Petrucciani, Michael Radford's fond and informative portrait of the phenomenal jazz pianist, who died in 1999. Petrucciani's life is a story of exuberant triumph over challenge, and of the pleasures and prices of living life to the full.
What emerges, not least from footage of the man himself, is that Petrucciani was a hugely charismatic and ebullient character.
The film takes a four-square but effective documentary approach, stitching together archive footage with interviews, and features enough of Petrucciani's performances to make this a must for jazz buffs, whether or not they're fans of the subject himself (major jazz names interviewed include Lee Konitz, Joe Lovano and John Abercrombie). This will be a hard sell theatrically outside jazz-loving France, where it's released in September, but its DVD prospects should be brisk.
The film represents a confident return to non-fiction for British director Radford, best known for 1984 and Italian-language hit Il Postino but a documentarist through the 1970s. Here, Radford takes an unshowy and intensely sympathetic rather than reverent approach to the life Petrucciani, who was born in 1962 in Montpelier, France with the condition osteogenesis imperfecta, sometimes known as 'brittle bone disease'.
As an adult, Petrucciani grew to only three feet, while his fragility meant that he often broke his bones and that his extremely energetic playing style was a constant physical risk. The son of a jazz guitarist father, Petrucciani fell in love with piano after seeing Duke Ellington on TV at the age of four. Rapidly becoming a prodigy, he played his first professional concert with trumpeter Clark Terry at the age of 13 - although some friends are quick to debunk the myth about the gig being an entirely impromptu marvel.
Through a friend, the pianist visited California, where he was befriended by saxophonist and mystic Charles Lloyd. A phenomenal transatlantic career followed, with Petrucciani becoming the first non-French artist signed to legendary label Blue Note. Success also brought the opportunity to indulge himself, and much of the '80s, we learn, was spent in a wild rush of champagne, cocaine and partying.
Petrucciani, we learn, was irresistible to women and, one former consort claims, was as talented between the sheets as on the keys. In interviews filmed at various stages in his life, Petrucciani is candid about his hedonistic tendency to overdo things - a penchant which, friends suggest, contributed to his early death. This portrait is anything but reverent about the pianist - we learn from his ex-wives and girlfriends that he had a habit of leaving one abruptly to take up with another, and associates reveal, albeit sketchily, that he had a callous side.
But what emerges, not least from footage of the man himself, is that Petrucciani was a hugely charismatic and ebullient character. Most importantly, we get insights into his blindingly rapid and inventive playing; and ample, hugely pleasurable footage of Petrucciani solo, or in tandem with greats such as Lloyd, Konitz and Stéphane Grappelli will make non-converts want to go out and discover the music.

Production companies: Les Films d'Ici, Liaison Films, Looks Films, Partner Media Investment
International sales: Wild Bunch, www.wildbunch.eu
Producers: Serge Lalou, Annick Colomès, Bruce Marks, Gunnar Dedio, Martina Haubrich, Andrea Stucovicz
Cinematography: Sophie Maintigneux
Editor: Yves Deschamps


Michel Petrucciani 14. Mai 2011
Tags: Biographie, Dokumentarfilm, Filmkritik, Jazz, Michael Radford, Michel Petrucciani, Pianist

Michel Petrucciani war wirklich ein Pianist von außergewöhnlichem Format: Infolge seiner Glasknochen- Krankheit, unter der er von Geburt am litt, war er kaum größer als ein Kleinkind. Doch in seinem von Missbildungen und etlichen schlecht verheilten Knochenbrüchen gezeichneten Körper steckte wohl eines der größten musikalischen Talent des Jazz-Piano.



Der britische Regisseur Michael Radford (Il Postino) hat dem genialen Pianisten und exzentrischen Menschen einen Dokumentarfilm gewidmet, der das kurze und exzessive Leben des Michel Petrucciani nachzeichnet. Der Film spart dabei auch die negativen Aspekte des begnadeten Genies nicht aus, der ohne Rücksicht alles mitnahm, was sich ihm an Gelegenheiten bot - Drogen, Frauen, Alkohol und orgiastische Restaurantbesuche mitten in der Nacht.
Der Film lebt vor allem vom von der schillernden Persönlichkeit Michel Petruccianis und seinem brillanten Spiel, das sich durch eine unglaubliche Geschwindigkeit, hohes Improvisationsvermögen, eine traumwandlerische Musikalität und eine ungewöhnliche Technik auszeichnete. Die hat ihre Gründe auch in den anatomischen Besonderheiten des kleinwüchsigen Künstlers, der nur dank einer von seinem Vater gebauten Spezialvorrichtung überhaupt an die Pedalerie herankam. Andererseits glich er sein enormes Handicap durch vollen Körpereinsatz aus und nutzte die Besonderheiten seiner Physis geschickt aus.
Basierend auf Archivmaterial und Interviews mit Petrucciani sowie ausführlichen Gesprächen mit Verwandten, Freundinnen, Ex-Frauen und Musikerkollegen interessiert sich Radford nicht nur für die musikalische Karriere Petruccianis, sondern auch für dessen persönliche Entwicklung. Und die ist gottseidank ebenso schillernd wie sein enormes Talent. Problematisch ist allerdings der Umgang mit den zahlreichen "talking heads", die niemals eingeführt oder mit Unterschriften identifizierbar gemacht werden.
Dadurch gerät der Film mitunter zum mühsamen Puzzlespiel, bei dem die Konzentration des Öfteren eher darauf liegt, die Gesprächspartner, von denen man auf Anhieb nur Roger Willemsen kennt (dessen Noa Noa Film koproduzierte den Film), einzuordnen. Wären nicht die explosiven Klavierläufe, die den Film vor allem bei den Konzertausschnitten zum Swingen bringen, und die Freimütigkeit, mit der Petrucciani und seine Wegbegleiter von dessen Rücksichtslosigkeit gegenüber sich selbst und anderen erzählen, würde diese filmische Biographie eines bewegten und kurzen Lebens jedenfalls erheblich weniger bewegen.



(Joachim Kurz)


Michel Petrucciani: Cannes Review

6:40 PM 5/13/2011 by Kirk Honeycutt

Doc about the French jazz pianist is a clear-eyed, non-judgmental portrait of an artist as a permanent young man.

If you only knew jazz pianist Michel Petrucciani through his recorded music, you'd know this was an extraordinary individual. His phrasing, the electricity of his right hand and the cleanness of his improvisations take jazz to the very heights of artistry. But as many jazz aficionados know and Michael Radford's film Michel Petrucciani will make known to many more, one needs a better word than "extraordinary" to describe this man.

Petrucciani was born in the south of France with osteogenesis imperfecta - or brittle bone disease - that prevented him from growing beyond three feet and subjected him to a life of pain as bones broke constantly, even as he was playing. None of this caused him ever to stop. He lived life in a rush - “I hate wasting time,” he says early in the film - knowing that with his affliction he would not enjoy a long life.

The film chronicles his overindulgence in food, drugs, wine, women and discarded friends as he raced against time, playing sometimes 10 hours a day and performing over 200 concerts in a year. He died at age 36 in New York in 1999, not so much from his handicap as foolishly going out into a cold New Year's Eve with his fragile lungs and then catching pneumonia.

Radford has assembled ample footage and interviews with his subject from many friends and other sources along with numerous interviews with colleagues and lovers to pull together a clear-eyed, non-judgmental portrait of an artist as a permanent young man. Even spurned lovers and friends have mostly kindly things to say about a man who so blazed through their lives that they still have a startled, dazed look about them.

Here, clearly, is a charismatic, dazzlingly talented individual that lived every moment to the fullest. His 36 years is more like 72 for anyone else. He even managed to learn fluent, colloquial English in six months.

What the film never says is that music may be what nourished him, that every hour at the piano may have added an hour or more to his life. Another thing the film only barely mentions is that his deformity, if you will, may have added to his genius. To witness in archival footage the rapidity with which the fingers of his right hand hits the piano keys defies all understanding of that part of the human anatomy. How can fingers move so fast? They don't seem to with a “normal” person's hand.

The one great fault with this doc, which makes an ideal film for special runs in art-house venues and, of course, on TV and DVD, lies in Radford's unwillingness to identify his interviewees. In press notes he claims such identification is “irrelevant.” No, it's not.

Otherwise though, the film has much to stay about overcoming fate, loving life and living with eternal optimism.

Venue: Cannes Film Festival, Out of Competition (Special Screening)
Sales: Wild Bunch Production companies: Les Films d'ici/Partner Media Investment/Looks Films/Liaison Films
Director/screenwriter: Michael Radford
Producers: Gunnar Dedio, Martina Haubrich, Serge Lalou, Bruce Marks, Andrea Stucovitz
Director of photography: Sophie Maintigneux
Editor: Yves Deschamps
No rating, 104 minutes



Benjamin Halay: Michel Petrucciani. Leben gegen die Zeit
[Rebecca Berg]
Publiziert am 9. Dezember 2012 von admin

Halay, Benjamin: Michel Petrucciani. Leben gegen die Zeit. Aus dem Franz. und neu bearb. von Karl Lippegaus - Hamburg: Edel, 2012. - 288 S.: s/w Abb. ISBN 978-3-8419-0174-3 : € 29,95 € (geb.)



Sein Leben war ein einziger Kampf und ständiger Schmerz. Gleichzeitig genoss er es in vollen Zügen. Wie schon der gleichnamige, 2011 von Michael Radford gedrehte, Dokumentarfilm erzählt Benjamin Halay in Leben gegen die Zeit die ungewöhnliche Geschichte des französischen Jazzpianisten Michel Petrucciani, der 1962 mit der Erbkrankheit "Osteogenesis imperfecta" - auch Glasknochenkrankheit - geboren wurde und bereits mit 36 Jahren an einer Lungenentzündung starb. Autor Halay, Musikwissenschaftler, Pianist, Komponist, Musikschulleiter und Gründer eines Jazzfestivals, begleitete ihn die letzten fünf Lebensjahre und fasste die Magie, die Petrucciani einst in seinen Konzerten versprühte, in Worte.
Infolge seiner Krankheit, unter der er von Geburt an leidet, ist Michel Petrucciani kaum größer als ein Kleinkind. Trotzdem schafft er es schnell, mit seinem musikalischen Talent die Umwelt zu begeistern. Während andere Fußball spielen, übt der behinderte Junge zwölf Stunden täglich am Klavier und gibt schon mit 13 Jahren sein erstes Jazzkonzert. Nur dank einer von seinem Vater gebauten Spezialvorrichtung kommt er überhaupt an die Pedale des Flügels oder Klaviers heran. Prägend sind in dieser Zeit sein italienischer Vater und seine Brüder, mit denen er auch später noch musiziert und zwischen denen echte Familienbande existieren. Im Alter von 18 Jahren trifft der junge Pianist in Kalifornien auf den Saxofonisten Charles Loyd und geht mit ihm auf Tournee - der Start in ein echtes Musikerleben, mit allem, was dazu gehört. In New York tritt Petrucciani schließlich mit den Jazzgrößen der Zeit auf: Dizzy Gillespie, Joe Lovano, Wayne Shorter und vielen anderen. Schon bald feiert man ihn für seine schillernde Persönlichkeit und sein brillantes Spiel.
Die einfühlsame Musikalität und ungewöhnliche Technik Michel Petruccianis, die sich in unglaublicher Geschwindigkeit und hohem Improvisationsvermögen niederschlugen, beeindruckten die Menschen weltweit. In Deutschland wurde Petrucciani durch seine Auftritte in der TV-Show Willemsens Woche (1994-1998) bekannt. Er wurde als erster Europäer vom legendären Label Blue Note unter Vertrag genommen, nahm über 30 CDs auf und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Doch das begnadete Genie versackte auch gern auf der "anderen" Seite des Künstlerlebens und zwar ohne Rücksicht auf Verluste: Drogen- und Alkohol-Exzesse, diverse Frauengeschichten und zugleich regelmäßige Krankenhausaufenthalte prägen sein leider viel zu kurzes Leben.
In den insgesamt 20 Kapiteln, die nicht gerade chronologisch geordnet sind, kommen immer wieder Menschen zu Wort, die dem Pianisten nahestanden. Vor der eigentlichen Einleitung gibt es z. B. zur Einstimmung ein Essay von Schriftsteller und Journalist Roberto Saviano, anschließend ein Vorwort von seinem Sohn Alexandre Petrucciani, der seine Krankheit geerbt hat. Neben einer lebhaften und blumigen Sprache zeichnen ständige Lobeshymnen über Petrucciani - zweifelsohne berechtigt, jedoch manchmal vielleicht etwas zuviel des Guten - dieses Buch aus. Gleichzeitig wird immer wieder an sein tragisches Ende erinnert bzw. dieses vorweg genommen. Dass der Autor ihm wohl auch persönlich sehr nahe gestanden haben muss, ist unverkennbar. Abstruse Anekdoten sind es jedoch, die den Leser mit greifbaren Geschichten fesseln und so manches Lächeln auf die Lippen zaubern. Großen Raum nehmen die regelmäßigen Frauengeschichten ein, von denen der kleine Pianist nicht wenige gehabt haben soll. Spannende Interviews und eine ausgewählte Diskografie - zusammen gestellt von Musikwissenschafter und -journalist Karl Lippegaus, der auch die Übersetzung aus dem Französischen und die Neubearbeitung übernommen hat - machen die Publikation zu etwas Besonderem. Viele aussagekräftige Fotos machen die Person Petrucciani lebendig: den Mann, der ein schnelles und erfülltes Leben führte, während die Zeit gegen ihn arbeitete. Ein besonderer Leser-Leckerbissen: Jeder Käufer des Buches erwirbt automatisch eine E-Book-Version, die er sich kostenlos mit einem persönlichen Download-Code herunterladen kann.

Rebecca Berg


Frankfurt am Main, 09.12.2012

Quelle: http://info-netz-musik.bplaced.net/?p=8231



Michel Petrucciani n'est plus

Il avait les os fragiles comme du cristal... Il deviendra un virtuose du jazz célèbre dans le monde entier
(Serge Truffaut, Le Devoir, Montréal, 7 janvier 1999)

Michel Petrucciani est mort. Il était pianiste de jazz. Héritier de Bill Evans pour le lyrisme et d'Oscar Peterson pour la virtuosité, Petrucciani n'aura laissé personne indifférent.
Le 28 décembre dernier, le pianiste de jazz Michel Petrucciani avait fêté ses 36 ans. Enfin, fêter... On ne sait pas trop. Toujours est-il que, dans la nuit de mercredi, il a été foudroyé par une infection pulmonaire alors qu'il était à New York.
Virtuose du piano, Petrucciani était considéré comme le principal acteur du renouveau du jazz dans sa version française. On disait qu'il y eut Django Reinhart d'abord, Stéphane Grappelli ensuite, Michel Petrucciani enfin. On disait cela parce qu'il fut l'un des rares, très rares musiciens originaires de la république, à avoir acquis une bonne réputation des deux côtés de l'Atlantique.
Il fut en effet le seul musicien français à avoir enregistré au célèbre Village Vanguard avant d'être mis sous contrat par la toute aussi célèbre et historique étiquette Blue Note.
Il était né le 28 décembre 1962 à Orange, grosse bourgade du sud de la France. Plus exactement, Orange est au coeur d'une région viticole reconnue pour son châteauneuf-du-pape. Dans cette ville, la famille Petrucciani tenait, et tient peut-être encore, un commerce d'instruments de musique.
Atteint, dès sa naissance, d'une grave maladie osseuse, une ostéogénèse imparfaite qui rend les os aussi fragiles que du cristal et stoppe net le développement physique, Michel Petrucciani s'était très tôt consacré à l'étude de la musique classique. En fait, il avait quatre ans lorsqu'il commença l'exploration des univers sonores conçus par Bach, Chopin, Brahms, Debussy et autres.
À cause de sa maladie, de cette maladie qui l'empêcha, comme il le confia lui-même, de « jouer au foot avec [ses] copains », il consacra tout le temps de sa prime jeunesse à l'apprentissage de la musique classique. À l'instar de Herbie Hancock, il était si doué en notes écrites par Mozart qu'il fut en mesure, dès l'âge de 11 ou 12 ans, de donner des concerts.
Lorsqu'il n'était pas en train d'étudier, Petrucciani faisait des démonstrations dans le magasin familial. Dans un entretien accordé au mensuel Jazz Magazine, il se rappela ceci: « Je travaillais dans le magasin, j'accordais les guitares et je faisais la démonstration des orgues. Quand des parents voulaient acheter un orgue à leur gosse, on me faisait descendre: "Tiens, Michel, tu fais une démonstration pour le monsieur?" Je jouais, le mec achetait, et revenait quinze jours après en disant: "L'orgue ne marche plus. Quand mon fils en joue, c'est pas comme le vôtre!" Sauf que moi, j'en faisais dix heures par jour. »
Dans la famille, tout un chacun jouait d'un instrument. Son père de la guitare, un de ses frères jouait de la contrebasse. Les autres? On ne le sait pas. Chose certaine, alors qu'il était adolescent, Michel, le père et les frères se produisaient ici et là dans le Midi de la France. Et de quoi jouaient-ils? Du jazz, la passion du père que les fils partagèrent très tôt. Dans le cas de notre pianiste, Duke Ellington fut le premier héros, le premier modèle, le modèle qui compte.

Une rencontre déterminante
En 1977, alors qu'il avait à peine 15 ans, le batteur Kenny Clarke, reconnu pour avoir « inventé » les rythmes du bebop, le remarqua et l'engagea illico. Un an plus tard, c'est au tour du trompettiste Clark Terry, la principale influence de Miles Davis, d'embaucher le temps de quelques concerts le pianiste. Sa réputation est alors en marche. Quelques mois après son tour de piste en compagnie de Terry, une rencontre singulière, ou plutôt une rencontre déterminante, déterminante pour le pianiste, a lieu dans le sud de la France. Chuck Israels, contrebassiste ayant fréquenté Bill Evans, l'IDOLE de Petrucciani, apprécie tellement le style à la fois lyrique et énergique de ce dernier qu'il décide lui aussi de faire appel à son jeu.
Kenny Clarke, Clark Terry, Chuck Israels... Il n'en fallait pas plus pour que Petrucciani soit invité dans un studio. Il y retrouve alors le batteur Aldo Romano, le tromboniste Mike Zwerin et son frère Louis, contrebassiste. Bon. Ils mettent sur bande près d'une heure de musique. Intitulé Flash, l'album qui sort fait mouche. C'était en 1980.
Dans la foulée, Michel Petrucciani est en mesure de former un trio permanent en compagnie de Romano et du contrebassiste Jean-François Jenny-Clark. Il y a un mois à peine, Jenny-Clark, contrebassiste ayant accompagné tous les grands comme Dexter Gordon et Ben Webster ainsi que les modernes comme Ornette Coleman et Archie Shepp, est mort des suites d'une longue maladie.
Toujours est-il que la passion de Petrucciani pour, entre autres choses, l'oeuvre de l'écrivain Henry Miller se traduit par ceci: il s'installe à Big Sur en Californie. Il y fait alors la connaissance du saxophoniste ténor Charles Lloyd. Ce dernier, après une longue, très longue mise entre parenthèses toute consacrée à l'étude comme à la pratique du bouddhisme, décide que son retour à la scène se fera avec Petrucciani.
Et c'est alors, grâce aux enregistrements réalisés pour la fameuse étiquette ECM, que le nom de Petrucciani s'imprime définitivement sur le cours du jazz. Les tournées ne sont plus nationales mais mondiales. Les éloges ne sont plus franco-françaises mais toutes aussi mondiales.
Il joue et enregistre avec Lee Konitz. Entre le saxe alto du dernier et le piano de notre homme... C'est Toot Sweet, un album, un duo, encore considéré par les critiques européens comme un des sommets du jazz des années 80.

Avec le gratin du jazz
Par la suite, sa réputation bien établie, Petrucciani joue avec ce qu'il est convenu d'appeler le gratin du jazz. C'est Joe Henderson un jour, Wayne Shorter le lendemain. C'est les meilleurs contrebassistes, c'est Gary Peacock, Buster Williams, Cecil McBee, Charlie Haden. C'est également les meilleurs batteurs, c'est Billy Hart, Roy Haynes, Billy Higgins, Jack DeJohnette. C'est aussi, voire surtout, ceux qui ont beaucoup joué avec Bill Evans. Avec les anciens compagnons du grand Bill, Michel Petrucciani a signé un des meilleurs albums en trio des années 80: Live At The Village Vanguard. Avant comme après cet album, le pianiste né à Orange s'est produit au Festival de Montréal.
Le dernier mot? Il appartient au critique Philippe Beaudoin: « Il est, dans la lignée de Bill Evans, le pianiste des atmosphères nocturnes et envoûtantes. »


Michel Petrucciani is dead.

He was a jazz pianist (/piano player). His lyricism, inherited from Bill Evans, and virtuosity, from Oscar Peterson, will not have left anyone indifferent (/untouched).
On 28 December last, Michel Petrucciani celebrated his 36th birthday. Well, as to celebrating, we cannot be sure. The fact remains that on Wednesday night he was struck down by a pulmonary infection (/infection of the lungs) while he was in New York. [...]
He was born on 28 December 1962 in Orange, a small town in the South of France. To be more precise, Orange is in the heart of a wine-growing region reknowned for its Châteauneuf-du-pape. And it was there that the Petrucciani family ran, and perhaps still runs, a musical instrument business. [...]
Stricken from birth with (/Suffering from birth from) a serious bone disease, osteogenesis imperfecta, which makes the bones as brittle as glass (/crystal) and halts ((all)) physical development, Michel Petrucciani devoted himself at a very early age to the study of classical music. He was four ((years old)) when he began to explore the worlds of sound created by Bach, Chopin, Brahms, Debussy and others. [...]
When he was not studying, Petrucciani gave demonstrations in the family store. In an interview with the monthly Jazz Magazine, he recalled: "I worked in the shop, I tuned guitars and I demonstrated organs. When parents wanted to buy an organ for their kid, I was called down: 'Hey, Michel, will you give the gentleman a demonstration?' I played, the guy made his purchase, and two weeks later came back saying: 'The organ doesn't work. When my boy (/son) plays it, it's not like (/the same as) yours!' But then, (/Except that) I was playing ten hours a day."
Everyone in the family played one instrument or another: his father played the guitar, and one of his brothers played the ((double)) bass. As for the others, we don't know. One thing that's certain is that when he was a teenager Michel, his father and his brothers performed together in various places in the South of France. What did they play? Jazz, a passion of the father's shared very early on by the sons. In the case of our pianist, Duke Ellington was his first idol (/hero), the first model, the one that counts.

A decisive encounter
In 1977, when he was just 15, the drummer Kenny Clarke, recognized as the "inventor" of bebop rhythms, noticed him and took him on straightaway. A year later, the trumpeter Clark Terry, the main influence on Miles Davis, engaged the pianist for several concerts. His reputation was underway.
A few months after his concert tour with Terry, a unique encounter, or rather a decisive encounter, decisive for the pianist, took place in the South of France. Chuck Israels, a bass player who had played with Bill Evans, and Petrucciani's idol, appreciated his lyrical and energetic style so much that he decided to make use of his talent.
Kenny Clarke, Clark Terry, Chuck Israels... It was enough for Petrucciani to be invited to a recording studio, where he found himself in the company, no less, of the drummer Aldo Romano, the trombonist Mike Zwerin and his brother Louis on bass. They taped about an hour's worth of music. Titled "Flash", the resulting album was a hit. That was in 1980.
On the heels of this success, Michel Petrucciani was able to form a permanent trio along with Romano and the bass player Jean-François Jenny-Clark. Scarcely a month ago, Jenny-Clark, who accompanied all the greats, such as Dexter Gordon and Ben Webster, as well as the moderns, like Ornette Coleman and Archie Shepp, died after a long illness.
Another of Petrucciani's passions was for the books of the writer Henry Miller, which led him to settle in Big Sur in California. There he met the tenor saxophone player Charles Lloyd. After a long hiatus devoted to the study and practice of Buddhism, Lloyd decided that he would make his comeback to the concert stage with Petrucciani.
This was the moment when, thanks to his recordings on the famous ECM label, Petrucciani's name became a definitive part of the history of jazz. His tours were no longer national but world-wide (/international). Praise came not just from France but from around the world.
He played and recorded with Lee Konitz. Out of the combination of Konitz's alto sax and Michel's piano came the album Toot Sweet, a duo still considered by European critics to be one of the summits (/pinnacles) of 80s jazz.

With the elite of the jazz world
Subesquently, his reputation established, Petrucciani played with what is commonly agreed to be the jazz elite. Joe Henderson one day, Wayne Shorter the next. The top bass players, Gary Peacock, Buster Williams, Cecil McBee, Charlie Haden. The best drummers, Billy Hart, Roy Haynes, Billy Higgins, Jack DeJohnette. And also, perhaps above all, those who played regularly (/frequently) with Bill Evans.
Along with the longtime companions of Big Bill, Michel Petrucciani cut one of the best trio albums of the 80s: Live At The Village Vanguard. Both before and after making this recording, the pianist from Orange played (/appeared) at the Montreal Festival.
The last word belongs to the critic Philippe Beaudoin: "He is, in the tradition of Bill Evans, the pianist of the night and enchantment."



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